AMD Ryzen AI Max+: 126 TOPS für 3.700 Euro ab 10. Juli
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Hardware-Hersteller und KI-Entwickler haben Anfang Juli 2026 neue Inferenz-Plattformen vorgestellt, die gezielt auf Energieeffizienz, lokale Verarbeitung und maßgeschneiderte Chips für große Sprachmodelle setzen. Das Ziel: Unabhängigkeit von den etablierten GPU-Architekturen – allen voran denen von Nvidia.
D-Matrix und FuriosaAI: Effizienz-Offensive im Rechenzentrum
Am 7. Juli 2026 betrat D-Matrix mit seiner Corsair-Inferenzplattform die Bühne. Das Unternehmen verspricht eine zehnfach höhere Inferenzgeschwindigkeit und fünffach bessere Energieeffizienz im Vergleich zu herkömmlichen Beschleunigern. Herzstück ist die Fertigung auf TSMCs N6-Prozess: Die Plattform erreicht 30.000 Tokens pro Sekunde für das Llama-70B-Modell bei einer Latenz von nur zwei Millisekunden pro Token.
D-Matrix, das nach einer Series-C-Finanzierungsrunde über 275 Millionen Dollar im November 2025 mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet wurde, hat Partnerschaften mit Arista, Broadcom, Supermicro und Gimlet Labs geschlossen. Auch Microsofts M12-Venture-Fonds ist an Bord.
Nur einen Tag später, am 7. Juli, gab FuriosaAI die Inbetriebnahme seiner RNGD-KI-Beschleuniger im Equinix-Rechenzentrum LS2 in Lissabon bekannt. Der Chip liefert 512 TFLOPS FP8-Leistung bei einer thermischen Verlustleistung von 180 Watt. Der dazugehörige NXT-RNGD-Server beherbergt acht Beschleuniger in einer luftgekühlten 3-kW-Konfiguration. FuriosaAI hat bislang über 250 Millionen Dollar eingesammelt und arbeitet bereits mit Broadcom an einem Drittgenerations-Chip mit HBM4-Speicher – ausgelegt für Modelle mit bis zu einer Billion Parametern.
AMD: Lokale KI-Workstations für Entwickler
Bereits am 6. Juli 2026 präsentierte AMD seine Ryzen-AI-Developer-Plattform – eine direkte Antwort auf Nvidias DGX-Spark-Workstations. Angetrieben vom Ryzen AI Max+ 395, einem Prozessor mit 16 Kernen und 32 Threads, integrierter Radeon-8060S-Grafik und einer XDNA-2-Neural Processing Unit, liefert das System 126 TOPS KI-Leistung.
Mit 128 GB Unified Memory lassen sich Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern lokal ausführen. Der Preis: rund 3.700 Euro (umgerechnet 3.999 Dollar). Die Linux-basierte Plattform ist seit Juni 2026 vorbestellbar und soll ab dem 10. Juli 2026 im Handel erhältlich sein.
Sie planen eine leistungsstarke KI-Workstation, aber die Kosten für Nvidia-Lösungen explodieren? Der neue AMD Ryzen AI Max+ 395 liefert 126 TOPS und 128 GB Unified Memory – für nur 3.700 Euro. Unser Guide zeigt Ihnen, wie Sie damit Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern lokal ausführen. Jetzt kostenlosen Hardware-Guide anfordern
DeepSeek und OpenAI: Eigene Chips für mehr Unabhängigkeit
Große KI-Entwickler streben zunehmend nach Autonomie durch Eigenentwicklungen. Der chinesische KI-Vorreiter DeepSeek arbeitet eigenen Angaben zufolge an einem eigenen Inferenz-Chip, der bei SMIC im 7-nm-Verfahren gefertigt werden soll. Das Projekt läuft Berichten zufolge seit etwa einem Jahr – und ist eine direkte Reaktion auf die US-Exportkontrollen, die den Verkauf fortschrittlicher Nvidia-Chips nach China untersagen.
DeepSeek hatte im Juni 2026 eine Series-A-Runde über sieben Milliarden Dollar abgeschlossen, die das Unternehmen auf 52 bis 59 Milliarden Dollar bewertete. Die Chipeigenentwicklung soll die Abhängigkeit von westlichen Zulieferern reduzieren. Parallel setzt DeepSeek auf Diversifikation: Bereits im April 2026 wurde das V4-Modell auf Hardware von Huawei und Moore Threads präsentiert. Der vollständige Launch des V4-Modells wird für Mitte Juli 2026 erwartet.
Auch OpenAI und Broadcom stellten im Juni 2026 den "Jalapeño"-Inferenz-ASIC vor – einen Spezialchip für Transformer-Modelle, der die Kosten pro Abfrage senken soll. Technische Details blieben bislang unter Verschluss.
Apple und Broadcom: Partnerschaft bis 2031 verlängert
Im mobilen und Serverbereich verlängerte Apple am 6. Juli 2026 seine Partnerschaft mit Broadcom bis 2031. Der iPhone-Konzern entwickelt derzeit seinen ersten KI-Server-Chip mit dem Codenamen "Baltra", der ab 2026 in TSMCs N3P-Prozess in Massenproduktion gehen soll. Der Chip ist für die serverseitige Inferenz der Apple-Intelligence-Funktionen vorgesehen.
Lokale KI-Inferenz ohne Cloud-Latenz: Mit der AMD Ryzen AI Max+ Developer-Plattform senken Sie Ihre Abhängigkeit von GPU-Architekturen und sparen monatliche Cloud-Kosten. Der Guide enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung und einen Kostenvergleich mit Nvidia DGX Spark. Hardware-Guide jetzt sichern
Chinesische Hersteller: Milliarden für die Expansion
Während der internationale Wettbewerb an Fahrt aufnimmt, suchen chinesische Hersteller nach Kapital für den Ausbau ihrer Produktion. Am 6. Juli 2026 kündigte Biren Technology Pläne an, rund 900 Millionen Dollar einzusammeln. 60 Prozent der Mittel sollen in die Kommerzialisierung fließen. Die BR106-Serie des Unternehmens setzt auf eine Chiplet-Architektur und wird bei SMIC im 7-nm-Verfahren gefertigt – ein Versuch, in einem Markt Fuß zu fassen, der derzeit von internationalen Anbietern dominiert wird.
