AMD, Ryzen

AMD Ryzen AI Halo: Mini-Workstation mit bis zu 192 GB Speicher bestellbar

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD stellte ein Linux-Desktop-System für KI-Entwicklung vor; Micro Center bietet es seit dem 12. Oktober für 7.299,99 US-Dollar an.
Ein minimalistisches, modernes Labor mit Halbleiter-Fertigungstechnik im Hintergrund bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Halbleiterhersteller AMD hat mit der Ryzen AI Halo Developer Platform ein neues kompaktes Desktop-System für die Entwicklung von Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz vorgestellt.

Im Mittelpunkt des Systems im Kleinformat steht der neue Hauptprozessor Ryzen AI Max+ PRO 495, der über eine hohe Rechenleistung und einen besonders großzügig dimensionierten gemeinsamen Arbeitsspeicher verfügt. Das Linux-System ist laut Berichten vom 13. Oktober 2026 bei dem US-Händler Micro Center seit dem 12. Oktober 2026 bestellbar.

Enorme Speicherkapazität für lokale Berechnungen

Der im 4-Nanometer-Verfahren bei TSMC gefertigte Prozessor kombiniert 16 Zen-5-Kerne für insgesamt 32 Threads mit einem Basistakt von 3,1 GHz und einem maximalen Taktrate von bis zu 5,2 GHz. Der Chip verfügt über 16 MB L2- und 64 MB L3-Cache bei einer Basis-TDP von 55 Watt, die in einem Bereich von 45 bis 120 Watt konfiguriert werden kann.

Als Grafikeinheit ist die Radeon 8065S integriert, welche 40 RDNA-3.5-Recheneinheiten bei 3.000 MHz bietet. Dazu kommt eine dedizierte XDNA-2-NPU, die 55 TOPS liefert. Zusammen mit der GPU erreicht die Plattform insgesamt 132 TOPS und eine FP16-Leistung von 61 TFLOPS.

Ein Kernmerkmal des Systems ist der bis zu 192 GB fassende LPDDR5x-8533-Arbeitsspeicher, der über eine 256-Bit-Schnittstelle angebunden ist und eine Bandbreite von 273 GB/s erreicht.

Davon können bis zu 160 GB dynamisch als Videospeicher für grafik- und rechenintensive Lasten zugewiesen werden. Die Workstation verfügt zudem über eine 2 TB große SSD, zwei USB4-Anschlüsse mit 40 Gbit/s, PCIe 4.0, einen 10-Gigabit-Ethernet-Port sowie Wi-Fi 7.

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Ausrichtung auf komplexe KI-Agenten

AMD begründet den Bedarf an kompakten Systemen dieser Leistungsklasse mit dem Übergang von einfachen Textassistenten zu autonomen KI-Agenten. Diese Systeme müssen externe Werkzeuge koordinieren und mehrstufige Arbeitsabläufe eigenständig abarbeiten. Dies erfordere sowohl eine hohe CPU-Rechenleistung für die Orchestrierung als auch spezialisierte Beschleuniger und große Speicherreserven.

Nach Angaben von AMD können auf der Plattform Modelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern bei 4-Bit-Quantisierung lokal betrieben werden. Branchenberichten zufolge belegen die Parameter eines solchen Modells allein rund 150 GB des Arbeitsspeichers.

Hauseigene Benchmarks von AMD aus dem September 2026 stellten der Plattform Vorteile gegenüber Konkurrenzchips wie dem Intel Core Ultra X9 388H und dem Apple MacBook Pro mit M5 Pro und 64 GB Speicher aus. Diese Durchsatzwerte wurden allerdings bisher nicht von unabhängigen Stellen bestätigt.

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Verfügbarkeit und Marktumfeld

Für die auf Linux basierende Konfiguration der Ryzen AI Halo Developer Platform veranschlagt der Händler Micro Center einen Preis von 7.299,99 US-Dollar. Versionen mit Microsoft Windows, die unter dem Projektnamen Zenith laufen, sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Zum Vergleich: Das Vorgängermodell Ryzen AI Max+ 395 mit 128 GB Speicher und 256 GB/s Speicherbandbreite war im Juni bei Micro Center für 3.999,99 US-Dollar gelistet worden.

AMD platziert die Workstation gegen Konkurrenzsysteme wie Apples Mac mini und Nvidias DGX Spark. Parallel dazu kündigen Dritthersteller eigene Rechner auf Basis des Ryzen AI Max+ PRO 495 an: Minisforum bietet das Modell MS-S1 MAX-P495 mit 192 GB LPDDR5X im Vorverkauf für 7.399 US-Dollar an, während iBuyPower mit dem Pro AMD AI Halo Mini PC ab dem vierten Quartal 2026 eine Konfiguration mit 128 GB Speicher für 3.999 US-Dollar auf den Markt bringt.

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