AMD öffnet KI-Upscaling für alte Grafikkarten
15.05.2026 - 21:03:37 | boerse-global.deDer Chip-Hersteller erweitert seine KI-Software auf ältere Hardware und bringt erstmals 3D-V-Cache in Workstation-Prozessoren.
AMD schreibt seine Strategie für die zweite Jahreshälfte 2026 neu. Der Konzern kündigte heute an, seine KI-basierte Bildverbesserung FSR 4.1 künftig auch für ältere Grafikkarten-Generationen freizugeben. Gleichzeitig bringt der Hersteller mit den neuen Ryzen Pro 9000-Chips erstmals seine spezielle Cache-Technologie in den professionellen Desktop-Markt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Druck auf die Konkurrenz im High-End-Segment aufrechtzuerhalten – während die gesamte Branche Rekordsummen in KI-Infrastruktur investiert.
KI-Upscaling für Millionen von Spielern
Bislang war FSR 4 – AMDs Antwort auf Nvidias DLSS – exklusiv den neuesten Radeon-RX-9000-Karten vorbehalten. Das ändert sich nun. Senior Vice President Jack Huynh bestätigte, dass FSR 4.1 auf einer INT8-Version des KI-Algorithmus basiert. Dadurch läuft die Technik auch auf Hardware ohne spezielle KI-Beschleuniger.
Der Rollout beginnt im Juli 2026 für Besitzer von RDNA-3-Grafikkarten (Radeon RX 7000-Serie). Nutzer älterer RDNA-2-Modelle (RX 6000) sowie Handhelds wie dem Steam Deck und dem MSI Claw A8 sollen Anfang 2027 folgen. Branchenbeobachter sehen darin einen cleveren Schachzug: Über 300 Spiele unterstützen FSR bereits – die neue KI-Version könnte Millionen älterer Grafikkarten einen deutlichen Leistungsschub verpassen.
„Die Umstellung auf KI bringt stabilere Bilder und weniger Bildfehler“, erklärte AMD in technischen Unterlagen. Zudem deutete der Konzern an, FSR 4 möglicherweise als Open Source zu veröffentlichen – eine Fortsetzung seiner bisherigen Praxis.
Workstation-Chips mit 3D-V-Cache
Parallel zur Software-Offensive erweitert AMD sein Prozessor-Portfolio für Profis. Die neuen Ryzen Pro 9000-Serien basieren auf der Zen-5-Architektur und integrieren erstmals die 3D-V-Cache-Technologie in Workstation-Chips. Bisher war diese nur High-End-Gaming-Prozessoren und Servern vorbehalten.
Das Spitzenmodell Ryzen 9 Pro 9965X3D kommt mit 16 Kernen und 32 Threadern. Der Chip taktet mit bis zu 5,5 GHz und bietet satte 128 MB L3-Cache bei einer thermischen Verlustleistung von 170 Watt. Für kleinere Workstations gibt es den Ryzen 7 Pro 9755X3D mit 8 Kernen, 5,2 GHz und 104 MB Cache.
Erste Systeme mit den neuen Chips sollen im dritten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Der Computerhersteller Lenovo bringt etwa die Workstation ThinkStation P4 mit Zen-5-Pro-Technik. Unternehmen profitieren dann von verbesserter Sprungvorhersage und höherer Befehlsrate pro Takt – Kernvorteile der neuen Architektur.
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Wettlauf um KI-Investitionen
Die Ankündigungen fallen in eine Phase beispielloser Investitionen. Laut Marktforschungsdaten von PitchBook hat allein Nvidia seine KI-Ausgaben im Kalenderjahr 2026 auf über 45 Milliarden Euro hochgefahren – nach 17,5 Milliarden Euro im vorigen Geschäftsjahr.
Die steigenden Kosten machen auch vor Endkunden nicht halt. Branchenberichte vom Mai 2026 deuten auf Preiserhöhungen von rund 300 Euro für High-End-Grafikkarten wie die RTX 5090 hin. Grund sind die teurer werdenden GDDR7-Speicherchips – selbst wenn die offiziellen Herstellerpreise nominell stabil bleiben.
Während AMD auf Software-Lösungen setzt, arbeiten die Wettbewerber an ihren KI-Ökosystemen. Microsoft standardisierte Anfang Mai 2026 seine KI-Oberfläche und führte das Tastenkürzel „Alt+C“ für den Copilot-Assistenten ein. Die Integration fortschrittlicher Modelle wie GPT-5.5 habe KI-Halluzinationen um über 50 Prozent reduziert – ein Beleg für das rasante Tempo der Software-Entwicklung.
Ausblick: Entscheidende zweite Jahreshälfte
Die zweite Jahreshälfte 2026 wird für AMD richtungsweisend. Bis zum dritten Quartal sollen die neuen Workstation-Chips in Partnerschaft mit Herstellern wie Lenovo in den professionellen Markt drängen. Der Juli-Start von FSR 4.1 für RDNA-3-Karten wird zeigen, ob KI-Software ältere Hardware tatsächlich verlängern kann.
Für 2027 plant AMD die Ausweitung der KI-Funktionen auf die RX-6000-Serie – ein klares Bekenntnis zur Abwärtskompatibilität. Das unterscheidet den Konzern von Wettbewerbern, die ihre neuesten KI-Features oft exklusiv für aktuelle Hardware reservieren.
Ob sich die Strategie auszahlt, hängt auch vom Marktumfeld ab. Mit spezialisierten Produktivitäts-Agents von Adobe und Apples günstigerem Profi-Laptop MacBook Neo (Start Ende Mai 2026) bleibt der Wettbewerb um High-End-Rechner vielfältig und intensiv.
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