AMD kauft World Labs für 8,2 Milliarden Dollar – KI-Pionierin Fei-Fei Li wird Chefwissenschaftlerin
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 03:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
AMD übernimmt das KI-Start-up World Labs für 8,2 Milliarden Dollar und holt dessen Gründerin Fei-Fei Li als Chefwissenschaftlerin in den Konzern.
Aktien statt Barzahlung
Der Chipkonzern zahlt den Kaufpreis nach eigenen Angaben in Form eigener Aktien. Das entspricht rund 7,2 Milliarden Euro. AMD-Chefin Lisa Su begründete den Schritt damit, dass ein tiefes Verständnis der Entwicklung von KI-Modellen nötig sei, um Technik für die nächste Generation Künstlicher Intelligenz zu bauen.
Forschung soll Geschäft mit KI-Chips stärken
World Labs wurde 2024 von Fei-Fei Li gegründet. Die Professorin an der Stanford University gilt als Vorreiterin der KI-Forschung. Mit ihrer Ernennung zur Chefwissenschaftlerin bindet AMD eine prominente Vertreterin der akademischen KI-Entwicklung an den Konzern.
AMD fordert Nvidia heraus
Das Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz und damit verbundenen Diensten wird von Nvidia dominiert. AMD und Intel haben bislang eher kleinere Nischen erobert, hoffen aber, Nvidia mit neuen Produkten Marktanteile abzunehmen.
Milliarden für strategisches KI-Wissen
Der Kauf von World Labs zeigt, dass der Wettbewerb um Künstliche Intelligenz nicht allein über schnellere oder leistungsfähigere Chips geführt wird. Für AMD geht es zugleich um Kenntnisse darüber, wie sich Modelle entwickeln und welche Rechenanforderungen daraus entstehen. Mit Fei-Fei Li gewinnt der Konzern eine international anerkannte Forscherin und die Gründerin eines erst 2024 gestarteten Unternehmens.
Die Größenordnung von 8,2 Milliarden Dollar unterstreicht den Stellenwert, den Unternehmen der KI inzwischen beimessen. AMD bezahlt die Übernahme mit eigenen Aktien und schont damit zunächst seine liquiden Mittel. Für die Aktionäre hängt der Wert des Geschäfts davon ab, ob World Labs’ Forschung künftig Nachfrage nach AMD-Technik erzeugt und den Konzern im Geschäft mit KI-Beschleunigern von Nvidia unabhängiger positioniert.
Folgen für den Markt
Für Kunden wie Cloud-Anbieter und Betreiber großer Rechenzentren kann zusätzlicher Wettbewerb mittelfristig mehr Auswahl bei Chips, Software und Diensten schaffen. Kurzfristig verändert der Zukauf die Kräfteverhältnisse jedoch nicht: Nvidia verfügt weiterhin über eine besonders starke Stellung im KI-Chipgeschäft. AMD muss deshalb nicht nur technische Fortschritte liefern, sondern auch Entwickler und Unternehmen von seinem gesamten Ökosystem überzeugen.
