AMD-Grafikkarten: Preisaufschläge bis 15% ab Juli durch KI-Boom
22.06.2026 - 13:22:22 | boerse-global.de
Bald wird es teurer: AMD-Radeon-Grafikkarten drohen ab Juli Preisaufschläge von bis zu 15 Prozent. Grund ist die explosionsartig gestiegene Nachfrage nach KI-Chips.
Die Kosten für GDDR6-Speicher haben sich seit Ende 2025 etwa verdreifacht. Branchenbeobachter führen diese Entwicklung auf die großen Speicherhersteller Samsung und SK Hynix zurück, die ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf High Bandwidth Memory (HBM) umstellen. Der Grund: KI-Rechenzentren verschlingen Unmengen dieser Hochleistungsspeicher.
Die Verknappung trifft nun die Radeon-RX-9000-Serie. Modelle wie die RX 9070 XT, die derzeit zwischen 400 und 700 Euro kosten, könnten je nach Ausstattung zwischen 40 und 105 Euro teurer werden. Zwar liegt die unverbindliche Preisempfehlung für die RX 9070 XT bei 599 Euro, doch im freien Handel werden bereits jetzt Preise zwischen 600 und 700 Euro aufgerufen.
Anzeige: Die Preise für AMD-Grafikkarten steigen ab Juli um bis zu 15 Prozent – Grund ist der KI-Boom, der GDDR6-Speicher knapp und teuer macht. Wer jetzt noch zuschlägt, spart bares Geld. Unser kostenloser Report verrät Ihnen, welche Modelle noch preisstabil sind und wie Sie Ihre aktuelle GPU optimieren. Jetzt Report sichern
KI-Boom treibt Speicherkosten in die Höhe
Das Problem betrifft nicht nur AMD. Nvidias Flaggschiff RTX 5090 wird aktuell für rund 4.000 Euro gehandelt – etwa das Doppelte der ursprünglichen Preisempfehlung. Auch die RTX 5080 liegt mit rund 1.500 Euro rund 50 Prozent über den Erwartungen. Verantwortlich sind die Kosten für den neuen GDDR7-Speicher.
Die Speicherknappheit greift längst über den PC-Markt hinaus. CMF, eine Tochter des Elektronikherstellers Nothing, hat bestätigt, dass 2026 keine neuen Smartphones erscheinen werden – die Speicherpreise seien schlicht zu hoch. IDC prognostiziert zudem, dass die weltweiten PC-Auslieferungen 2026 um rund zehn Prozent zurückgehen könnten.
Besonders drastisch zeigt sich die Lage auf dem Markt für ältere Speichertechnologien. Die Vertragspreise für DDR2-Speicher stiegen im zweiten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent. Für das dritte Quartal werden weitere 35 bis 40 Prozent erwartet. Hersteller von Originalkomponenten müssen bereits Abstriche bei der Ausstattung machen, um die Kosten im Rahmen zu halten.
DRAM-Markt in der Hand von drei Giganten
Die drei größten Speicherhersteller – Samsung, SK Hynix und Micron – kontrollieren 89 Prozent des globalen DRAM-Marktes. Die Vertragspreise für DRAM sind im Jahresvergleich um fast 700 Prozent gestiegen. Analysten rechnen damit, dass Speicherkosten 2026 rund 30 Prozent der gesamten Cloud-Investitionen ausmachen werden.
AMD kauft Speicher-Spezialisten
Anzeige: GDDR6-Speicherpreise haben sich verdreifacht – das treibt die Kosten für Radeon-RX-9000-Karten in die Höhe. Doch es gibt Auswege: Drei Modelle bleiben vorerst günstig, und mit unseren Optimierungs-Tipps holen Sie mehr Leistung aus Ihrer aktuellen Grafikkarte. Preisstopp-Modelle jetzt entdecken
AMD reagiert auf die Krise mit einer strategischen Übernahme: Das Unternehmen kauft MEXT, ein 2023 gegründetes Startup, das auf KI-gestützte Speicheroptimierung spezialisiert ist. Die Technologie namens „predictive memory“ soll Flash-Speicher effizienter machen und so die Abhängigkeit von teurem DRAM verringern.
Die AMD-Führung bezeichnete Speicher als „kritischen Engpass“ für KI, Hochleistungsrechnen und Datenanalyse. Die Übernahme soll die Ressourcennutzung verbessern und die Infrastrukturkosten für Unternehmenskunden senken.
Trotz der Lieferkettenprobleme legte die AMD-Aktie am 20. Juni um 4,86 Prozent zu. Grund war eine mehrjährige Vereinbarung mit Rackspace über den Aufbau von 30 Megawatt KI-Rechenleistung auf AMD-Basis zwischen Ende 2026 und 2028. Allerdings zeigten Marktberichte, dass sich die Auslieferungen von Grafikprozessoren im zweiten Quartal 2026 verlangsamt hatten. Zudem wurde bekannt, dass CEO Lisa Su 125.000 Aktien im Wert von rund 57,6 Millionen Euro verkauft hat.
