AMD-Garantie-Skandal: Ryzen 9 7950X3D nur nach öffentlichem Druck ersetzt
13.06.2026 - 02:05:57 | boerse-global.de
Zwei spektakuläre Fälle erschüttern die Halbleiterbranche: Während AMD nach öffentlichem Druck eine defekte CPU ersetzt, verklagt ein Aktivist Samsung wegen eines SSD-Streits. Die Vorfälle zeigen, wie angespannt das Verhältnis zwischen Herstellern und Kunden bei Garantieansprüchen ist.
AMD lenkt nach öffentlicher Kritik ein
AMD hat sich am Freitag dazu entschlossen, einen beschädigten Ryzen 9 7950X3D zu ersetzen – nachdem der Hersteller die Garantie zunächst abgelehnt hatte. Der Fall sorgte in der Tech-Szene für Aufsehen.
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Der Nutzer u/VINCENT199411 meldete am 28. April einen Systemabsturz, begleitet von einem lauten Knall. Bei der Inspektion stellte sich heraus: Der Prozessor war physisch aufgedunsen. Das System lief auf einem Gigabyte X670E AORUS MASTER-Mainboard mit Kingston DDR5-6000-RAM und einem be quiet! Dark Power 13 1000W-Netzteil. AMD EXPO war aktiv, manuelles Übertakten hatte der Nutzer nach eigenen Angaben nicht durchgeführt. Sowohl Gigabyte als auch be quiet! prüften ihre Komponenten und stellten keine Fehler fest – die Schuld lag offenbar beim Prozessor.
AMD verweigerte zunächst die Rücknahme (RMA) mit Verweis auf physische Schäden. Erst nachdem das Tech-Portal Hardware Unboxed intervenierte und öffentlich warnte, der Fall könne zu einem „erheblichen Marketing-Desaster" führen, schaltete der Hersteller um. AMD kontaktierte den Kunden und leitete den Austausch ein.
Samsung vor Gericht: SSD-Garantie sorgt für Zündstoff
Parallel dazu hat der Verbraucherschützer und YouTuber Louis Rossmann Klage gegen Samsung im Travis County, Texas, eingereicht. Der Streit dreht sich um eine 4TB 990 Pro SSD, die innerhalb der fünfjährigen Garantiezeit (2.400 TBW) ausfiel.
Die Sache eskalierte, als Samsung das Laufwerk nach einer angeblichen Reparatur an den Besitzer zurückschickte – angeblich in einwandfreiem Zustand. Tests zeigten jedoch: Die SSD erreichte nur noch Schreibgeschwindigkeiten zwischen 40 und 60 MB/s, bevor sie komplett den Geist aufgab. Samsung verweigerte daraufhin den Austausch mit Verweis auf eine globale Speicherknappheit und bot stattdessen eine Rückerstattung des ursprünglichen Kaufpreises von 330 Euro an.
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Rossmann konterte: Das gleiche Laufwerk ist bei Drittanbietern wie Amazon derzeit für rund 950 Euro erhältlich. Die Klage stützt sich auf eine Klausel in Samsungs Garantiebedingungen: Ist ein Ersatz nicht verfügbar, soll der Hersteller den aktuellen Marktwert erstatten. Rossmann gab Samsung 60 Tage Zeit, entweder ein Ersatzgerät oder eine marktgerechte Entschädigung zu liefern – dann folgte die Klage.
Sicherheitslücke: AMD verweigert Kopfgeld
Doch nicht nur bei Garantiefällen gibt es Ärger. Mitte Juni 2026 wurde bekannt, dass AMD einem Sicherheitsforscher ein ausgelobtes Kopfgeld von 10.000 Euro verweigerte. Der Forscher hatte eine kritische Schwachstelle in der Auto-Update-Software des Herstellers entdeckt. AMD schloss das Leck zwar nach 124 Tagen – zahlte aber nicht.
BIOS-Updates bringen Leistungsschub
Weniger konfliktträchtig: Die Mainboard-Hersteller ASUS und MSI rollen im Juni 2026 BIOS-Updates für bestehende AM5-Plattformen aus. Sie bringen Unterstützung für AMD EXPO Ultra Low Latency auf 600er-Mainboards – eine Funktion, die bisher den 800er-Serien vorbehalten war. MSI setzt auf AGESA-Version 1.3.0.1b, ASUS hat ein Beta-BIOS für bestimmte X670-Modelle veröffentlicht. AMD verspricht durch die Latenzoptimierungen eine Leistungssteigerung von rund vier Prozent bei Spielen.
