AMD, EPYC

AMD EPYC 9965: 2,37-mal schneller als Nvidias Vera-Chip

11.06.2026 - 10:54:51 | boerse-global.de

AMDs neue EPYC-Chips zeigen in Benchmarks deutliche Leistungsvorsprünge bei KI-Workloads gegenüber Nvidia und Intel.

AMD EPYC-Prozessoren: Neue KI-Benchmarks übertreffen Nvidia und Intel
AMD - A glowing server rack with blue and purple lights, symbolizing high-density computing for AI with AMD EPYC processors. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Chip-Hersteller AMD hat neue Leistungsdaten seiner Server-Prozessoren veröffentlicht und positioniert sich damit als führende Lösung für KI-Workloads. Die aktuellen und kommenden EPYC-Chips sollen Nvidia und Intel deutlich hinter sich lassen.

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Turin und Venice: Die neue Generation im Vergleich

Die am 9. Juni veröffentlichten Benchmarks zeigen beeindruckende Zahlen: Der EPYC 9965 mit 192 Kernen auf Basis der Zen-5-Architektur (Codename „Turin") erreicht in einem 100-Kilowatt-Rack die 2,37-fache Durchsatzleistung des 88-Kern-Nvidia-Vera-Chips. Gegenüber dem 128-Kern-Intel-Xeon-6980P beträgt der Vorsprung das 1,6-Fache.

Noch ambitionierter sind die Prognosen für die kommende Zen-6-Architektur mit dem Codenamen „Venice". Dieser Prozessor, der bis zu 256 Kerne bieten soll, wird voraussichtlich die 3,3-fache Rack-Leistung von Nvidia Vera erreichen. Die Venice-Chips befinden sich bereits in der Produktion, der Marktstart ist für dieses Jahr geplant.

Als Vergleichsmaßstab dienten etablierte Industrie-Benchmarks wie SPEC CPU 2017, SPECjbb2015, NGINX, Redis und Memcached. AMD betont, dass eine hohe Kerndichte bei begrenztem Stromverbrauch entscheidend für den Durchsatz in KI-Umgebungen sei.

Kerndichte als Trumpf

Die Kernanzahl pro Rack ist ein zentrales Argument: Die Turin-Architektur ermöglicht über 27.000 x86-Kerne pro 100-kW-Rack, Venice soll sogar die 36.000er-Marke knacken. Nvidias Vera-Systeme kommen laut AMD auf rund 22.500 Kerne.

Doch auch bei der Leistung pro Kern kann AMD punkten: Ein 64-Kern-Venice-Chip soll 27 Prozent höhere Pro-Kern-Leistung bieten als der 88-Kern-Nvidia-Vera. Eine 96-Kern-Variante läge immer noch elf Prozent vorn.

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Allerdings: Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die tatsächliche Leistung im Einsatz variieren kann. Nvidias proprietäre NVLink-Verbindung könnte bei bestimmten KI-Workloads Vorteile bieten.

Photonisches Netzwerk in Großbritannien

Parallel zu den Chip-Ankündigungen vermeldeten AMD und Oriole Networks den Aufbau eines photonischen KI-Netzwerks im ARIA Scaling Inference Lab in Großbritannien. Das 50-Millionen-Pfund-Projekt ersetzt herkömmliche elektronische Switches durch optische Schalttechnik.

Die Ergebnisse sind beachtlich: Der Stromverbrauch des Kernnetzwerks sank um 81 Prozent, die GPU-Leerlaufzeit konnte von 60 auf unter ein Prozent gedrückt werden. Für große KI-Inferenzaufgaben schafft das eine völlig neue Effizienz.

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