AMD, Allianz

AMD baut Allianz mit Samsung und Naver für KI-Offensive

24.05.2026 - 10:50:52 | boerse-global.de

AMD sichert sich mit Samsung HBM4-Speicher und optimiert mit Naver KI-Software für den Wettbewerb.

AMD baut Allianz mit Samsung und Naver für KI-Offensive - Foto: über boerse-global.de
AMD baut Allianz mit Samsung und Naver für KI-Offensive - Foto: über boerse-global.de

Der US-Chiphersteller AMD schmiedet ein strategisches Bündnis mit Samsung und Naver, um im boomenden KI-Markt aufzuholen. Im Zentrum stehen modernste Speicherchips und optimierte Rechenzentren.

Die Partnerschaften, die im Frühjahr 2026 besiegelt wurden, zielen darauf ab, die Lieferkette für KI-Hardware zu sichern und gleichzeitig die Software-Umgebungen für große Sprachmodelle zu optimieren. Mit dieser Allianz fordert AMD die etablierte Konkurrenz im Bereich der KI-Rechenzentren heraus.

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Samsung als Schlüssellieferant für HBM4-Speicher

Bereits im März 2026 unterzeichneten AMD und Samsung Electronics eine Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit. Kernstück ist die Lieferung der sechsten Generation von High Bandwidth Memory (HBM4). Samsung wird demnach der Hauptlieferant für AMDs kommende Instinct MI455X-Grafikprozessoren sein. Diese Beschleuniger, die auf der CDNA5-Architektur basieren, sind für die enormen Datenmengen ausgelegt, die moderne KI-Anwendungen benötigen.

Die Partnerschaft umfasst zudem optimierte Server-DRAMs. Samsung liefert speziell angepasste DDR5-Lösungen für AMDs sechste EPYC-Prozessor-Generation mit dem Codenamen „Venice“. Diese Komponenten fließen in die AMD-Helios-Plattform, die als Antwort auf die hohen Anforderungen der KI-Infrastruktur konzipiert ist.

Technische Daten zeigen: Samsungs HBM4 wird in einem 10-Nanometer-DRAM-Verfahren gefertigt und erreicht Bandbreiten von rund 3,3 Terabyte pro Sekunde. Branchenbeobachter sehen in der Allianz eine doppelte Strategie: AMD sichert sich kritische Komponenten in Zeiten volatiler Lieferketten, während Samsung seine Position im KI-Beschleunigermarkt ausbaut.

Naver-Partnerschaft für hyperscale KI-Infrastruktur

Parallel zum Hardware-Deal mit Samsung schloss AMD eine strategische Partnerschaft mit Naver, Südkoreas führendem Internetkonzern. Ziel ist der Aufbau einer Hochleistungs-GPU-Umgebung für Navers hauseigenes Sprachmodell HyperCLOVA X. Durch die Feinabstimmung von AMDs Hardware auf Navers Software-Anforderungen sollen Effizienz und Stabilität der KI-Dienste verbessert werden.

Im Fokus steht Navers Hyperscale-Rechenzentrum Gak Sejong in der Stadt Sejong. Die Anlage ist für eine Leistung von bis zu 270 Megawatt ausgelegt – genug, um AMDs nächste Instinct-GPUs und EPYC-Prozessoren zu beherbergen. Naver verfolgt damit eine breitere Strategie: Die Abhängigkeit von einem einzigen Hardware-Anbieter soll reduziert werden.

Die Vereinbarung umfasst auch die Bereitstellung von Rechenressourcen für akademische Forscher. Ziel ist ein offenes KI-Ökosystem, das unabhängig von spezifischer Hardware funktioniert.

Wackelt TSMCs Dominanz? AMD prüft Samsung Foundry

Ein besonders spannender Aspekt: AMD erwägt offenbar, Samsung Foundry als zusätzlichen oder alternativen Fertigungspartner zu nutzen. Bisher verlässt sich der Chip-Entwickler bei seinen modernsten Logikchips auf den taiwanesischen Marktführer TSMC. Branchenkreisen zufolge könnte Samsung seine Position als HBM4-Lieferant nutzen, um auch Aufträge für die Chip-Fertigung an Land zu ziehen.

Samsungs Foundry-Geschäft erholt sich: Die Auslastung der fortschrittlichen Fertigungslinien liegt bei rund 80 Prozent, getrieben durch die Produktion von HBM4-Basis-Dies und neuen 4-Nanometer-Projekten. AMDs Interesse an einer Diversifizierung spiegelt einen breiteren Trend wider: Die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller gilt zunehmend als Risiko.

Analysten verweisen auf Samsungs Gate-All-Around (GAA)-Transistor-Architektur, die bei 3-Nanometer erstmals zum Einsatz kommt. Diese Technologie verspricht Vorteile bei Energieeffizienz und Leistung – entscheidende Faktoren für KI-Beschleuniger der nächsten Generation.

Marktdynamik und strategische Bedeutung

Die Allianz fällt in eine Phase intensiven Wettbewerbs im KI-Halbleitermarkt. Fortschrittliche Fertigungsknoten (5 Nanometer und darunter) machen inzwischen rund 60 Prozent aller Chip-Lieferungen aus – angetrieben durch massive Investitionen in KI-Infrastruktur.

AMD verfolgt mit den südkoreanischen Partnern eine „Total-Solution“-Strategie. Durch die Integration von Samsungs Speicher und Fertigung mit Navers Software-Kompetenz und Rechenzentrums-Kapazität entsteht ein vertikal integriertes Angebot. Das ist besonders relevant, da auch die Konkurrenz versucht, sich durch direkte Partnerschaften mit Speicherherstellern Lieferketten zu sichern.

Die Zusammenarbeit adressiert zudem das „Memory Wall“-Problem – den Leistungsengpass zwischen Prozessorgeschwindigkeit und Speicherbandbreite. Die frühe Einführung von HBM4 für die MI455X-GPU ist eine direkte Antwort darauf.

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Ausblick: Helios-Plattform als Gradmesser

In der zweiten Jahreshälfte 2026 und 2027 sollen die Ergebnisse der Partnerschaften in der großflächigen Auslieferung der AMD-Helios-Plattform sichtbar werden. Die erfolgreiche Integration von HBM4 in den Instinct MI455X wird ein entscheidender Meilenstein sein.

Die Zusammenarbeit mit Naver könnte als Blaupause für künftige Kooperationen zwischen Hardware-Anbietern und regionalen KI-Entwicklern dienen. Naver baut sein Rechenzentrum Gak Sejong weiter aus – mit zusätzlicher Kapazität für 2027.

Für Samsung ist die AMD-Partnerschaft ein wichtiges Gütesiegel für die HBM4-Technologie. Sollten die Gespräche über Foundry-Dienstleistungen tatsächlich zur Massenproduktion von AMD-Logikchips in Samsung-Fabriken führen, wäre das eine Zeitenwende in der Halbleiterindustrie. Die Machtverhältnisse unter den weltweit führenden Chip-Fertigern könnten sich dann grundlegend verschieben.

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