AMCA-Kampfjet: Rolls-Royce bietet volle IP-Kontrolle für Triebwerk
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Indien und Großbritannien stehen kurz vor der Unterzeichnung zweier zwischenstaatlicher Abkommen, die die militärtechnische Zusammenarbeit beider Länder in der Schiffsantriebstechnik und Raketenproduktion vertiefen sollen. Die beiden Regierungsabkommen betreffen den elektrischen Antrieb für Schiffe der indischen Marine sowie die Produktion von Martlet-Leichtraketen.
Elektrischer Antrieb für neue Landungsschiffe
Im Zentrum der Vereinbarungen steht der integrierte vollelektrische Antrieb, bekannt unter dem Kürzel IFEP, der für vier amphibische Landungsschiffe (LPDs) der indischen Marine vorgesehen ist. Die Schiffe sollen in einer indischen Werft gebaut werden und die INS Jalashwa ersetzen, die derzeit als Landungsschiff der Marine im Einsatz ist.
Parallel dazu arbeitet der US-amerikanische Technologiekonzern GE Vernova mit dem indischen Staatsunternehmen BHEL am Aufbau des ersten landgestützten IFEP-Testzentrums in Indien. Grundlage dafür ist eine Absichtserklärung, die beide Seiten am 28. November 2024 in Portsmouth unterzeichnet hatten. Das Testzentrum soll die technologische Basis für die spätere Serienfertigung des elektrischen Antriebssystems in Indien schaffen.
Martlet-Raketen als zweite Säule
Neben dem Marineprojekt sieht das zweite Abkommen die Produktion von Martlet-Leichtraketen (LMM) vor. Details zum Produktionsort und -umfang wurden bislang nicht bekannt gegeben, doch die Aufnahme in das Paket der zwischenstaatlichen Vereinbarungen unterstreicht den Anspruch beider Länder, die Rüstungskooperation über einzelne Projekte hinaus zu institutionalisieren.
Angebot für Kampfjet-Triebwerk
Wer die Verhandlungen um das AMCA-Triebwerk verfolgt, sieht: Volle IP-Kontrolle ist der neue Maßstab. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie solche Konditionen für Ihre eigenen Projekte durchsetzen – von der Vertragsstruktur bis zur Durchsetzung. Jetzt kostenlosen IP-Leitfaden anfordern
Die Gespräche zwischen Neu-Delhi und London reichen über die beiden unmittelbar bevorstehenden Abkommen hinaus. Großbritannien hat Indien für das Triebwerk des geplanten Kampfjets AMCA die volle Kontrolle über die geistigen Eigentumsrechte angeboten.
Rolls-Royce arbeitet dabei mit dem indischen Mischkonzern Reliance zusammen, wie Stand 14. August bekannt wurde. Nach dem vorgelegten Zeitplan soll die Kernprüfung des Triebwerks 2030 erfolgen, der Erstflug 2034 stattfinden und die Produktion 2036 anlaufen – vorausgesetzt, der Deal kommt bis Ende 2026 zustande.
Indien wägt derzeit Angebote von Rolls-Royce und dem französischen Triebwerksbauer Safran für das AMCA-Mk2-Triebwerk ab. Das Projektvolumen wird mit rund 6 Milliarden US-Dollar beziffert, angestrebt wird ein Schub von etwa 120 Kilonewton.
Safran wiederum kooperiert mit dem indischen Forschungsinstitut GTRE an diesem Vorhaben. Die ersten Varianten des AMCA sollen zunächst mit dem Triebwerk GE F414 des US-Herstellers General Electric ausgestattet werden.
Einordnung in die Marinestrategie
Bis Ende 2026 muss der AMCA-Triebwerksdeal stehen – ein Zeitfenster, das auch für andere Rüstungsprojekte richtungsweisend ist. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, sichert sich langfristig die Technologiehoheit. Dieser Report liefert die entscheidenden Strategien für souveräne Beschaffung. Report zur Technologiesouveränität jetzt sichern
Die Vereinbarungen mit Großbritannien fügen sich in die längerfristigen Ausbaupläne der indischen Marine ein, die bis 2035 eine Flotte von 200 Schiffen anstrebt. Flankiert wird die Kooperation durch das Freihandelsabkommen zwischen Indien und Großbritannien, das seit dem 15. Juli 2026 in Kraft ist und den wirtschaftlichen Rahmen für die vertiefte Rüstungszusammenarbeit beider Länder bildet.
Ein konkretes Datum für die Unterzeichnung der beiden zwischenstaatlichen Abkommen zu Schiffsantrieb und Martlet-Raketen wurde bislang nicht genannt.
