Amália: Portugal startet Open-Source-KI für digitale Unabhängigkeit
02.07.2026 - 22:38:19 | boerse-global.de
Juli 2026 sein erstes nationales Open-Source-Sprachmodell vorgestellt. Die Künstliche Intelligenz namens „Amália“ soll die öffentliche Verwaltung modernisieren und die digitale Unabhängigkeit des Landes stärken.
Entwickelt wurde das Modell von einem Konsortium aus über 60 Forschern führender Hochschulen – darunter das Instituto Superior Técnico (IST) der Universität Lissabon, die NOVA-Universität sowie die Universitäten Coimbra, Minho und Porto. Die 18-monatige Entwicklungsphase wurde mit 5,5 Millionen Euro aus EU-Wiederaufbaumitteln finanziert.
Maßgeschneidert für europäisches Portugiesisch
Premierminister Luís Montenegro betonte bei der Vorstellung, dass Europas strategische Autonomie eng mit seinen Fähigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz verknüpft sei. Die Regierung versteht „Amália“ als souveränes Werkzeug, das speziell auf die Nuancen der portugiesischen Sprache zugeschnitten ist – insbesondere in juristischen und administrativen Kontexten, in denen globale Modelle oft an Präzision vermissen lassen.
Die technische Basis bildet die EuroLLM-9B-Architektur. Das Modell ist vollständig überprüfbar und entspricht den europäischen Datenschutzprinzipien sowie dem EU AI Act. Für den Betrieb greift das Projekt auf die Hochleistungsrechner Deucalion und MareNostrum 5 zurück. Ein neues Portal namens IA.gov unterstützt das gesamte Ökosystem.
Breite Anwendung in Verwaltung und Militär
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„Amália“ ist für vielfältige Einsatzbereiche im öffentlichen Sektor vorgesehen. Zu den ersten Anwendungen zählen:
- Öffentliche Verwaltung: Ein digitaler Assistent für die Plattform Gov.pt, der Bürgern bei Behördengängen hilft
- Bildung: Einsatz als digitaler Tutor zur Unterstützung des Unterrichts
- Kultur: Virtuelle Führungen durch nationale Museen
- Verteidigung: Entscheidungsunterstützung für die portugiesische Marine
Der offene Quellcode ermöglicht es Forschern und öffentlichen Einrichtungen, die Technologie an spezifische Verwaltungsaufgaben anzupassen – ohne dass Daten die nationale Infrastruktur verlassen.
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Ausbau bis 2027 geplant
Die portugiesische Regierung hat bereits weitere 1,5 Millionen Euro für die nächste Projektphase bewilligt. Bis 2027 soll „Amália“ von derzeit neun auf 22 Milliarden Parameter erweitert werden. Das verspricht deutlich bessere Analysefähigkeiten und eine höhere Leistungsfähigkeit für komplexe Verwaltungsaufgaben – stets mit Fokus auf die sprachlichen Besonderheiten des europäischen Portugiesisch.
