Alzheimer-Therapie mit ECP: 78 Prozent verbesserten sich nach sechs Monaten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deKlinische Untersuchungen zeigen, dass die externe Gegenpulsation (ECP), ein etabliertes Verfahren aus der Kardiologie, bei Patienten mit früher Alzheimer-Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen die Gedächtnis- und Denkleistung verbessern kann.
Die Methode setzt an der Durchblutung des Gehirns an, die bei Demenzerkrankungen in manchen Regionen um bis zu 50% reduziert sein kann. Durch die Förderung des Blutkreislaufs soll ECP diesen Mangelerscheinungen entgegenwirken.
Ergebnisse der randomisierten Multicenter-Studie
In einer im Fachjournal American Journal of Alzheimer's Disease & Other Dementias publizierten randomisierten und verblindeten Multicenter-Studie wurden 190 Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder früher Alzheimer-Demenz untersucht.
Nach sechs Monaten verbesserten sich 78% der Patienten gegenüber ihrer persönlichen Baseline. Auf kognitiven Standardskalen verzeichneten die Teilnehmenden durchschnittlich ein Plus von 5 Punkten. Laut Hauptautor Jack Juni von Renew Research entspricht dieser Zuwachs etwa 1-2 Jahren an zuvor verlorener kognitiver Funktion.
Bei den Messwerten erzielte die Behandlung signifikante Unterschiede: Bei der Skala ADCS-ADL lag die Veränderung bei 2,57 im Vergleich zu -0,49 in der Kontrollgruppe (p=0,036). Im Test VADAS-cog lag der Wert bei 9,95 gegenüber 5,22 (p=0,005).
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Volldruck-Therapie und Protokoll
Das Untersuchungsprotokoll umfasste zunächst 35 Sitzungen, die drei- bis fünfmal wöchentlich über jeweils eine Stunde durchgeführt wurden. Daran schlossen sich bis zum Ablauf von sechs Monaten zwei Sitzungen pro Woche an. Die Nachbeobachtung der Probanden erstreckte sich bis zur 52. Woche.
Im Rahmen der Studie erhielt die Volldruck-Gruppe eine herzsynchronisierte Gegenpulsation mit 150-300 mmHg. Die Schein-Gruppe wurde mit rund 25 mmHg ohne Herzsynchronisation behandelt und wies geringere Verbesserungen auf.
In der Volldruck-Gruppe zeigten 84% der Behandelten während der sechsmonatigen Therapie Verbesserungen. Sechs Monate nach dem Ende der Intervention lagen die Werte bei 75% der Behandelten weiterhin über dem Niveau zu Studienbeginn.
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Zulassungsstatus und methodische Einordnung
Die regulatorische Einordnung des Verfahrens unterscheidet sich international deutlich. In den USA ist die externe Gegenpulsation durch die FDA für kardiovaskuläre Indikationen wie Brustschmerz, akuten Myokardinfarkt und kongestive Herzinsuffizienz zugelassen, bislang jedoch nicht für die Behandlung von Alzheimer.
Eine entsprechende FDA-Zulassung steht derzeit aus. In der Europäischen Union ist das System Renew Cerezen ECP hingegen bereits für leichte kognitive Beeinträchtigungen infolge von Alzheimer sowie für milde Alzheimer-Krankheit zertifiziert.
Gleichzeitig verweisen Fachleute auf Einschränkungen der aktuellen Datenlage. Die Studie wurde von Renew Research finanziert, dem Eigentümer des Geräts Renew Cerezen ECP, weshalb unabhängige Bestätigungen erforderlich sind.
Zudem erfolgte die Diagnose der Teilnehmenden rein klinisch und nicht über Blutbiomarker. Die ermittelten Quoten belegen weder eine Heilung noch das Aufhalten des grundlegenden Alzheimer-Verlaufs, weshalb breitere Langzeitstudien als notwendig eingestuft werden.
