Alzheimer-Therapie: Lecanemab-Pen verzögert Abbau um 27 Prozent
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung der frühen Alzheimer-Krankheit erfährt durch neue Verabreichungsformen eine schrittweise Umstellung von rein klinischen Infusionen hin zu flexibleren Anwendungen.
Mit der behördlichen Genehmigung für den sogenannten Leqembi-Pen (Lecanemab) haben die Kooperationspartner Biogen und Eisai am 16. September 2026 die Zulassung für eine subkutane Darreichungsform in Japan erhalten. Nach den USA und China ist Japan damit das dritte Land, das diese Option zur Verfügung stellt.
Neue Verabreichungsform und Voraussetzungen für die Heimanwendung
Das neu zugelassene System sieht vor, dass Patientinnen und Patienten oder deren Angehörige den Wirkstoff wöchentlich mit einer Dosis von 500 mg subkutan verabreichen. Dies erfolgt über zwei Pens und nimmt pro Dosis etwa 15 Sekunden in Anspruch. Bislang erforderte das Standardregime für Lecanemab alle zwei Wochen eine intravenöse Infusion in einem klinischen Umfeld. Der Autoinjektor ergänzt dieses bestehende intravenöse Schema.
Vor einem Beginn der eigenständigen Heimanwendung gelten in Japan regulatorische Vorgaben: Die ersten Verabreichungen müssen unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Eine reguläre Selbstverabreichung im häuslichen Umfeld setzt zudem die offizielle Aufnahme in die japanische Injektionsliste voraus. Dieser versicherungsrechtliche Schritt erfolgt im Regelfall innerhalb von 60 Tagen nach der erteilten Zulassung.
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Klinische Datenbasis und Sicherheitsprofil
Die Genehmigung der subkutanen Verabreichungsform stützt sich auf Ergebnisse der 18-monatigen Phase-3-Studie Clarity-AD mit 1.795 Teilnehmenden, die an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) oder einer milden Form der Alzheimer-Krankheit litten, sowie auf subkutane Teilstudien der Verlängerungsphase.
In der Clarity-AD-Studie verlangsamte die intravenöse Gabe von Lecanemab die Verschlechterung auf der klinischen Demenzskala CDR-SB nach 18 Monaten im Vergleich zu Placebo um 27 Prozent.
Der Punktwert lag bei 1,21 Punkten in der Behandlungsgruppe gegenüber 1,66 Punkten unter Placebo, was einer Differenz von 0,45 Punkten entspricht. Die Auswertungen der subkutanen Extension belegten eine vergleichbare Arzneimittelexposition sowie ein ähnliches Sicherheitsprofil.
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Die Rate systemischer Injektions- und Infusionsreaktionen lag bei der subkutanen Anwendung bei 1,4 Prozent. Unverändert bleibt die Sicherheitsvorgabe für begleitende Magnetresonanztomografien (MRT): Untersuchungen zur Kontrolle auf ARIA-E und ARIA-H sind weiterhin vor sowie nach dem Beginn der Therapie zwingend vorgeschrieben.
Wirtschaftliche Entwicklung des Präparats
Im Zuge der Ausweitung der Anwendungsformen gewinnt Lecanemab auch für die Geschäftsentwicklung an Gewicht. Nach Angaben von Biogen beliefen sich die weltweiten Erlöse mit Leqembi im zweiten Quartal 2026 auf 184 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquarter und einem Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Den größten Anteil machten die USA mit 97 Millionen US-Dollar aus.
Biogens eigener Kooperationsumsatz im Bereich Alzheimer belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 63,7 Millionen US-Dollar, verglichen mit 54,9 Millionen US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das gesamte Wachstumsportfolio des Unternehmens stieg im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 1,06 Milliarden US-Dollar und übertraf damit das Portfolio für Multiple Sklerose, das einen Umsatz von 767 Millionen US-Dollar verzeichnete.
