Alzheimer-Therapie, Blut-Proteine

Alzheimer-Therapie: Blut-Proteine C1q und C3 zeigen Behandlungserfolg an

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien aus Südkorea verknüpfen Blutproteine mit dem Ansprechen auf Lecanemab und zeigen den Einfluss von Bluthochdruck auf Biomarkerverläufe.

Alzheimer-Therapie: Blutmarker zeigen Wirkung und Risiken
Laborausstattung mit Zentrifuge und Reagenzgläsern in einer klinischen Umgebung zur medizinischen Analyse. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz von Antikörpertherapien wie Lecanemab markiert einen Wendepunkt in der Behandlung der frühen Alzheimer-Krankheit. Da die Wirksamkeit und die Sicherheit dieser Therapien individuell stark variieren, rücken blutbasierte Biomarker zunehmend in den Fokus der klinischen Forschung.

Aktuelle Analysen aus südkoreanischen Klinikeinrichtungen liefern nun detaillierte Erkenntnisse darüber, wie spezifische Proteine im Blut das Ansprechen auf die Behandlung sowie das Risiko für Nebenwirkungen bereits im Vorfeld anzeigen können.

Immunproteine als Prädiktoren für Therapieerfolg und Nebenwirkungen

Eine retrospektive Analyse von Real-World-Daten am Seoul St. Mary’s Hospital (Catholic University of Korea) untersuchte den klinischen Verlauf von 62 Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit unter Lecanemab-Therapie. Unter der Leitung von Kang Dong-woo und dem Erstautor Byun Ki-hwan konzentrierte sich die Untersuchung auf Blut-Immunproteine, insbesondere die Komplementkomponenten C1q und C3.

Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Alzheimer's & Dementia: TRCI veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass diese Proteine als Indikatoren für den Therapieerfolg dienen können.

Bei 34 Patienten, deren Amyloid-PET-Status vor Behandlungsbeginn und nach 26 Wochen erfasst wurde, sank der mittlere Centiloid-Wert von initial 67,8 auf 38,1. Dies entspricht einem durchschnittlichen Rückgang von 29,7 Centiloiden beziehungsweise 43,8 % des Ausgangswerts.

Die Analyse zeigte laut den Berichten vom September 2026, dass höhere C1q-Werte vor dem Start der Therapie mit einem geringeren Abbau von Amyloid-Plaques assoziierte waren. Dieser Zusammenhang blieb auch nach der Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, dem ursprünglichen Amyloid-Level und dem APOE ?4-Status bestehen.

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Zusammenhang zwischen Komplementwerten und Sicherheitsrisiken

Neben der Wirksamkeit lieferte die Studie des Seoul St. Mary’s Hospital wichtige Daten zur Sicherheit der Antikörpertherapie. Ein zentraler Aspekt sind dabei die sogenannten ARIA-Ereignisse (Amyloid-related imaging abnormalities), die als bekannte Nebenwirkungen auftreten können. In der untersuchten Gruppe trat ARIA bei 7 von 62 Patienten auf, was einer Quote von 11,3 % entspricht. Davon wurden fünf Fälle als mild und zwei als moderat eingestuft.

Die Forscher stellten fest, dass niedrigere C3-Werte vor Behandlungsbeginn mit einem häufigeren Auftreten von ARIA korrelierten. Diese Erkenntnis könnte künftig dabei helfen, Patienten mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen frühzeitig zu identifizieren und die Überwachungsintervalle entsprechend anzupassen. Die Klinik verzeichnete im Rahmen ihrer therapeutischen Tätigkeit bis Mai 2026 insgesamt 200 Fälle von Antikörperbehandlungen.

Dynamik von p-tau217 und der Einfluss von Begleiterkrankungen

Parallel zu den Untersuchungen der Komplementproteine liefert eine prospektive Real-World-Studie des Korea University College of Medicine unter der Leitung von Sung Hoon Kang weitere Erkenntnisse zur Bedeutung des Biomarkers p-tau217. Diese Untersuchung umfasste 153 Lecanemab-Patienten, wobei für 81 Personen vollständige p-tau217-Messungen über einen Zeitraum von sechs Monaten sowie kognitive Nachbeobachtungen über zwölf Monate vorlagen.

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Wie die bereits im Sommer 2026 veröffentlichten Daten zeigen, sank die Plasma-Konzentration von p-tau217 signifikant ab dem dritten Monat der Behandlung. Der stärkste Rückgang wurde zwischen dem dritten und sechsten Monat verzeichnet, woraufhin die Werte ein Plateau erreichten. Die Studie identifizierte zwei unterschiedliche Verlaufsgruppen: Patienten mit einem starken Rückgang des Biomarkers und solche mit einer schwächeren Reaktion.

Ein signifikanter Unterschied zwischen diesen Gruppen zeigte sich im Hinblick auf vaskuläre Vorerkrankungen. In der Gruppe mit dem schwächeren p-tau217-Rückgang litten 42,3 % der Patienten unter Hypertonie, während dieser Anteil in der Gruppe mit starkem Rückgang lediglich bei 10,3 % lag.

Zudem unterschied sich der klinische Verlauf, gemessen am CDR-SB-Score, signifikant zwischen den beiden Gruppen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, systemische Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck stärker in die Bewertung des therapeutischen Potenzials von Alzheimer-Antikörpern einzubeziehen.

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de | wissenschaft | 70105386 |