Alzheimer-Test: Bluttest pTau217 erreicht 90% Genauigkeit
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 18:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Studien, die im Juli 2026 veröffentlicht wurden, liefern überraschende Einblicke in verborgene Zellnetzwerke, die Folgen von Leistungssport und neue Wege zur Früherkennung von Nervenerkrankungen.
Ungesehene Netzwerke im Gehirn entdeckt
Forschende der NYU Grossman School of Medicine haben ein bisher unbekanntes Netzwerk aus Sternzellen identifiziert. Die sogenannten Astrozyten wurden lange nur als Stützgewebe betrachtet. Die Daten von Melissa Cooper und Shane Liddelow zeigen jedoch: Die Zellen bilden separate, dynamische Verbände und verbinden aktiv verschiedene Hirnregionen.
Die Experimente an Mausmodellen belegen eine hohe Anpassungsfähigkeit. Wurden die Schnurrhaare der Tiere gekürzt, schrumpften die entsprechenden Astrozyten-Verbände. Der Neurobiologe David Lyons von der Universität Edinburgh spricht von einem „grundlegend wichtigen Fortschritt" für das Verständnis der neuronalen Kommunikation. Die Studie erscheint heute in der Fachzeitschrift Nature.
Profifußball hinterlässt Spuren im Gehirn
Die Schattenseiten des Spitzensports werden auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) deutlich. Forschende des Imperial College London verglichen 142 ehemalige Profifußballer mit einer Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sind alarmierend.
Bei den ehemaligen Spielern zeigte sich ein geringeres Volumen der grauen Substanz in den Frontal- und Cingulumbereichen sowie im Thalamus. Etwa zwei Prozent der untersuchten Sportler wiesen eine klinisch signifikante Atrophie auf. Die psychischen Folgen sind gravierend: 31 Prozent der Ex-Profis leiden unter Depressionen – in der Kontrollgruppe sind es nur neun Prozent. Angstzustände treten bei 42 Prozent der Sportler auf, verglichen mit 25 Prozent der Nicht-Sportler.
Das Gehirn arbeitet asynchron
Wie verarbeitet das Gehirn mehrere Informationen gleichzeitig? Eine Studie des Beckman Institute, veröffentlicht am 10. Juli in PNAS, liefert Antworten. Mittels simultaner EEG-fMRI-Messungen an 443 Teilnehmenden belegten die Forscher: Das Gehirn verarbeitet mehrere asynchrone Informationsströme parallel. Diese Erkenntnis könnte den Weg für kostengünstigere Diagnostikverfahren ebnen.
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Neuer Biomarker für ADHS entdeckt
Eine internationale Studie in Biological Psychiatry identifizierte einen neuen Biomarker für ADHS. Bei 169 Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren korrelierten niedrigere Kurtosis-Anisotropie-Werte im Cingulum des limbischen Systems mit dem Schweregrad der Symptome. Das Merkmal blieb über die gesamte Adoleszenz hinweg stabil.
Bluttests für Alzheimer werden alltagstauglich
In der Europäischen Union sind seit Juli 2026 Bluttests auf das Protein pTau217 im klinischen Einsatz. Hersteller wie Roche und Beckman Coulter bieten die Tests an. Sie erreichen eine Genauigkeit von über 90 Prozent – bei Kosten zwischen 100 und 150 Euro.
Hoffnung für Hirntumor-Patienten
Eine Phase-I-Studie in Nature Cancer liefert hoffnungsvolle Ergebnisse. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg entwickelten einen Peptidimpfstoff gegen die IDH1-Mutation bei Gliomen. Getestet wurde er an 33 Patienten. Nach acht Jahren lebten noch 66 Prozent der Teilnehmenden – die übliche mediane Überlebenszeit liegt bei dieser Erkrankung zwischen 2,5 und 5 Jahren. Eine Phase-II-Studie ist für 2027 geplant.
Omega-3 enttäuscht, Bewegung überzeugt
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Zur Prävention von Alzheimer zeigen Daten vom 9. Juli ein differenziertes Bild. Die tägliche Einnahme von 2000 mg DHA steigerte zwar die Konzentration im Gehirn um 17 Prozent. Bei den 365 Probanden mit Alzheimer-Risiko konnte jedoch keine Verbesserung der kognitiven Leistung oder eine Verlangsamung des Hippocampus-Schwunds festgestellt werden.
Andere Untersuchungen machen Hoffnung: SGLT2-Hemmer senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Und bereits 3.000 Schritte täglich verlangsamen die Ablagerung von Tau-Proteinen.
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