Alzheimer, Shingrix-Impfung

Alzheimer: Shingrix-Impfung senkt Demenzrisiko um 24 Prozent

30.06.2026 - 22:31:10 | boerse-global.de

Brown-University-Studie zeigt 24 Prozent geringeres Demenzrisiko durch Shingrix. Experten fordern weitere Forschung.

Shingrix-Impfung: Neuer Studie zufolge Schutz vor Demenz?
Alzheimer - Nahaufnahme der Hände eines Arztes, der einen Patienten impft, mit dem Fokus auf die Nadel und den Arm. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher fanden einen deutlichen Zusammenhang mit geringeren Demenzraten.

Schutz durch Impfung – oder nicht?

Die im Juni 2026 in den „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von über 500.000 Teilnehmern aus. Ergebnis: Die Impfung mit Shingrix senkte das Demenzrisiko um 24 Prozent. Die Forscher vermuten, dass die Reduktion von Entzündungsprozessen eine Schlüsselrolle spielt.

Doch die Wissenschaft ist sich uneinig. Eine zeitgleich durchgeführte Replikationsstudie aus England fand keinen signifikanten Effekt. Experten fordern deshalb weitere Untersuchungen, um die genauen Mechanismen zu klären.

Diabetes-Medikamente als Demenz-Bremse

Auch andere Wirkstoffe zeigen überraschendes Potenzial. Daten des National Institutes of Health (NIH) legen nahe: SGLT2-Inhibitoren könnten das Alzheimerrisiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Beide werden primär in der Diabetestherapie eingesetzt.

Seit Juni 2026 sind zudem zwei neue Antikörper-Therapien verfügbar: Lecanemab und Donanemab. Sie zielen gezielt auf Amyloid-Plaques im Gehirn. In Deutschland kommen schätzungsweise 120.000 der rund 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten für diese Behandlungen infrage. Die volkswirtschaftliche Bedeutung ist immens: Die jährlichen Kosten für Demenzerkrankungen liegen bei über 80 Milliarden Euro.

KI erkennt Alzheimer Jahre vor Ausbruch

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Die Frühdiagnostik macht große Sprünge. KI-gestützte Netzhautscans können ein Alzheimer-Risiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen erkennen. Marktforscher prognostizieren für diesen Bereich ein Wachstum auf 9,4 Milliarden US-Dollar bis 2033.

Auch Bluttests werden präziser: Die Bestimmung des Proteins pTau217 erreicht mittlerweile eine Genauigkeit von über 90 Prozent.

Lebensstil als Risikofaktor

Neben der Medizin spielt der Alltag eine entscheidende Rolle. Langzeitstudien des Karolinska Institutet zeigen: Eine entzündungshemmende, mediterrane Ernährung senkt das Risiko um 30 Prozent. Hörgeräte korrelieren mit einer Risikosenkung von 23 Prozent.

Eine US-Studie mit über 90.000 Teilnehmern vom Juli 2026 förderte einen überraschenden Zusammenhang zutage: Wer aus Kostengründen auf Zahnarztbesuche verzichtet, hat ein erhöhtes Risiko für Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

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Nicht alles, was gut klingt, hilft auch. Hochdosiertes Omega-3 (DHA) zeigte in einer zweijährigen Studie keine kognitiven Verbesserungen. Schlimmer noch: Für das Supplement Glucosamin stellte eine Untersuchung vom Juni 2026 ein um 25 Prozent erhöhtes Demenzrisiko fest.

Auch bestimmte Medikamente stehen in der Kritik. Anticholinergika und Protonenpumpenhemmer werden mit einem gesteigerten Risiko von 54 beziehungsweise 44 Prozent in Verbindung gebracht.

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