Alzheimer, SGLT2-Inhibitoren

Alzheimer: SGLT2-Inhibitoren senken Risiko um 43 Prozent

22.06.2026 - 12:03:30 | boerse-global.de

Neue Studien zeigen: SGLT2-Hemmer senken Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Bluttests erkennen Krankheit mit über 90 Prozent Genauigkeit.

Demenz-Prävention: Diabetes-Medikamente und Bluttests als Schlüssel
Alzheimer - Hände eines Wissenschaftlers im Labor, der Flüssigkeit in ein Reagenzglas pipettiert, mit verschwommenen Laborgeräten im Hintergrund. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Medikamente, Früherkennung und Alltagsaktivitäten spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Diabetes-Medikamente schützen das Gehirn

Eine Langzeitstudie des NIH in der Fachzeitschrift JAMA liefert überraschende Ergebnisse. SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Die Forscher werteten Daten von 2014 bis 2023 aus.

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Auch eine Impfung gegen Gürtelrose zeigt positive Effekte. Bei über 500.000 Teilnehmern korrelierte sie mit einem um 24 Prozent geringeren Demenzrisiko.

Vorsicht ist dagegen bei Glucosamin geboten. Das Supplement erhöht laut einer Studie in Nature Metabolism das Alzheimer-Risiko bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung um 25 Prozent. Bei bereits Erkrankten steigt zudem das Fünf-Jahres-Sterberisiko.

Bluttests revolutionieren die Früherkennung

Die Diagnose von Alzheimer wird einfacher und schneller. Ein Bluttest von Roche und Eli Lilly weist den Biomarker p-Tau217 mit über 90-prozentiger Genauigkeit nach. Die CE-Kennzeichnung erfolgte bereits im Mai 2026.

Die Analyse auf der Sysmex-Plattform dauert nur 17 Minuten. Forscher der Washington University entwickelten zudem einen KI-gestützten Test mit 92,3 Prozent Genauigkeit. Diese Verfahren könnten künftig teure und aufwendige Diagnosen ersetzen.

Fischöl bringt keine Gedächtnisvorteile

Nahrungsergänzungsmittel enttäuschen in aktuellen Studien. Eine zweijährige Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Teilnehmern untersuchte täglich 2.000 mg DHA-Fischöl. Die DHA-Werte im Gehirn stiegen zwar um 17 Prozent – ein messbarer Nutzen für das Gedächtnis blieb aber aus.

Experten verweisen stattdessen auf die mediterrane Ernährung als wirksamere Prävention.

Kochen senkt das Demenzrisiko deutlich

Eine japanische Langzeitstudie mit 11.000 Teilnehmern über 65 Jahre zeigt: Regelmäßiges Kochen schützt das Gehirn. Mindestens einmal pro Woche zu kochen, senkt das Demenzrisiko bei Frauen um 27 Prozent, bei Männern um 23 Prozent. Besonders stark profitieren Menschen mit geringen Kochkenntnissen.

Demenzfälle könnten sich verdoppeln

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Die Prognosen sind alarmierend. Laut AOK Baden-Württemberg könnte sich die Zahl der Demenzfälle im Bundesland bis 2060 von knapp 150.000 auf bis zu 280.000 fast verdoppeln. Mit konsequenter Prävention ließe sich der Anstieg auf 170.000 bis 200.000 Fälle begrenzen – rund 36 Prozent wären vermeidbar.

Kommunen und Fachverbände reagieren. Das Kompetenzzentrum Demenz in Dresden bietet 2026 ein umfassendes Schulungsprogramm an. In Mannheim ist für den 29. Juni ein Informationsabend mit Demenz-Botschafter Hans-Jürg Liebert geplant. Das Musikinstrumentenmuseum Berlin veranstaltet am 24. Juli spezialisierte Museumsführungen.

Auch die Grundlagenforschung macht Fortschritte. An der Universität Osnabrück untersucht ein Team um Prof. Dr. Roland Brandt die Rolle von Tau-Oligomeren beim Zelltod. Ziel ist es, die Krankheitsentstehung an der Ursache zu stoppen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt das Projekt.

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