Alzheimer-Risiko, Diabetes

Alzheimer-Risiko bei Diabetes: Pilotstudie prüft 100 Patientenproben

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 01:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Pilotstudie mit 100 Patientenproben sucht Biomarker für kognitive Risiken; spätere Blut- und Gentests sind als Ziel vorgesehen.

Institut Pasteur de Tunis erforscht Gene und kognitiven Abbau bei Diabetes
Reagenzgläser in einem modernen medizinischen Labor zur Erforschung genetischer Biomarker. Illustration mit AI erstellt.

Die Zusammenhänge zwischen Stoffwechselerkrankungen und neurodegenerativen Prozessen rücken verstärkt in den Fokus der medizinischen Forschung. Bereits seit 2023 untersucht das Institut Pasteur de Tunis (IPT) die genetischen Faktoren, die einen kognitiven Abbau bei Diabetikern sowie eine mögliche Weiterentwicklung zu einer Alzheimer-Erkrankung erklären könnten.

Wissenschaftler gehen der Frage nach, warum bestimmte Patienten mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für den Verlust geistiger Fähigkeiten aufweisen und welche biologischen Mechanismen diese Anfälligkeit steuern.

Hohe Betroffenheit unter Diabetespatienten

Dass Stoffwechselstörungen die Funktion des Gehirns beeinträchtigen können, belegen wissenschaftliche Beobachtungen seit Längerem. Laut Rim Kefi, Genetikprofessorin am Institut Pasteur de Tunis, zeigen jüngere Studien, dass etwa 70 % der Menschen mit Diabetes von nachlassenden kognitiven Fähigkeiten betroffen sind.

Anzeige

Wer seinen Blutzucker stabilisieren und so die langfristigen Folgen einer Diabetes-Erkrankung mildern möchte, kann auf gezielte Bewegung setzen. Dieser Ratgeber stellt einfache Übungen vor, die sich ohne Aufwand in den Alltag integrieren lassen. 7 Übungen zur natürlichen Blutzuckersenkung kostenlos anfordern

Diese hohe Quote unterstreicht den Bedarf an präzisen diagnostischen Werkzeugen. Bislang ist jedoch unzureichend verstanden, warum der kognitive Verfall bei einigen Diabetikern rasch voranschreitet und in eine Alzheimer-Demenz übergeht, während andere Betroffene weitgehend verschont bleiben. Die genetische Disposition gilt dabei als ein zentraler Schlüssel, um die individuelle Verwundbarkeit besser zu verstehen.

Laufende Pilotstudie untersucht Biomarker

Um die biologischen Grundlagen dieses Phänomens zu entschlüsseln, hat das Institut Pasteur de Tunis eine Pilotstudie aufgesetzt. Diese Untersuchung umfasst 100 Proben von 100 Diabetespatienten. Das Forschungsteam analysiert das Probenmaterial gezielt auf Biomarker und Risikomarker, die Aufschluss über den funktionellen Zusammenhang und die individuelle Anfälligkeit für kognitive Defizite geben können.

Die Pilotphase ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Die Forscher planen, die Untersuchung nach Abschluss der ersten Auswertungen auf eine größere Kohorte beziehungsweise eine höhere Anzahl an Patienten auszuweiten, um statistisch belastbarere Daten zu gewinnen. Mit endgültigen Ergebnissen der Forschungsreihe wird in den kommenden Jahren gerechnet.

Anzeige

Neben der genetischen Veranlagung spielen auch messbare Blutwerte eine entscheidende Rolle für die allgemeine Gesundheit und Vorsorge. Dieser 25-seitige Leitfaden hilft dabei, Laborwerte richtig einzuordnen und potenzielle Mängel frühzeitig selbst zu erkennen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier herunterladen

Perspektiven für Früherkennung und Diagnostik

Die Identifizierung spezifischer genetischer Marker könnte die klinische Praxis nachhaltig verändern. Langfristig besteht das Ziel der wissenschaftlichen Arbeiten darin, neuartige Blut- und Gentests zur Früherkennung zu entwickeln.

Solche Tests könnten es Medizinern ermöglichen, Risikopatienten unter Menschen mit Diabetes frühzeitig zu identifizieren, noch bevor irreversible kognitive Schäden auftreten. Eine rechtzeitige Erfassung könnte zudem den Weg für gezieltere präventive oder therapeutische Interventionen ebnen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70187158 |