Alzheimer-Prävention, Statine

Alzheimer-Prävention: Statine senken Risiko um bis zu 63 Prozent

28.05.2026 - 21:19:04 | boerse-global.de

Hochdosierte Grippeimpfung, Statine und pflanzliche Kost senken laut aktuellen Studien das Alzheimer-Risiko deutlich.

Alzheimer-Prävention: Statine senken Risiko um bis zu 63 Prozent - Foto: über boerse-global.de
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Gleich mehrere Studien liefern neue Hinweise, wie sich das Risiko für die neurodegenerative Erkrankung senken lässt – und welche Faktoren es möglicherweise erhöhen.

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Hochdosierte Grippeimpfung zeigt überraschenden Schutz

Eine im Fachjournal Neurology veröffentlichte Studie vom 1. April 2026 deutet darauf hin, dass hochdosierte Grippeimpfungen einen stärkeren Schutz vor Alzheimer bieten könnten als Standardimpfungen. Die Forscher werteten Daten von rund 160.000 Senioren ab 65 Jahren aus. Besonders in den ersten 25 Monaten nach der Impfung zeigte sich ein deutlicher Risikorückgang. Auffällig: Der Schutzeffekt fiel bei Frauen stärker und länger anhaltend aus als bei Männern.

Parallel dazu rücken Cholesterinsenker weiter in den Fokus der Präventionsforschung. Eine Metaanalyse mit sieben Millionen Patienten, veröffentlicht im Januar 2025, ergab, dass Statine das Alzheimer-Risiko um bis zu 28 Prozent senken können – vorausgesetzt, der LDL-Cholesterinwert bleibt unter 70 mg/dL. Dabei schnitt Rosuvastatin mit einer Risikoreduktion von 28 Prozent besser ab als Atorvastatin mit elf Prozent. Besonders beeindruckend: Bei einer Einnahmedauer von über drei Jahren sank das Risiko um bis zu 63 Prozent. Die Therapie entfaltete ihre beste Wirkung, wenn sie vor dem 70. Lebensjahr begann. Weitere Ergebnisse erwartet die Fachwelt Ende 2026 von der PREVENTABLE-Studie, die derzeit 20.000 Teilnehmer ab 75 Jahren begleitet.

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Ernährung: Pflanzenkost schützt – aber nicht jede

Die Ernährungsforschung liefert ein differenziertes Bild. Eine Studie in Neurology vom 8. April 2026 mit knapp 93.000 Erwachsenen zeigt: Hochwertige pflanzliche Kost senkt das Demenzrisiko um sieben Prozent. Ungesunde pflanzliche Ernährung dagegen erhöht es um sechs Prozent. Wer von einer gesunden auf eine ungesunde pflanzliche Ernährung umsteigt, steigert sein Risiko sogar um 25 Prozent. Der umgekehrte Weg – hin zu gesünderer Kost – senkt es um elf Prozent.

Weitere Ernährungserkenntnisse im Überblick:

  • Eier als Schutzfaktor: Eine Studie im Journal of Nutrition mit 40.000 Teilnehmern über 15 Jahre zeigt: Wer mehr als fünf Eier pro Woche isst, senkt sein Alzheimer-Risiko um bis zu 27 Prozent. Bereits ein moderater Verzehr von zwei bis vier Eiern pro Woche ist mit einer Reduktion um 20 Prozent verbunden.
  • Omega-3 unter Verdacht: Eine fünfjährige Beobachtungsstudie mit 800 Personen zwischen 55 und 90 Jahren, veröffentlicht im Journal of Prevention of Alzheimer's Disease, legt nahe, dass Fischöl-Kapseln den kognitiven Abbau sogar beschleunigen könnten. Die Forscher stellten einen Rückgang der Glukoseverwertung im Gehirn fest und raten zu einer vorsichtigen Neubewertung dieser Nahrungsergänzungsmittel.

Neue Zellpopulation entdeckt – Hoffnung für die Therapie

Im Mai 2026 gelang Forschern der Oregon Health and Science University ein bedeutender Durchbruch: Sie identifizierten eine bislang unbekannte Zellpopulation im Gehirn von Alzheimer-Patienten. Mit einer neuartigen Bildgebungsmethode namens CODEX-CNS entdeckten sie sogenannte „human plaque-associated microglia" (HPAM). Diese Zellen sammeln sich um Amyloid-Beta-Plaques an und sind immunologisch aktiv. Die im Fachblatt Nature Neuroscience veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass sie eine Rolle bei der Beseitigung dieser schädlichen Ablagerungen spielen könnten.

Auch die Früherkennung macht Fortschritte. Eine Leipziger Studie mit 19.000 Menschen über 60 Jahren ergab, dass 40 Prozent die sogenannten „SCD-Plus"-Kriterien erfüllen. Subjektive Gedächtnisbeschwerden (Subjective Cognitive Decline, SCD) korrelieren häufig mit anderen Risikofaktoren wie Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen. Sie könnten als Frühwarnsystem für eine spätere Demenz dienen.

Soziale Netzwerke schützen – auch jüngere Patienten im Blick

Die Universität Krems wertete SHARE-Daten aus und fand: Menschen über 50 mit stabilen sozialen Netzwerken haben ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau und Demenz. Dieser Schutzeffekt zeigte sich unabhängig von Bildungsgrad, Gesundheitszustand oder Lebensstil.

Doch Alzheimer betrifft nicht nur Senioren. Die Hans-und-Ilse-Breuer-Stiftung berichtet, dass in Deutschland rund 100.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenz leben. Diese jüngeren Patienten haben oft einen langen Weg bis zur Diagnose. Die Stiftung hat daher aktualisierte Leitlinien veröffentlicht, um Betroffene früher zu unterstützen.

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