Alzheimer-Prävention, SGLT2-Hemmer

Alzheimer-Prävention: SGLT2-Hemmer senken Risiko um 43 Prozent

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 17:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

G-BA startet Studien zu Kaltplasma und kardiologischer Nachsorge. Neues Gesetz zu Teilkrankschreibungen verabschiedet.

Deutsches Gesundheitssystem: Reformen, Kaltplasma und Alzheimer-Studie
Ein Arzt betrachtet medizinische Daten auf einem Tablet in einer modernen Klinik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Therapien werden erprobt, während Reformen und Personalmangel das System unter Druck setzen.

Kaltplasmatherapie auf dem Prüfstand

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Juli neue Studien gestartet. Sie sollen klären, ob innovative Verfahren in die Regelversorgung kommen. Im Fokus steht die Kaltplasmatherapie für chronische Wunden. Bisher fehlen ausreichende Daten für eine flächendeckende Nutzung.

Eine weitere Erprobungsstudie betrifft die kardiologische Nachsorge. Sie zielt darauf ab, die Langzeitprognose nach Herzinfarkten zu verbessern. In der Onkologie zeigt sich ein anderes Bild: Bei der Behandlung von Gliomen, besonders dem Glioblastom, blieb die Standardtherapie zwei Jahrzehnte nahezu unverändert. Immun- und zielgerichtete Ansätze konnten sich bislang nicht als neuer Standard durchsetzen.

Reformen mit Sprengkraft

Der Gesetzgeber hat am 10. Juli das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Es reagiert auf finanzielle und personelle Engpässe. Kernpunkte sind die Einführung von Teilkrankschreibungen und Teilkrankengeld. Heftig umstritten ist die Streichung von Zuschlägen auf psychotherapeutische Leistungen. Kritiker befürchten längere Wartezeiten und weniger Therapieplätze.

Auch die Krankenhauslandschaft verändert sich. In Rheinland-Pfalz treibt Gesundheitsminister Clemens Hoch die Neuausrichtung voran. Ab 2027 sollen acht bis zehn sogenannte Regiokliniken die Versorgung von Alltagsnotfällen übernehmen. Ab Oktober erhalten die Krankenhäuser erste Bescheide über ihre künftigen Leistungsgruppen.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

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Der Krankenstand in Deutschland liegt im ersten Halbjahr 2026 bei 5,3 Prozent. Das zeigt ein Bericht der DAK-Gesundheit, der auf Daten von rund 2,2 Millionen Versicherten basiert. Auffällig: Während Fehlzeiten durch Atemwegserkrankungen um 21 Prozent sanken, stiegen psychisch bedingte Krankschreibungen um 9 Prozent. Psychische Erkrankungen haben Atemwegsinfekte als häufigsten Grund für Arbeitsunfähigkeit abgelöst.

Neue Hoffnung bei Alzheimer

Eine Untersuchung mit über 14.000 Teilnehmern liefert vielversprechende Ergebnisse. Bestimmte Antidiabetika könnten das Alzheimer-Risiko senken. SGLT2-Hemmer reduzieren es demnach um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um bis zu 33 Prozent. Passend dazu traten im Juli neue Leitlinien zum kardiorenalen metabolischen Syndrom in Kraft. Sie fördern eine ganzheitliche Betrachtung dieser Krankheitsbilder.

Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen gewinnen an Bedeutung. Eine US-Studie zeigt: Moderate Gebrechlichkeit verdreifacht das Risiko für Knochenbrüche. Fachleute empfehlen wöchentlich 40 bis 60 Minuten Krafttraining. Das stärkt nicht nur die Knochen, sondern senkt auch das Demenzrisiko.

Hausärztemangel spitzt sich zu

Eine Studie des IGES-Instituts im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung schlägt Alarm. Bis 2040 könnten bundesweit über 12.000 Hausarztsitze unbesetzt bleiben. Die Primärversorgung gerät damit massiv unter Druck.

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Regionale Berichte zeigen weitere Lücken. In Bremen beispielsweise fehlen spezialisierte Anlaufstellen für Erwachsene mit Long Covid. Ein entsprechendes Behandlernetzwerk wurde bereits 2024 eingestellt. In der Kinderheilkunde zeichnet sich eine Normalisierung ab: COVID-19-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche sollen künftig über die Regelversorgung laufen.

Auf europäischer Ebene fordert EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi den Ausbau der Arzneimittelproduktion in Europa. Bürokratische Hürden müssten fallen, um Lieferketten zu sichern und Europa als führenden Gesundheitsstandort zu festigen.

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