Alzheimer-Prävention: SGLT2-Hemmer senken Risiko um 43%
04.07.2026 - 11:58:56 | boerse-global.de
Die Medikamente gegen Diabetes Typ 2 entfalten offenbar eine starke Schutzwirkung im Gehirn.
Untersuchungen der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) belegen, dass SGLT2-Hemmer das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent senken. GLP-1-Agonisten erreichen immerhin eine Reduktion um 33 Prozent. Ein neu entwickelter Biomarker-Test kann Neuroinflammation zudem innerhalb von 17 Minuten erkennen.
Bereits 2024 hatte das Fachmagazin Lancet gezeigt: Ein schlecht eingestellter Blutzucker erhöht das Risiko für vaskuläre Demenz und Alzheimer signifikant. Neben dem Blutzucker gelten Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Bewegungsmangel als zentrale Risikofaktoren.
Forscher der Deutschen Apotheker Zeitung untersuchen derzeit, wie Glykogen im Gehirn vor Diabetes-bedingten Schäden schützen könnte.
FDA-Zulassung für Antikörper-Therapie bei Typ-1-Diabetes
Am 12. Juni 2026 erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Teplizumab (Handelsname Tzield). Das Medikament richtet sich an Kinder und Jugendliche mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes im Stadium 3.
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Die PROTECT-Studie mit 328 Teilnehmern zeigte eine signifikante Stabilisierung der C-Peptid-Spiegel nach 78 Wochen. In der Europäischen Union wird das Präparat unter dem Namen Teizeild geführt. Die Behandlungskosten liegen bei rund 200.000 US-Dollar.
Stammzell-Therapie: EU-Projekt ISLET macht Fortschritte
Parallel zur medikamentösen Behandlung treiben Forscher die Entwicklung stammzellbasierter Betazellprodukte voran. Das EU-Projekt ISLET will die Versorgung von Typ-1-Diabetes-Patienten revolutionieren.
Derzeit fallen für diese Patienten jährliche Behandlungskosten von etwa 8.000 Euro pro Person an. Forscher an der Universität Lund und in Skåne bereiten nach erfolgreichen Tiermodellen nun präklinische Studien vor.
Neue Leitlinie für Rheuma-Patienten
Am 19. Juni 2026 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) eine neue S3-Leitlinie. Sie regelt das Management kardiovaskulärer Komorbiditäten bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Da Diabetes-Patienten ein besonders hohes Risiko für entzündliche Prozesse und Gefäßschäden tragen, ist die richtige Ernährung der wichtigste Hebel zur Selbsthilfe. Erfahren Sie vom Experten Dr. Limpinsel, welche sechs häufigen Ernährungsfehler die Krankheit verschlimmern und wie Sie diese sofort vermeiden können. Gratis-Ratgeber mit den 6 Goldenen Regeln der Diabetiker-Ernährung sichern
Die Leitlinie empfiehlt eine strukturierte Erfassung von Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutfetten und Diabetes bei Rheuma-Patienten. Zentral ist die konsequente Entzündungskontrolle, denn rheumatische Entzündungen erhöhen die Gefahr für Herz-Kreislauf-Ereignisse massiv.
Bei der Therapieplanung raten die Experten zu möglichst niedrigen Dosierungen von Glukokortikoiden und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
Immunzellen als Entzündungsbremsen
In der Grundlagenforschung rücken Immunzellen als Mediatoren zwischen Nervensystem und Entzündungsprozessen in den Fokus. Eine Studie der Universitäten Münster und Bochum, veröffentlicht am 18. Juni 2026 in Advanced Science, zeigt: Neutrophile Granulozyten speichern Katecholamine und setzen sie bei Entzündungen frei.
Dieser Mechanismus bremst überschießende Immunantworten und fördert die Blutgerinnung.
Eine weitere Studie der Universität Münster vom 3. Juli 2026 liefert neue diagnostische Erkenntnisse. Unreife Neutrophile (preNeus) im Blut können die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt anzeigen. Der IG-Wert im Differentialblutbild erlaubt eine präzisere Prognose des 30-Tage-Sterberisikos als bisherige Biomarker.
Zusätzlich untersuchen Forscher das Immunoproteasom als molekulares Angriffsziel. Bei Typ-1-Diabetes fördert es den Angriff auf Betazellen, bei Typ-2-Diabetes beeinflusst es entzündliche Prozesse. Selektive Inhibitoren befinden sich derzeit in der Entwicklung.
