Alzheimer-Prävention, Kupferverbindung

Alzheimer-Prävention: Kupferverbindung verbessert Abtransport um 42%

19.06.2026 - 05:20:55 | boerse-global.de

Studien zeigen ethnische Unterschiede bei Risikogenen, neue Kupferverbindungen und überraschende Effekte von Impfungen auf das Demenzrisiko.

Alzheimer-Forschung 2026: Neue Risikofaktoren und Therapieansätze
Alzheimer-Prävention - Eine einzelne, stilisierte Fischölkapsel, dramatisch beleuchtet vor einem dunklen Hintergrund mit neuralen Mustern, leicht gebrochen und leuchtend. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von ethnischen Unterschieden bei Risikogenen über vielversprechende Kupferverbindungen bis hin zu überraschenden Effekten von Impfungen – die Komplexität der Demenz-Prävention wird immer deutlicher.

APOE ?4: Risiko variiert je nach Herkunft

Einer der bekanntesten genetischen Risikofaktoren für Alzheimer wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Das zeigt eine Studie der University of Southern California mit über 17.000 Teilnehmern, darunter mehr als 1.400 hispanische Probanden.

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Bei nicht-hispanischen Weißen vervierfacht das Gen APOE ?4 das Risiko für Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. Bei Hispanics liegt der Faktor dagegen nur bei 2,5. Zudem wiesen Hispanics mit dieser Genvariante insgesamt geringere Amyloid-Werte auf. Die Forscher fordern deshalb: Soziale und vaskuläre Faktoren müssen je nach ethnischer Zugehörigkeit stärker gewichtet werden – besonders bei der Entwicklung von Anti-Amyloid-Therapien.

Kupfer gegen Protein-Ablagerungen

Ein neuer Wirkstoffansatz kommt von der Monash University. Die Kupferverbindung Cu(ATSM) zeigte in Tiermodellen bemerkenswerte Effekte. Über 56 Tage beobachteten die Wissenschaftler eine Steigerung der P-Glykoprotein-Pumpen um 24 Prozent. Das verbesserte den Abtransport von toxischem Amyloid-beta um 42 Prozent.

Die räumliche Lernfähigkeit der Versuchstiere stieg um 44 Prozent. Das Besondere: Cu(ATSM) wird bereits klinisch gegen Parkinson getestet. Experten sehen Potenzial für eine zeitnahe Anwendung bei Alzheimer.

ETH Zürich: Wirkstoff stoppt Protein-Verklumpung

Parallel dazu stellten Forscher der ETH Zürich Mitte Juni Ergebnisse zu Compound 10 (CPD10) vor. Der Wirkstoff soll die Verklumpung des Proteins GRK2 verhindern.

In Mausmodellen zeigten erkrankte Tiere eine Protein-Verklumpung von 63,5 Prozent im Hippocampus – gesunde Tiere dagegen nur 8,5 Prozent. Die Behandlung mit CPD10 reduzierte nicht nur die Plaque-Bildung, sondern verbesserte auch die Mitochondrienfunktion.

Niedriger Blutdruck als Risikofaktor?

Der Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz bleibt ein heißes Thema. Eine Studie im „Journal of the American Heart Association“ mit fast 800.000 Erwachsenen identifizierte Hypotonie – also niedrigen Blutdruck – als stärksten vaskulären Korrelationsfaktor für Alzheimer.

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Doch Vorsicht: Kardiologin Anum Saeed gibt zu bedenken, dass keine klare Kausalität belegt sei. Niedriger Blutdruck könnte auch eine Folge des neurodegenerativen Prozesses sein.

Gürtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko?

Kontrovers diskutiert wird der präventive Nutzen von Impfungen. Eine Studie in den „Annals of Internal Medicine“ untersuchte den Gürtelrose-Impfstoff Shingrix bei über 500.000 Personen. Die Daten deuten auf eine Senkung des Demenzrisikos um 24 Prozent hin.

Kritiker weisen jedoch auf methodische Unsicherheiten hin. Zudem wurde die Studie vom Hersteller finanziert. Unabhängige klinische Untersuchungen seien nötig, um die statistische Signifikanz zu bestätigen.

Entzündungen und Zellalterung als Treiber

Forschungsergebnisse der Universität Málaga und Studien in Fachmagazinen wie „Cell“ legen nahe: Entzündungsprozesse und die vorzeitige Alterung bestimmter Hirnzellen – Astrozyten und Mikroglia – sind zentrale Treiber der Erkrankung.

Eine dänische Langzeitstudie mit 1,5 Millionen Teilnehmern zeigt: Krankenhausinfektionen erhöhen das Demenzrisiko um den Faktor 1,49.

Glucosamin: Riskantes Supplement?

Und noch eine überraschende Erkenntnis: Untersuchungen der University of Florida deuten darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel wie Glucosamin das Alzheimer-Risiko um bis zu 25 Prozent erhöhen könnten. Die Forscher mahnen, den Einfluss von Supplementen auf die kognitive Gesundheit weiter zu untersuchen.

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