Alzheimer, Blutplasma

Alzheimer: Ölsäure im Blutplasma hängt mit langsamerem Fortschreiten zusammen

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 07:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei Männern und Frauen korreliert mehr Ölsäure im Plasma mit einem langsameren Alzheimer-Fortschreiten; praktische Empfehlungen leiten die Forschenden nicht ab.

Alzheimer-Studie: Plasma-Ölsäure hängt mit Krankheitsverlauf zusammen
Ein medizinisches Labor mit einer Blutplasmaprobe in einem Glasröhrchen auf einem Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Eine höhere Konzentration von Ölsäure im Blutplasma steht in Verbindung mit einem verlangsamten Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit. Dies geht aus einer Untersuchung eines Forschungsteams um Dakterzada und Piñol-Ripoll von der Universitat de Lleida und dem Hospital Universitari Santa Maria hervor, über die Fachmedien im Oktober 2026 berichteten.

Die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Arbeit liefert detaillierte Einblicke in die Zusammenhänge zwischen spezifischen Fettsäureprofilen und neurodegenerativen Prozessen, verdeutlicht zugleich aber auch ausgeprägte geschlechtsspezifische Unterschiede.

Methodik und Nachbeobachtung der Kohorte

Für die wissenschaftliche Analyse untersuchten die Forschenden Fettsäureprofile aus 198 Proben der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) sowie aus 286 Plasmaproben. Die Kohorte setzte sich aus Personen mit Alzheimer-Demenz, Betroffenen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) sowie Kontrollpersonen zusammen. Zur Bestimmung der Fettsäuren nutzte das Team die Gaschromatographie mit Flammenionisationsdetektion (GC-FID).

Ein zentraler Bestandteil der Erhebung war die langfristige Beobachtung des Krankheitsverlaufs. Die Probanden mit leichter kognitiver Beeinträchtigung wurden über einen Zeitraum von 58 (±12,5) Monaten nachverfolgt, um festzustellen, bei welchen Personen es zu einem Übergang in eine manifeste Alzheimer-Demenz kam.

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Krankheitsverlauf

Die Auswertung der Daten offenbarte signifikante biologische Differenzen zwischen den Geschlechtern. Bei Männern war ein höherer Gehalt an Ölsäure (C18:1n-9) im Blutplasma mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für das Fortschreiten von MCI zu einer Alzheimer-Demenz verbunden, was sich in einem Odds-Ratio-Wert von OR=0,666 widerspiegelte.

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Bei Frauen wiederum ging eine höhere Plasma-Ölsäure mit einer längeren Zeitspanne bis zur Progression einher, belegt durch eine Hazard Ratio von HR=0,404.

Auch bei den Markern im Nervenwasser zeigten sich deutliche geschlechtsspezifische Muster:

  • Männliche Probanden: Ein höherer sogenannter CSF-Anti-Inflammations-Index war bei Männern mit stark reduzierten Demenz-Chancen assoziiert (OR=0,025). Umgekehrt ging eine höhere Konzentration von ?-Linolensäure (C18:3n-3) in der Zerebrospinalflüssigkeit mit höheren Demenz-Chancen einher (OR=2,826).
  • Weibliche Probanden: Bei Frauen war eine höhere Konzentration von Palmitoleinsäure (C16:1n-7) im Nervenwasser mit geringeren Chancen für eine A?-Positivität verbunden (OR=0,500).

Berichte bestätigen demnach, dass biologische Faktoren wie der CSF-Anti-Inflammations-Index das Risiko für Alzheimer bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise beeinflussen.

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Keine direkten Ernährungsempfehlungen für die Praxis

Trotz der gemessenen Zusammenhänge mahnen die Autoren der Studie zur Zurückhaltung bei der praktischen Interpretation. Die Forschenden betonen, dass methodische Einschränkungen wie eine reverse Kausalität oder der Einfluss unberücksichtigter Störfaktoren (Confounding) nicht ausgeschlossen werden können.

Aus den Ergebnissen werden daher weder allgemeine Ernährungsempfehlungen noch direkte Änderungen für die klinische Praxis abgeleitet. Die Resultate dienen vor allem als Grundlage für weitere Untersuchungen, um die komplexen Stoffwechselprozesse bei neurodegenerativen Erkrankungen auf molekularer Ebene besser zu verstehen.

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