Alzheimer, Niedriger

Alzheimer: Niedriger Blutdruck ist dreifach gefährlicher als hoher

14.06.2026 - 16:12:06 | boerse-global.de

Bundesrat beschließt schärferes Gewaltschutzgesetz mit Fußfesseln, während Pflegeministerin Warken ein Neuregelungsgesetz plant.

Gewaltschutz und Pflegereform: Neue Regeln für Senioren
Alzheimer - Eine Nahaufnahme der Hände zweier älterer Menschen, die Schutz und Unterstützung symbolisieren. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni fordern Seniorenorganisationen mehr Schutz für eine oft übersehene Gruppe. Ingrid Korosec (Seniorenbund) und Birgit Gerstorfer (PVÖ) warnen vor allem vor Gewalt im häuslichen Umfeld – häufig durch Partner. Laut WHO erlebt weltweit etwa jede sechste Person über 60 Jahren innerhalb eines Jahres Gewalt.

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Fußfesseln und härtere Strafen beschlossen

Der Bundesrat billigte am 12. Juni eine Reform des Gewaltschutzgesetzes. Neu ist der Einsatz elektronischer Fußfesseln für Täter in Hochrisikofällen. Außerdem sieht das Gesetz verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings vor. Bei Verstößen droht künftig eine Höchststrafe von drei Jahren. Parallel beschloss die Justizministerkonferenz in Hamburg: Schwere sexuelle Übergriffe verjähren erst nach 20 statt nach fünf Jahren.

Die Realität zeigt, wie nötig diese Maßnahmen sind. In Mannheim erbeuteten Betrüger Mitte Juni 50.000 Euro von einer 88-Jährigen – per Schockanruf. In Wiener Neustadt berichten Medien von monatelangen Drohungen gegen Bewohner eines betreuten Wohnheims durch einen Nachbarn. Und ein Prozess gegen eine ehemalige Direktorin einer Wiener Seniorenresidenz endete am 12. Juni mit Freispruch – obwohl das Gericht Personalmangel und Hygienemängel feststellte. 17 Bewohner hatten gesundheitliche Schäden erlitten.

Pflegeversicherung: Ministerin plant schärfere Regeln

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das Defizit der Pflegeversicherung mit einem Pflegeneuordnungsgesetz stoppen. Geplant sind strengere Begutachtungen, die Streichung des Entlastungsbetrags für Pflegegrad 1 und höhere Eigenanteile für Heimbewohner. Christine Vogler vom Deutschen Pflegerat kritisiert zudem geplante Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige.

Ein AOK-Report für 2025 zeigt strukturelle Defizite: Auf 100 Pflegeheimbewohner kamen 13 vermeidbare Krankenhausaufenthalte – etwa durch Flüssigkeitsmangel oder mangelnde Wundversorgung. Weitere 50 Klinikaufenthalte pro 100 Bewohner gelten als potenziell vermeidbar, da Erkrankungen wie Diabetes theoretisch im Heim behandelbar wären. Gesundheitsökonom Heinz Rothgang warnt: Ohne Reformen könnten bis 2035 46 Prozent der Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen sein.

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Alzheimer: Niedriger Blutdruck gefährlicher als hoher

Die Forschung liefert überraschende Erkenntnisse: Eine Auswertung von 800.000 Datensätzen der UK Biobank zeigt, dass niedriger Blutdruck das Alzheimer-Risiko verdreifachen kann. Zum Vergleich: Bluthochdruck erhöht das Risiko „nur“ um das 1,6-Fache. Die Studie erschien im Journal of the American Heart Association.

Gute Nachrichten gibt es für die Therapie: Ab 1. Juli 2026 wird das Medikament Donanemab in Deutschland vergütet. Es verzögert den geistigen Verfall in frühen Stadien. Die Leducq Foundation investiert 9 Millionen US-Dollar in die Forschung zur zerebralen Amyloidangiopathie in Magdeburg, Alzheimer’s Research UK steckt 9,5 Millionen Pfund in neue Projekte.

Auch die Diagnostik wird smarter: Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) belegt, dass eine Smartphone-App kognitive Verschlechterungen bei Menschen zwischen 52 und 85 Jahren präziser erkennt als die Klinikdiagnostik. Und das KI-System „Hetairos“ des DKFZ klassifiziert Hirntumore innerhalb weniger Minuten – ein Schritt zu schnellerer neurologischer Diagnostik.

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