Alzheimer: Neuer Antikörper IBC-Ab002 besteht erste Testphase
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Alzheimer-Forschung macht gleich doppelt Fortschritte: Ein neuer Antikörper zeigt in der ersten klinischen Phase vielversprechende Ergebnisse, während die US-Gesundheitsbehörde FDA eine einfachere Verabreichung eines bereits zugelassenen Medikaments genehmigt hat.
Immuntherapie besteht erste Hürde
Der Antikörper IBC-Ab002 hat die Phase-1-Studie am Menschen erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden am 1. August in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.
Entwickelt wurde die Therapie von Prof. Michal Schwartz vom Weizmann Institute, vermarktet wird sie von der Firma ImmunoBrain. Der Antikörper richtet sich gegen das Protein PD-L1 und soll das Immunsystem so modulieren, dass die Mikroglia – die Immunzellen des Gehirns – schädliche Ablagerungen besser beseitigen können.
An der Studie nahmen 40 Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit in elf klinischen Zentren in Israel, den Niederlanden und Großbritannien teil. Die Ergebnisse belegen Sicherheit und Verträglichkeit des Präparats. Zudem beobachteten die Forscher eine Reduktion von Biomarkern, die auf neuronale Schäden hindeuten. Der endgültige Wirksamkeitsnachweis steht allerdings noch aus – dafür sind größere Phase-II-Studien nötig.
Spritze statt Infusion
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Auch bei bereits zugelassenen Therapien gibt es Neuigkeiten: Die FDA erteilte im August die Genehmigung für eine subkutane Darreichungsform von Lecanemab (Leqembi). Bisher musste der Wirkstoff per Infusion verabreicht werden – zeitaufwendige Besuche in spezialisierten Zentren inklusive.
Die neue Zulassung ermöglicht eine wöchentliche Startdosis von 500 mg per Autoinjektor. Für die Erhaltungstherapie sind 360 mg pro Woche vorgesehen. In klinischen Tests bewerteten 94 Prozent der Anwender die Handhabung als einfach. Das könnte die logistischen Hürden für Patienten deutlich senken.
Bluttest als Alternative zum Scan
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Die Bedeutung neuer Ansätze zeigt ein Blick auf die globalen Zahlen: Schätzungen der WHO zufolge leben weltweit etwa 55 Millionen Menschen mit Demenz. Die Alzheimer-Krankheit ist für 60 bis 70 Prozent der Fälle verantwortlich.
Um den Zugang zu frühzeitigen Diagnosen zu verbessern, arbeitet die Global Alzheimer's Platform Foundation (GAP) mit Partnern wie LifeArc an der Validierung von Bluttests. Diese sollen per Fingerstich durchführbar sein und künftig eine kostengünstige Alternative zu teuren Bildgebungsverfahren bieten. Erste Ergebnisse der Studie in den USA, Kanada und Großbritannien werden bis 2028 erwartet.
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