Alzheimer: Netzhautscan erkennt Erkrankung mit 80% Genauigkeit
28.05.2026 - 23:39:36 | boerse-global.deRund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, jährlich kommen 450.000 Neuerkrankungen bei Über-65-Jährigen hinzu. Forscher arbeiten weltweit an besseren Diagnoseverfahren und neuen Therapien.
Netzhautscan erkennt Alzheimer mit 80 Prozent Genauigkeit
Ein Durchbruch gelang dem Wiener Start-up Thyra Imaging. Die Ausgründung der Medizinischen Universität Wien nutzt adaptive Optik aus der Astronomie für hochpräzise Netzhautscans. Eine KI erreicht bei der Alzheimer-Früherkennung eine Genauigkeit von über 80 Prozent. Ziel ist ein kostengünstiges, nicht-invasives Screening-Verfahren.
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Parallel entdeckten Forscher der Oregon Health and Science University eine neue Zellpopulation im Gehirn von Alzheimer-Patienten. Die sogenannten humanen plaque-assoziierten Mikroglia-Zellen (HPAM) reichern sich um krankhafte Amyloid-beta-Plaques an. Die Studie erschien im Mai 2026 in einem Fachjournal.
Medikament gegen Alzheimer, Parkinson und ALS in der Erprobung
Das Biotech-Start-up Priavoid erhielt Ende Mai 2026 den Rheinischen Innovationspreis in Düsseldorf. Das Unternehmen, eine Ausgründung aus dem Forschungszentrum Jülich und der Heinrich-Heine-Universität, entwickelt ein Medikament gegen Alzheimer, Parkinson und ALS. Der Wirkstoff befindet sich bereits in der klinischen Erprobung.
Jede zweite Demenz wäre vermeidbar
Prävention spielt eine Schlüsselrolle. Eine Untersuchung der Lancet-Kommission vom Mai 2026 zeigt: Etwa jede zweite Demenzerkrankung ließe sich durch frühzeitige Maßnahmen verhindern. Dabei wirken nicht nur Medikamente – Statine senken nachweislich das Risiko –, sondern vor allem die Lebensweise.
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Eine Studie der Universität für Weiterbildung Krems belegt: Menschen über 50 mit stabilen sozialen Netzwerken haben ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau. Das bestätigen Daten der Universität Leipzig von rund 19.000 Probanden. Subjektive Gedächtnisprobleme hängen demnach deutlich mit Risikofaktoren wie Depressionen, Bluthochdruck oder Diabetes zusammen.
Kleine Wohneinheiten als Modell der Zukunft
In der Pflege setzen sich kleinteilige Wohnkonzepte durch. Das australische Unternehmen Videri startete Ende Mai 2026 eine Kampagne für Heime mit maximal zehn Bewohnern. Über 415.000 Menschen sind in Australien betroffen – bis 2058 soll sich die Zahl mehr als verdoppeln. Das Modell setzt auf stärkere Personalisierung.
Auch in Deutschland wird bürgerschaftliches Engagement gewürdigt. Das Curatorium Altern gestalten aus dem Nürnberger Land erhielt im Mai 2026 einen Sonderpreis beim Bayerischen Demografiepreis. Ausgezeichnet wurde ein Bildungsprogramm für Menschen ab 60 Jahren. Ehrenamtliche Helfer eines Altenheims in Mettingen bekamen den Bürgerpreis der Stadtwerke Tecklenburger Land.
Regionale Unterschiede bei Pflegekosten
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben komplex. Eine Studie des IGES-Instituts vom Januar 2026 zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Investitionskosten in Pflegeheimen. In Nordrhein-Westfalen liegen die Tageskosten bei über 20 Euro – Grund sind hohe Einzelzimmerquoten und Urbanisierung. In Brandenburg sind es knapp unter 12 Euro. Diese Kostenstruktur bestimmt maßgeblich die Finanzierungsmodelle und die Belastung für Pflegebedürftige und öffentliche Haushalte.
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