Alzheimer, Moderne

Alzheimer: Moderne Blutverdünner verlangsamen kognitiven Verfall

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Registerdaten zeigen: NOAC-Therapie verzögert kognitiven Abbau bei Alzheimer-Patienten mit Vorhofflimmern um etwa 0,2 MMSE-Punkte pro Jahr gegenüber Warfarin oder keiner Behandlung.

Karolinska-Studie: Neue Blutverdünner könnten Alzheimer-Verlauf bei Vorhofflimmern verlangsamen
Hände eines älteren Menschen ruhen auf einem Holztisch in einem hellen, ruhigen Raum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine am 12. August 2026 im European Heart Journal veröffentlichte Untersuchung des Karolinska Institutet beleuchtet den potenziellen Nutzen neuer oraler Antikoagulanzien (NOAC) für Patienten, die gleichzeitig an Alzheimer und Vorhofflimmern leiden. Die Ergebnisse der schwedischen Registerstudie deuten darauf hin, dass diese Form der Blutverdünnung den kognitiven Verfall messbar verlangsamen könnte.

Registerstudie liefert Daten zu kognitivem Abbau

Grundlage der Analyse waren Daten aus dem schwedischen Register SveDem, die insgesamt 7.308 Alzheimer-Patienten mit diagnostiziertem Vorhofflimmern umfassten. Im Fokus der Forscher stand die Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, gemessen auf der Skala des Mini-Mental-Status-Tests (MMSE).

Die Auswertung zeigt, dass eine Behandlung mit NOAC den jährlichen kognitiven Abbau im Vergleich zu anderen Behandlungsszenarien verzögerte. Den Daten zufolge verlangsamte sich der Rückgang bei Patienten unter NOAC-Therapie um etwa 0,2 MMSE-Punkte pro Jahr.

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Differenziert nach Vergleichsgruppen ergab sich eine Verlangsamung von 0,23 MMSE-Punkten pro Jahr gegenüber Patienten ohne jegliche Antikoagulation. Im direkten Vergleich zur Behandlung mit dem herkömmlichen Wirkstoff Warfarin betrug der Unterschied 0,21 MMSE-Punkte jährlich zugunsten der NOAC-Präparate.

Ein wesentliches Detail der Untersuchung betrifft die Wirksamkeit von Warfarin im Hinblick auf die kognitive Gesundheit. Zwischen der Gruppe, die Warfarin erhielt, und Patienten ohne jede medikamentöse Blutverdünnung konnte kein signifikanter Unterschied im Tempo des kognitiven Abbaus festgestellt werden.

Langfristige Beobachtungen und klinische Relevanz

Die Studie liefert zudem Einblicke in die langfristige Entwicklung der Patienten über einen Zeitraum von fünf Jahren. Nach diesem Intervall wiesen Patienten, die mit NOAC behandelt wurden, durchschnittlich 15,3 MMSE-Punkte auf. Im Gegensatz dazu erreichten Patienten unter Warfarin-Therapie 14,5 Punkte, während die Gruppe der gänzlich unbehandelten Patienten bei einem Wert von 14,3 Punkten lag.

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Neben der Wirkung auf die Kognition untersuchte das Team des Karolinska Institutet weitere klinische Endpunkte. Dabei zeigte sich, dass die Therapie mit neuen oralen Antikoagulanzien mit einem geringeren Risiko für Schlaganfälle, Blutgerinnsel und Knochenbrüche assoziiert war. Auch eine niedrigere Sterblichkeitsrate wurde in diesem Zusammenhang beobachtet.

Methodische Einschränkungen und wissenschaftliche Einordnung

Trotz der Korrelationen betonen die Autoren der Studie die methodische Natur ihrer Arbeit. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, könne kein kausaler Nachweis darüber geführt werden, dass die NOAC-Therapie die alleinige Ursache für die verlangsamte kognitive Verschlechterung ist.

Dennoch stützen die Ergebnisse die Hypothese, dass eine effektive Prävention von Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen bei Demenzpatienten mit Vorhofflimmern einen direkten Einfluss auf den Verlauf der kognitiven Beeinträchtigung haben könnte. Die Untersuchung liefert damit wichtige Anhaltspunkte für die künftige therapeutische Begleitung von Patienten mit dieser spezifischen Komorbidität.

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