Alzheimer, Gürtelrose-Impfung

Alzheimer: Gürtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko um 30%

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 22:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Studien im Juli 2026 zeigen: Herpesvirus-Therapie scheitert, Impfung senkt Demenzrisiko und neuer Bluttest ermöglicht Früherkennung.

Alzheimer-Forschung: Neue Studien stellen alte Hypothesen infrage
Abstrakte Darstellung eines Gehirns, das mit viralen Strukturen verknüpft ist und in blau-violettem Licht leuchtet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Studien aus dem Juli 2026 stellen etablierte Hypothesen infrage – und zeigen überraschende Ansätze.

Rückschlag für die Herpesvirus-Hypothese

Lange spekulierte die Forschung, dass Herpesviren Alzheimer auslösen könnten. Eine aktuelle Studie vom heutigen Montag dämpft diese Hoffnung nun deutlich.

Patienten mit früher Alzheimer-Demenz erhielten den antiviralen Wirkstoff Valaciclovir. Das Ergebnis: kein klinischer Nutzen. Im Gegenteil – die kognitiven Leistungen verschlechterten sich unter der Medikation sogar stärker als in der Placebo-Gruppe.

Die Forscher sehen darin einen Beleg gegen eine direkte Rolle von Herpesviren im fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Die neurodegenerativen Prozesse sind offenbar komplexer als gedacht.

Impfschutz gegen Demenz?

Ganz anders sieht es bei der Prävention aus. Eine groß angelegte Observationsstudie, ebenfalls Mitte Juli veröffentlicht, liefert ermutigende Daten.

Über 200.000 Erwachsene ab 50 Jahren wurden untersucht. Ergebnis: Eine Gürtelrose-Impfung war mit einem rund 30 Prozent niedrigeren Demenzrisiko verbunden – über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren.

Die Studienautoren warnen allerdings vor voreiligen Schlüssen. Ob die Impfung selbst das Risiko senkt oder andere Faktoren eine Rolle spielen, müsse erst in randomisierten klinischen Studien geklärt werden.

Revolution in der Früherkennung

Seit dem 1. Juli ist in der EU ein Bluttest auf das Protein pTau217 klinisch verfügbar. Hersteller wie Roche und Fujirebio bieten ihn an. Die Genauigkeit liegt bei über 90 Prozent.

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Die Kosten: 100 bis 150 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen den Test derzeit noch nicht.

Reifenabrieb als Risikofaktor?

Auch Umweltfaktoren rücken in den Fokus. Eine Studie vom 11. Juli identifizierte die Chemikalie 6PPD-Chinon als potenziellen Risikofaktor. Sie entsteht durch Reifenabrieb und Ozonbildung.

Mithilfe von Machine Learning wiesen die Forscher nach: Die Substanz bindet an drei von fünf Alzheimer-Schlüsselgenen und kann oxidativen Stress sowie Entzündungen im Gehirn auslösen.

Neue Wirkstoffe in der Pipeline

Auf der internationalen Alzheimer-Konferenz AAIC 2026 in London wurden vielversprechende Kandidaten präsentiert:

  • CPD10 (ETH Zürich): Stabilisiert das Enzym GRK2 und verhindert die Bildung schädlicher Aggregate. In Mäuseversuchen reduzierte es den Verlust von Nervenzellen.
  • KCL-286 (King's College London): Repariert DNA-Schäden in Neuronen. Eine Phase-1-Studie bestätigte die Sicherheit am Menschen.
  • VNA-318: Erste Daten deuten auf positive Effekte auf den Energiestoffwechsel im Gehirn hin.

Bewegung und Ernährung als Schutzfaktoren

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