Alzheimer-Früherkennung, Bluttests

Alzheimer-Früherkennung: Neue Bluttests seit Juli in der EU verfügbar

Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Bewegung und Ernährung senken Demenzrisiko deutlich. EU-weit verfügbare Bluttests erkennen Alzheimer frühzeitig.

Demenz-Prävention: Bewegung, Ernährung und Bluttests im Fokus
Ältere Hände lösen ein komplexes Puzzle, im Hintergrund verschwommene Visualisierungen von Gehirnaktivität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Lancet Commission stellte bereits 2024 fest: Rund 45 Prozent aller Demenzerkrankungen lassen sich durch gezielte Lebensstiländerungen verhindern oder zumindest hinauszögern. Aktuelle Studien zeigen nun, wie Bewegung, Ernährung und neue Diagnostik zusammenspielen.

Bewegung schützt das Gehirn

Eine Metaanalyse von 45 Studien belegt: Regelmäßiges aerobes Training von mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche steigert die kognitive Leistung um rund 30 Prozent. Die Analyse wurde Ende 2025 veröffentlicht.

Noch alltagstauglicher sind die Ergebnisse einer Bostoner Studie mit 300 Probanden. Bereits 3000 Schritte täglich reduzieren die Ablagerung von Tau-Proteinen im Gehirn – ein Indikator für neurodegenerative Erkrankungen. Bei 5000 bis 7500 Schritten ist der Effekt noch deutlicher.

Eine Wiener Doppelblindstudie untersucht zudem Kombinationstherapien: Über 48 Wochen analysieren Forscher die Wirkung von Krafttraining in Verbindung mit L-Serin-Supplementierung bei 65- bis 85-Jährigen.

Bluttests erkennen Alzheimer frühzeitig

Seit Juli 2026 sind in der EU neuartige Bluttests auf das Protein pTau217 klinisch verfügbar. Hersteller wie Roche, Fujirebio und Beckman Coulter bieten die Tests an. Die Genauigkeit liegt bei über 90 Prozent, die Kosten zwischen 100 und 150 Euro.

Eine Studie im Fachjournal JAMA Network Open mit über 112.000 Teilnehmern lieferte zudem Hinweise auf präventive Medikamenteneffekte. SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent.

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High-Tech-Systeme wie der Kernel Flow Helm messen bereits die Gehirnaktivität. Laut Experten dürfte es jedoch noch etwa ein Jahrzehnt dauern, bis solche Geräte breit klinisch nutzbar sind.

Ernährung und soziale Kontakte als Schutzfaktoren

Die Universität Ljubljana beobachtete über 15 Jahre: Eine anti-entzündliche Ernährung senkt das Demenzrisiko um bis zu 29 Prozent. Bei konsequenter MIND-Diät sind sogar 35 Prozent möglich.

Auch soziale Teilhabe und kontinuierliches Lernen sind entscheidend. Lokale Initiativen setzen auf unterschiedliche Konzepte:

  • In Heidelberg gibt es seit 2012 das Programm „Bewegung gegen Demenz“
  • Münchner Apotheken bieten Gedächtnis-Checks für Menschen ab 60 Jahren
  • Die Initiative „Eule“ in Bottrop fördert generationenübergreifenden Wissensaustausch – Senioren lernen von Schülern den Umgang mit digitalen Medien
  • Regionale Angebote in Leipzig oder vom VdK in Dortmund kombinieren Geselligkeit mit Gedächtnistraining

Risiken durch Leistungssport

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Die internationale Konferenz der Alzheimer-Gesellschaft (AAIC) 2026 zeigt auch Schattenseiten: Eine Untersuchung an 142 ehemaligen Profifußballern ergab ein geringeres Volumen an grauer Substanz in kritischen Hirnarealen. Zudem wurden häufiger Depressionen und Angstzustände diagnostiziert.

Die Befunde unterstreichen: Kognitive Gesundheit muss ganzheitlich betrachtet werden – unter Berücksichtigung der individuellen Lebensbiografie.

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