Alzheimer, Donanemab

Alzheimer: Donanemab verzögert kognitiven Abbau um sieben Monate

10.06.2026 - 19:18:20 | boerse-global.de

Neue EBM-Ziffern für Antikörper-Infusionen eingeführt. Langzeitstudie zeigt verzögerten kognitiven Abbau durch Donanemab.

Alzheimer-Therapie: Neue Abrechnung und Langzeitdaten zu Donanemab
Alzheimer - Nahaufnahme der Hände eines Neurologen, der eine Infusion verabreicht, mit medizinischer Ausrüstung und unscharfen Gehirnscans im Hintergrund. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Einführung neuer Antikörper-Therapien bringt strukturelle Veränderungen in die medizinische Versorgung von Alzheimer-Patienten. Im Fokus stehen angepasste Abrechnungsregeln und neue Erkenntnisse zur Langzeitwirkung von Donanemab.

Fachärzte müssen künftig unterscheiden

Zum Quartalswechsel führt der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) eine spezifische Ziffer für Donanemab-Infusionen ein. Neurologen müssen dann zwischen zwei verschiedenen EBM-Positionen für Donanemab und Lecanemab wählen. Die präzise Abrechnung der therapeutischen Leistungen wird damit möglich.

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Parallel steigen die diagnostischen Anforderungen vor Therapiebeginn. Experten fordern eine frühe neurologische Abklärung. Neue Blut-Biomarker wie p-tau217 sowie Amyloid-PET-Scans sollen die pathologischen Veränderungen im Gehirn bestätigen.

Langzeitdaten zeigen verzögerten Abbau

Der Hersteller Eli Lilly legt neue Daten zur Langzeitwirkung von Donanemab vor. Über drei Jahre konnte der kognitive Abbau um etwa sieben Monate verzögert werden. Besonders bemerkenswert: Der therapeutische Effekt nimmt auch nach dem Absetzen des Medikaments weiter zu – in den Studien über bis zu 18 Monate.

Fachleute wie Harald Prüß von der Charité und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) stufen diese Befunde als plausibel ein. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte dem Präparat zunächst einen Zusatznutzen verweigert. Der Hersteller kann nun eine Neubewertung auf Basis der erweiterten Daten beantragen.

Fortschritte bei der Früherkennung

Eine 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt das Potenzial von Home-Screening-Verfahren. Die Kombination aus einem Trockenbluttest auf p-tau217 aus der Fingerbeere und Onlinetests zur kognitiven Leistungsfähigkeit wurde untersucht. Solche Verfahren könnten Verdachtsfälle künftig effizienter identifizieren. Die endgültige Diagnosebestätigung bleibt jedoch den klinischen Standards vorbehalten.

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Auf wirtschaftlicher Ebene untermauert eine neue Kooperation die strategische Bedeutung des Alzheimer-Marktes. Eli Lilly schloss einen Lizenz- und Kooperationsvertrag mit AlzeCure ab. Das Volumen liegt bei rund einer Milliarde US-Dollar. Ziel ist die Entwicklung weiterer Therapieoptionen.

Preisdruck aus den USA

Die integration neuer Alzheimer-Medikamente findet vor dem Hintergrund intensiver gesundheitspolitischer Debatten statt. Berichten zufolge üben die USA im Rahmen eines vertraulichen Dialogs Druck auf Deutschland aus. Sie fordern höhere Preise für innovative Medikamente und verweisen auf die hohen Forschungskosten.

Die Bundesregierung lehnt pauschale Preiserhöhungen bislang ab. Stattdessen setzt sie auf Anreize für Forschungsinvestitionen am Standort Deutschland. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht unter finanziellem Anpassungsdruck. Diskussionen über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verdeutlichen die Spannungen zwischen Innovationsfinanzierung und Stabilisierung der Lohnnebenkosten. 2025 beliefen sich die Gesamtausgaben für Heilmittel in der GKV auf 14,7 Milliarden Euro – ein Anstieg von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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