Alzheimer-Diagnose: Neue Methoden verkürzen Wartezeit auf 3 Monate
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die frühzeitige Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen gewinnt vor dem Hintergrund steigender Patientenzahlen stetig an Bedeutung. Am Campus Bio-Medico in Rom bündelt das neu gegründete „Centro Integrato di Ricerca e Cura sulla malattia d'Alzheimer – Fondazione Roma“ wissenschaftliche Forschung und klinische Versorgung.
Die Einrichtung entstand durch ein Zusammenwirken der Università Campus Bio-Medico di Roma und der Fondazione Policlinico Universitario Campus Bio-Medico, unterstützt durch die Fondazione Roma und gefördert von der Biomedical University Foundation.
Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages wurden die Ergebnisse der Initiative im Rahmen eines Treffens an der Universität vorgestellt, wie Berichte vom September 2026 darlegen.
Verkürzte Diagnosezeiten und moderne Infrastruktur
Ein zentraler Fortschritt des Zentrums liegt in der Verfahrensbeschleunigung: Die Zeitspanne bis zur Diagnosestellung konnte von zuvor einem Jahr auf drei Monate verkürzt werden, womit Betroffene neun Monate gewinnen. Im Jahr 2025 wurden an dem Zentrum bereits 200 Patienten betreut.
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Für die klinische Diagnostik und Erforschung steht eine erweiterte apparative Ausstattung zur Verfügung. An der Fondazione Policlinico Universitario Campus Bio-Medico wurde ein 3-Tesla-MRT installiert, das über die doppelte Feldstärke üblicher 1,5-Tesla-Geräte verfügt.
Zudem wurde dort ein klinisches neurophysiologisches Labor eingerichtet, während an der Università Campus Bio-Medico di Roma spezifische Labore für die präklinische Forschung aufgebaut wurden.
Translationale Ansätze und neue biologische Marker
Das Konzept des Zentrums zielt auf eine enge Verzahnung zwischen Labor und Praxis ab. Carlo Tosti, Präsident der Universität und der Fondazione Policlinico, unterstrich, dass die erzielten Resultate direkt Patienten und Angehörigen zugänglich gemacht werden.
Nach Angaben von Vincenzo Di Lazzaro, Direktor für Neurologie an der Fondazione Policlinico Campus Bio-Medico, arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker unmittelbar am Patientenbett zusammen. Die wesentliche Neuerung bestehe darin, Biomarker und diagnostische Technologien in einen individuell zugeschnittenen Pfad für den einzelnen Patienten zu integrieren.
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Marcello D'Amelio, Ordinarius für Humanphysiologie an der Università Campus Bio-Medico di Roma, verwies auf die Notwendigkeit, präklinische Forschungsergebnisse über die Klinik zum Menschen zu transferieren und umgekehrt. Das Zentrum erforscht dabei grundlegende pathogenetische Mechanismen.
Eine von D'Amelio koordinierte Untersuchung ergab, dass Schädigungen der ventralen tegmentalen Area (VTA) und die Unterbrechung ihrer Schaltkreise zu den frühesten biologischen Veränderungen bei der Alzheimer-Erkrankung zählen könnten. Dieser Befund soll künftig eine frühzeitige Identifizierung von Risikopersonen ermöglichen.
Epidemiologische Dimension in Italien
Die Notwendigkeit solcher integrierter Versorgungsstrukturen unterstreichen die aktuellen epidemiologischen Erhebungen. Franco Parasassi, Präsident der Fondazione Roma, bezifferte die Gesamtzahl der Menschen mit Demenzerkrankungen in Italien auf über 1,4 Millionen. Davon seien schätzungsweise rund 600.000 Personen von einer Alzheimer-Erkrankung betroffen.
