Alzheimer, Bluttests

Alzheimer: Bluttests erkennen Krankheit Jahre vor Symptomen

05.06.2026 - 17:02:55 | boerse-global.de

Roche stellt F&E neu auf, fokussiert auf fünf Kernbereiche und treibt Alzheimer-Forschung mit neuer Technologie voran.

Roche: Neuausrichtung der Forschung für Onkologie und Alzheimer
Alzheimer - Eine stilisierte Darstellung eines Gehirns oder neuronalen Netzwerks mit leuchtenden Pfaden, die die Alzheimer-Forschung und Medikamentenlieferung symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

CEO Thomas Schinecker will die Rentabilität steigern und Prozesse beschleunigen. Das Ziel: Die Marktführerschaft in der Onkologie halten und gleichzeitig neue Felder wie Adipositas und Alzheimer erobern.

Fünf Kernbereiche, strengere Regeln

Die neue Strategie konzentriert sich auf fünf Therapiebereiche. Roche legt dabei strengere Kriterien an, welche Projekte weiterverfolgt werden. Der Wert der Pipeline ist seit 2022 um 63 Prozent gestiegen. Eine Rekordzahl an Medikamenten befindet sich in der finalen klinischen Prüfung.

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Doch es gab auch Rückschläge. Enttäuschende Ergebnisse beim Lungenkrebs-Kandidaten Tiragolumab (2022) sowie Misserfolge bei Brustkrebs und Alzheimer belasten die Bilanz. Analysten von Jefferies stuften die Roche-Aktie Anfang Juni 2026 weiter auf „Underperform“ – Kursziel: 230 Franken. Entscheidend für die Bewertung sind die anstehenden Markteinführungen auf Basis von Phase-III-Daten zu Gazyva, Fenebrutinib und Giredestrant.

Alzheimer: Neue Technik, neue Erkenntnisse

Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die Alzheimer-Forschung. Roche setzt auf eine sogenannte Brain-Shuttle-Plattform. Sie soll den Transport von Wirkstoffen durch die Blut-Hirn-Schranke verbessern. Ergebnisse aus entscheidenden Phase-III-Studien werden bis 2028 erwartet.

Flankiert wird das durch neue Grundlagenforschung. Eine im Jahr 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie der Universität Heidelberg Mannheim und des DKFZ zeigt: T-Zellen sammeln sich an Amyloid-Plaques im Gehirn und treiben Entzündungen voran. Das könnte neue Ansätze für zeitlich abgestimmte Therapien liefern.

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Auch die Frühdiagnostik macht Fortschritte. Eine Ende Mai 2026 im Lancet veröffentlichte Studie der University of California, San Francisco (UCSF) belegt: Bluttests erkennen fehlgefaltete Proteine bereits Jahre vor Symptomen. Teilnehmer mit entsprechenden Markern hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für raschen kognitiven Verfall innerhalb von fünf Jahren.

Wettbewerb und Gegenwind

Roche investierte 2025 rund 13,5 Milliarden Euro in die Forschung – Platz zwei im Branchenvergleich hinter MSD. Der Wettbewerb bleibt intensiv. Das Unternehmen Anli Xirong meldete im Juni 2026 positive Zwischendaten für den Wirkstoff Enrupatinib, der ebenfalls Neuroinflammation reduzieren soll.

Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck. Roche einigte sich im Dezember 2025 mit der US-Regierung über Preissenkungen bei gleichzeitigen Milliardeninvestitionen. In Deutschland sieht es anders aus: Boehringer Ingelheim und Eli Lilly kündigten im Juni 2026 an, geplante Investitionen wegen des gesetzlichen Preisdrucks deutlich zu reduzieren oder zu stoppen. Roche reagiert mit einer Anpassung seiner Lieferketten und setzt stärker auf Märkte mit stabilen Rahmenbedingungen.

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