Alzheimer-Bluttest, Genauigkeit

Alzheimer-Bluttest: 17-Minuten-Diagnose mit über 90% Genauigkeit

22.06.2026 - 12:32:00 | boerse-global.de

Neue Bluttests erkennen Alzheimer in 17 Minuten mit über 90% Genauigkeit. Milliarden-Deals und Studien zu Prävention und Therapie beleben den Markt.

Alzheimer-Bluttest in 17 Minuten: Neue Hoffnung durch Biomarker
Alzheimer-Bluttest - Nahaufnahme von Händen eines Wissenschaftlers, die Laborgeräte bedienen, mit leuchtenden neuronalen Netzwerken im Hintergrund. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Genauigkeit liegt bei über 90 Prozent. Hersteller wie Sysmex und Roche haben die entsprechenden Tests bereits mit CE-Kennzeichnung auf den Markt gebracht. Grundlage ist der Biomarker p-Tau217, der pathologische Veränderungen im Gehirn frühzeitig anzeigt.

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Milliarden-Deal: Lilly und BioArctic kooperieren

Die Pharmabranche setzt massiv auf neue Technologien. Eli Lilly und BioArctic haben am 22. Juni 2026 eine Forschungsvereinbarung geschlossen. Der Deal hat einen Gesamtwert von bis zu 800 Millionen US-Dollar. Ziel ist die Kombination eines Lilly-Wirkstoffs mit der BrainTransporter-Technologie von BioArctic. Damit soll die Blut-Hirn-Schranke überwunden werden – ein zentrales Problem bei der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.

Parallel dazu testen schwedische Forscher einen radikalen Ansatz: Am Skåne Universitätssjukhus injizieren sie gesunde Gene direkt ins Gehirn von Patienten. Ziel ist die Behandlung einer seltenen Demenzform, die auf Progranulinmangel beruht. In Schweden sind schätzungsweise 100 Menschen betroffen.

Tau-Oligomere im Fokus der Grundlagenforschung

Die Universität Osnabrück untersucht unter Leitung von Prof. Dr. Roland Brandt die Bildung von Tau-Oligomeren. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt will verhindern, dass diese löslichen Eiweißklumpen zum neuronalen Zelltod führen.

Eine groß angelegte Studie in Nature Neuroscience liefert zudem neue Erkenntnisse zur Rolle des Kleinhirns. Bei über 47.000 Erwachsenen zeigte sich: Ein größeres Volumen in bestimmten Kleinhirnregionen korreliert mit besserer Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion. Das Cerebellum fungiert offenbar als strukturelle Reserve für die Kognition im Alter.

Vorsicht bei Glucosamin – Fischöl ohne Effekt

Nicht jedes Supplement ist harmlos. Eine Studie der University of Florida in Nature Metabolism mit über 50.000 Probanden zeigt: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung ist die regelmäßige Einnahme von Glucosamin mit einem 25 Prozent höheren Alzheimer-Risiko verbunden. Die Forscher vermuten eine Hyperglykosylierung im Gehirn als Ursache.

Fischöl hingegen schützt das Gehirn nicht. Die Keck Medicine of USC untersuchte 365 ältere Erwachsene. Trotz erhöhter DHA-Werte im Gehirn zeigte sich kein Schutz vor dem Abbau des Hippocampus oder eine Verbesserung des Gedächtnisses. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 in eBioMedicine veröffentlicht.

Deutlich positiver fallen die Daten zu Diabetes-Medikamenten aus. SGLT2-Inhibitoren senken das Demenzrisiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent.

Kochen senkt Demenzrisiko – besonders bei Anfängern

Eine japanische Langzeitstudie mit rund 11.000 Senioren über sechs Jahre belegt: Wer mindestens einmal pro Woche kocht, senkt sein Demenzrisiko deutlich. Bei Männern beträgt die Reduktion 23 Prozent, bei Frauen 27 Prozent. Besonders stark profitierten Personen mit zuvor geringen Kochkenntnissen – hier sank das Risiko um 67 Prozent.

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Psilocybin fürs alternde Gehirn

Die UC Berkeley untersucht in der PLASTICITY-Studie, ob der Pilz-Wirkstoff Psilocybin die neuronale Plastizität bei gesunden Erwachsenen zwischen 60 und 85 Jahren fördern kann. Es ist eine der ersten Neuroimaging-Studien mit Psychedelika in dieser Altersgruppe. Stand Juni 2026 haben zwei von 20 geplanten Teilnehmern die Studie abgeschlossen.

Demenzwelle: Prävention könnte Anstieg halbieren

Die AOK Baden-Württemberg rechnet mit einem drastischen Anstieg der Demenzfälle. Aktuell sind es rund 150.000 in dem Bundesland. Bis 2060 könnte die Zahl auf über 280.000 steigen. Durch gezielte Prävention – etwa Behandlung von Bluthochdruck und Förderung sozialer Kontakte – ließe sich der Anstieg auf 170.000 bis 200.000 Fälle begrenzen.

Das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Demenzkranken wird sich von heute 48:1 auf 23:1 verschieben. Der Bedarf an effizienten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten wächst damit rasant.

de | wissenschaft | 69602169 |