Altgeräte in Schubladen: Lithium-Akkus verursachen 36 Brände jährlich
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In zahlreichen Haushalten lagern ungenutzte Mobiltelefone in Schubladen, was nach Einschätzungen von Fachleuten erhebliche Sicherheitsrisiken birgt. Wie aktuelle Berichte Mitte September 2026 verdeutlichen, gehen die Gefahren dabei sowohl von der verbauten Hardware als auch von verbleibenden Datenbeständen auf den Altgeräten aus. Besonders die in Smartphones verwendeten Lithium-Ionen-Akkus rücken dabei in den Fokus der Sicherheitswarnungen.
Akkumulatoren als potenzielle Brandquelle in Wohnräumen
Ein zentrales Risiko stellt die chemische Instabilität alter Akkus dar. Diese können sich bei längerer Nichtnutzung aufblähen, was als deutliches Warnzeichen für einen Defekt gilt.
Neben einer sichtbaren Wölbung des Gehäuses deuten auch ungewöhnliche Gerüche, extreme Hitzeentwicklung oder Risse im Material auf eine drohende Gefahr hin. In solchen Fällen besteht die Gefahr eines sogenannten Thermal Runaway, bei dem der Akku auf Druck oder Quetschung extrem reaktiv reagiert und Brände verursachen kann.
Zudem kann Restenergie in alten Batterien bei direktem Kontakt der Pole mit metallischen Gegenständen wie Münzen oder Schlüsseln Kurzschlüsse auslösen. Experten raten daher dazu, die Pole vor einer Entsorgung mit Klebeband abzudecken.
Sollten Anzeichen für einen Defekt vorliegen, dürfen die Geräte keinesfalls mehr geladen werden. Die Entsorgung muss über qualifizierte Sammelstellen wie Wertstoffhöfe oder den Elektrofachhandel erfolgen; der Verbleib im Hausmüll ist untersagt.
Statistische Relevanz der Fehlentsorgung
Die Tragweite unsachgemäßer Entsorgung wird durch Daten aus Österreich unterstrichen. Die Feuerwehr Amstetten verwies auf Schätzungen, wonach jährlich rund 3 Mio. Lithium-Batterien und Akkus fälschlicherweise im Restmüll landen. Dies führt regelmäßig zu folgenschweren Zwischenfällen in der Entsorgungswirtschaft. Im Jahr 2025 wurden etwa 36 größere Brände in Entsorgungsbetrieben registriert, bei denen Akkus als wahrscheinliche Ursache gelten.
Konkrete Ereignisse belegen die Brandgefahr im privaten und industriellen Sektor. So kam es im Juli zu einem Brand im Altstoffsammelzentrum Purgstall, ausgelöst durch einen Hoverboard-Akku. Weitere Vorfälle ereigneten sich im Dezember 2024 sowie im Februar 2026 im Betrieb Metran Kematen.
Auch ein Wohnhausbrand in Greinsfurth wurde auf einen defekten Laptop-Akku zurückgeführt. Für eine sichere Lagerung wird empfohlen, die Geräte kühl, trocken und verpackt aufzubewahren und den Akku alle paar Monate nachzuladen.
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Sicherheitsdefizite bei der Datenverwaltung und Gerätepflege
Neben physischen Gefahren bestehen erhebliche Risiken für die Privatsphäre. Gelöschte Fotos verbleiben oft als Datenreste auf dem Speicher, bis sie endgültig überschrieben werden. Ohne professionelle Bereinigung könnten Hacker solche Informationen wiederherstellen. Bei Betriebssystemen wie Android 11 bleiben Bilder zudem nach dem Löschen zunächst für 30 Tage in einem Papierkorb und sind erst danach dauerhaft entfernt.
Eine Untersuchung von Kaspersky aus dem März 2026, für die 7.200 Personen aus 18 Ländern befragt wurden, zeigt Lücken im Sicherheitsbewusstsein auf. Während 77 Prozent der Smartphone-Nutzer ihre Betriebssysteme und Anwendungen aktualisieren, wechseln lediglich 33 Prozent regelmäßig ihre Passwörter.
Nur 20 Prozent prüfen die vergebenen App-Berechtigungen, obwohl 58 Prozent der Befragten das Smartphone als ihr Hauptgerät für den Internetzugang nutzen.
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Für Nutzer, die ihre alten Geräte reaktivieren möchten, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen, bieten technische Anpassungen Möglichkeiten zur Leistungssteigerung. Fachberichte weisen darauf hin, dass das Deaktivieren von Animationen in den Systemeinstellungen ältere Geräte spürbar beschleunigen kann.
Bei Tests mit einem vier Jahre alten Oppo A55 öffneten sich Anwendungen nach dieser Anpassung deutlich schneller, während die Prozessorleistung und die Performance innerhalb von Apps, etwa beim Gaming, unverändert blieb.
