Altersvorsorgedepot, Start

Altersvorsorgedepot: Start verschiebt sich wohl auf 2027

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 10:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das geplante Nachfolgemodell der Riester-Rente wird sich wohl verzögern. Fehlende Verordnungen und Ausschreibungen gefährden den Starttermin.

Staatliches Altersvorsorgedepot: Starttermin 2027 wackelt
Altersvorsorgedepot - Eine stilisierte Darstellung der Zahl 2027, teilweise verschwommen oder verdeckt, um eine Verzögerung zu symbolisieren. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eigentlich soll das Nachfolgemodell der Riester-Rente am 1. Januar 2027 an den Start gehen. Doch Marktbeobachter und Wissenschaftler halten diesen Termin zunehmend für unrealistisch.

Fehlende Regeln bremsen das Projekt

Der Hauptgrund: Wichtige Rechtsverordnungen fehlen noch. Sie sollen die Details des neuen Depots regeln. Zudem stehen zeitaufwendige Ausschreibungsverfahren für das staatliche Standardangebot aus.

Ein Professor für Versicherungswesen sieht die Vorlaufzeiten als zu knapp an. Ein Start im Laufe des Jahres 2027 sei realistischer. Auch aus der Politik kommen Warnsignale. Ein Haushaltspolitiker der Grünen äußerte Bedenken, dass die pünktliche Umsetzung gefährdet sei. Das Bundesfinanzministerium teilt lediglich mit, dass die Gespräche noch laufen.

So funktioniert die Förderung

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Das Depot richtet sich grundsätzlich an alle Sparer, bietet aber besonders Gutverdienern steuerliche Vorteile. Die Förderstruktur: Bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr gibt es bis zu 540 Euro vom Staat.

Zusätzlich können Sparer jährlich bis zu 11.880 Euro ungefördert einzahlen. Experten zufolge profitieren vor allem Steuerzahler mit hohem Grenzsteuersatz. Das Modell verspricht deutliche Steuervorteile gegenüber bisherigen Vorsorgeformen.

Teil der großen Rentenreform

Das Depot ist nur ein Baustein einer umfassenden Reform. Die gesetzlichen Grundlagen sollen bis Ende 2026 stehen. Weitere Änderungen:

  • Kapitalrente: Ab 2028 geplant, finanziert durch Zusatzbeiträge von bis zu zwei Prozentpunkten.
  • Neue Beitragszahler: Selbstständige, Abgeordnete und Minijobber sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.
  • Rente mit 63: Die Abschaffung steht bevor. Ab 2031 soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden.
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Ein heikler Punkt bleibt die Ungleichbehandlung von Rentnern und Pensionären. Die Durchschnittsrente liegt bei rund 1.289 Euro, Pensionen erreichen im Schnitt 3.416 Euro. Beamte bleiben von der Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung vorerst verschont. Stattdessen ist geplant, das Pensionsniveau schrittweise an das allgemeine Rentenniveau anzugleichen.

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