Altersvorsorgedepot, Förderung

Altersvorsorgedepot: Neue Förderung ersetzt Riester ab Januar

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Altersvorsorgedepot löst die Riester-Rente ab. Staatliche Zulagen und ETF-Investments sollen die private Altersvorsorge neu beleben.

Altersvorsorgedepot 2027: Neue Chancen durch Wegfall der Beitragsgarantie
Ein moderner Schreibtisch mit digitalem Finanzchart auf einem Tablet und einem Sparschwein als Symbol für Altersvorsorge. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die deutsche Rentenlandschaft steht vor einem grundlegenden Umbau. Mit dem Altersvorsorgedepot und der Frühstartrente sollen neue kapitalmarktbasierte Modelle die private Vorsorge revolutionieren.

Das Ende der Beitragsgarantie

Der Bundesrat hat das Altersvorsorgedepot beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 löst es die Riester-Rente ab. Der entscheidende Unterschied: Die vollständige Beitragsgarantie fällt weg. Sparer können dafür in Fonds und ETFs investieren und so von höheren Renditen profitieren.

Bestehende Riester-Verträge bleiben geschützt. Ein Wechsel ins neue Depot ist aber möglich.

Die staatliche Förderung sieht so aus: Für Eigenbeiträge bis 360 Euro gibt es 50 Prozent Zulage. Bei Einzahlungen bis 1.440 Euro liegt der Satz bei 25 Prozent. Wer maximal 1.800 Euro einzahlt, erhält 540 Euro vom Staat. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sind zusätzlich 443 Euro Steuererstattung drin. Ungefördert können Anleger jährlich bis zu 11.880 Euro einzahlen.

Frühstartrente: 10 Euro pro Monat für jedes Kind

Ein Gesetzentwurf für die Frühstartrente ist bereits in der Ressortabstimmung. Geplant: Der Staat zahlt ab dem sechsten Geburtstag monatlich 10 Euro pro Kind – bis zum 18. Lebensjahr. Rückwirkend zum 1. Januar 2026 gilt das für den Geburtsjahrgang 2020 und alle jüngeren Kinder. Insgesamt fließen so 1.440 Euro pro Kind über zwölf Jahre.

Die Deutsche Bundesbank verwaltet das Geld kollektiv in Aktienanlagen. Mit 18 Jahren geht das Kapital ins normale Altersvorsorgedepot über. Eltern können zusätzlich bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen.

Das Potenzial ist enorm: Bei einem monatlichen Elternzuschuss von 10 Euro und angenommenem Marktwachstum könnte das Depot bis zum 65. Lebensjahr auf über 100.000 Euro anwachsen.

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Das neue Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente ab 2027 – mit höheren Renditechancen durch ETFs und Fonds. Wer die staatlichen Zulagen von bis zu 540 Euro pro Jahr optimal nutzt, kann sein Vermögen steuerfrei aufbauen. Jetzt Förderrechner anfordern

Streit um die Kapitalrente

Die Politik diskutiert parallel über eine Kapitalrente. Ein Vorschlag der Rentenkommission sieht vor, 2 Prozent des Bruttoeinkommens zusätzlich zu erheben – je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ab 2028 soll das schrittweise mit jährlich 0,5 Prozent eingeführt werden, bis 2032 das volle System steht.

Die Wirtschaft ist alarmiert. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnt vor 40 Milliarden Euro Zusatzbelastung für Unternehmen. Der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung könnte auf 22 Prozent steigen.

Als Vorbild gilt Schweden: Dort fließt ein Teil der Beiträge in den staatlichen AP7-Fonds, der im Schnitt 11 Prozent Rendite pro Jahr erzielte.

BGH kippt Gebühren bei Riester-Bausparverträgen

Der Bundesgerichtshof (Az. XI ZR 83/25) erklärte Jahresentgelte bei Riester-Bausparverträgen für unwirksam. Betroffene können Gebühren für mindestens drei Jahre zurückfordern – im verhandelten Fall waren das 24 Euro pro Jahr.

Steuerliche Regeln für das neue Depot

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In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei. Bei der Auszahlung wird der geförderte Teil voll versteuert, der ungeförderte nach dem Halbeinkünfteverfahren.

Das Depot ist vererbbar. Stirbt der Inhaber vor Rentenbeginn, müssen staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden – es sei denn, das Guthaben geht auf den Ehepartner über. In der Auszahlungsphase bleibt das Kapital bei einem Auszahlplan vererbbar. Bei einer Leibrente enden die Zahlungen mit dem Tod, sofern keine Rentengarantiezeit vereinbart wurde.

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