Altersvorsorge, Riester-Rente

Altersvorsorge: Riester-Rente endet – neues Depot ab Januar 2027

11.06.2026 - 08:39:20 | boerse-global.de

Hohe Verschuldung und Inflation erfordern Liquidität. Ab 2027 löst ein flexibles Aktiendepot die Riester-Rente ab.

Finanzplanung 2026: Notgroschen, Zinswende und neues Altersvorsorgedepot
Altersvorsorge - Hände stapeln Euro-Münzen und Banknoten auf einem Holztisch neben einem Sparschwein, symbolisierend finanzielle Rücklagen und Sparstrategien. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während die Verschuldungszahlen die Bedeutung von Notgroschen unterstreichen, bereitet eine Reform der Altersvorsorge ab 2027 völlig neue Rahmenbedingungen.

Drei Monatsgehälter als Sicherheitspolster

Etwa 5,56 Millionen Erwachsene in Deutschland gelten als überschuldet – rund acht Prozent. Finanzexperten raten deshalb zu einer soliden Liquiditätsreserve. Die Faustregel: drei Netto-Monatsgehälter auf der hohen Kante. Aufbauen lässt sich das Polster mit monatlich fünf Prozent des Nettoeinkommens.

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Für den schnellen Zugriff eignen sich Tagesgeld- oder Girokonten. Grundlage ist ein systematischer Einnahmen-Ausgaben-Plan, der Sicherheit, Rentabilität und Liquidität in Balance hält.

Zinsdschungel: Bis zu 4 Prozent möglich

Das Zinsumfeld im Juni 2026 zeigt krasse Unterschiede. Sparkassen und Volksbanken zahlen im Schnitt gerade mal 0,4 Prozent auf Tagesgeld. Überregionale Anbieter locken dagegen mit Spitzenkonditionen von bis zu 2,6 Prozent. Aktionszinsen erreichen sogar 4 Prozent.

Auffällig ist das West-Ost-Gefälle. Für einjähriges Festgeld gibt es im Westen 1,82 Prozent, in Ostdeutschland nur 1,28 Prozent. Sachsen-Anhalt bildet mit 1,17 Prozent das Schlusslicht.

Dem stehen Inflationsraten von 2,6 Prozent (mit Tankrabatt) bzw. 2,9 Prozent (ohne) gegenüber. Im Euroraum lag die Teuerung im Mai bei 3,2 Prozent. Die EZB entscheidet heute über eine mögliche Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte – als Antwort auf den anhaltenden Preisdruck bei Energie.

Das Ende der Riester-Rente naht

Zum 1. Januar 2027 kommt das Altersvorsorgedepot. Es ersetzt die klassische Riester-Rente und bietet mehr Flexibilität. Die strikte Beitragsgarantie fällt weg – Investitionen von bis zu 100 Prozent in Aktien-ETFs werden möglich.

Die staatliche Förderung im Überblick:
- Grundzulage: bis zu 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag
- Kinderzulage: 300 Euro pro Kind
- Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro
- Auch Selbstständige sind förderberechtigt

Die Kosten für Standardprodukte sind auf ein Prozent gedeckelt. Als mögliche Verwalter sind Bundesbank oder KfW im Gespräch. Der maximale Eigenbeitrag liegt bei 6.840 Euro pro Jahr. Steuervorteil: Während der Ansparphase fällt keine Abgeltungsteuer an.

Breit streuen, früh übertragen

Neben staatlichen Modellen gewinnen alternative Strategien an Bedeutung. Die FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early) setzt auf breite Diversifikation: Aktien-ETFs, Immobilien und Staatsanleihen mit Renditen von fünf bis sechs Prozent.

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Für die Vermögensübertragung bietet das Nießbrauchrecht eine clevere Option. Wertpapiere lassen sich frühzeitig auf die nächste Generation übertragen, während Erträge wie Dividenden oder Zinsen beim Übergeber bleiben. Das optimiert die Steuerlast bei der Erbschaftsplanung.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge fordern Gewerkschaften eine hälftige Beteiligung der Arbeitgeber. Über 20 Millionen Beschäftigte haben derzeit keine entsprechende Absicherung. Arbeitgeberverbände warnen vor einer finanziellen Überforderung kleinerer Unternehmen.

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