Altersvorsorge, Zukunft

Altersvorsorge: Nur 50% der 60-Jährigen sprechen über ihre Zukunft

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 03:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das niederländische Gesundheitsministerium wirbt für frühzeitige Altersplanung und bietet über einen Online-Check Orientierung zu Wohnen und Vorsorge.

Niederlande starten Altersvorsorge-Kampagne für Menschen ab 60
Ein heller, barrierefrei gestalteter Wohnraum mit Blick in einen Garten, der zum Verweilen einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Einem Bericht vom 14. September 2026 zufolge hat das niederländische Ministerium für Volksgesundheit (VWS) seine erneuerte Aufklärungskampagne unter dem Titel „Praat heute over morgen“ vorgestellt.

Die Initiative richtet sich gezielt an Personen ab 60 Jahren und soll das Bewusstsein für eine rechtzeitige Lebensplanung im Alter schärfen. Im Zentrum der Kampagne stehen die drei Schwerpunkte Wohnen, körperliche Fitness und das gegenseitige Füreinander-Sorgen.

Strategische Einbettung in die nationale Altenpflege

Die Maßnahme ist organisatorisch im sogenannten Hoofdlijnenakkoord Ouderenzorg verankert. Unter der zentralen Leitlinie, das Älterwerden nicht aufzuschieben, wirbt die Kampagne für einen aktiven Dialog zwischen Angehörigen und Betroffenen. Die zuständige Ministerin für Langzeitpflege, Mirjam Sterk, hob hervor, dass ein angenehmes Altern eine sorgfältige Vorbereitung verlange.

Unterstützt wird das Vorhaben von der 66-jährigen Sängerin Ruth Jacott als Botschafterin. Sie wies im Rahmen der Kampagne darauf hin, dass es zwar nicht realistisch sei, die gesamte Zukunft bis ins Detail durchzuplanen, eine grundlegende Auseinandersetzung mit den kommenden Lebensabschnitten jedoch unabdingbar bleibe.

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Nach Einschätzung des Ministeriums werden Gespräche über den Prozess des Alterns und dessen praktische Folgen in der Praxis noch immer zu häufig vertagt.

Diskrepanz zwischen Wohnwünschen und Vorsorge

Wie notwendig eine frühzeitige Ansprache ist, untermauern Erhebungen des Ministeriums aus einer Untersuchung aus dem Jahr 2024. Den damaligen Daten zufolge sprach lediglich die Hälfte der 60- bis 75-Jährigen über ihre persönliche Zukunft. Gleichzeitig äußerten 80 Prozent der Befragten den Wunsch, auch im höheren Alter in der vertrauten Wohnung verbleiben zu wollen.

Diese Haltung verdeutlicht eine bestehende Lücke bei der Vorbereitung: Viele Seniorinnen und Senioren setzen sich erst spät mit Fragen der Barrierefreiheit oder veränderten Unterstützungsbedarfen auseinander, insbesondere solange die eigene Mobilität und Gesundheit im Alltag noch vollständig erhalten sind.

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Niedrigschwellige Bestandsaufnahme per Online-Check

Um die Hürden für den Einstieg in das Thema zu senken, umfasst das Informationsangebot einen sogenannten Later-Check auf der Website praatvandaagovermorgen.nl. Unter anderem die Gemeinde Hoeksche Waard verwies auf dieses digitale Werkzeug, das in rund fünf Minuten absolviert werden kann.

Der Kurztest behandelt wesentliche Säulen der Vorsorge, darunter bestehende Einrichtungen im Wohnumfeld, soziale Kontakte, Aktivitäten, die eigene Fitness sowie die aktuelle Wohnsituation.

Die Abfrage beinhaltet dabei drei konkrete Kernfragen: Sie thematisieren die Barrierefreiheit des aktuellen Zuhauses, das soziale Netzwerk in der Nachbarschaft sowie die frühzeitige Registrierung für alternative Wohnformen. Das Tool soll Menschen ab 60 Jahren dazu anregen, potenzielle Herausforderungen im Alter vorausschauend zu bewältigen, bevor akuter Handlungsbedarf entsteht.

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