Altersvorsorge: Neues Depot löst Riester ab, 44 Mio. interessiert
04.06.2026 - 23:26:10 | boerse-global.de
Ab Januar 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Das Modell fördert das Sparen mit Aktienfonds und ETFs – und stößt auf großes Interesse.
Eine Untersuchung von Sirius Campus und Aeiforia aus dem Frühjahr 2026 zeigt: 58 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten kennen das neue Instrument bereits. Die Experten rechnen in der ersten Phase mit 4,5 Millionen Abschlüssen. Bei aktiver Marktansprache seien sogar bis zu 10 Millionen Verträge möglich. Das jährliche Sparvolumen? Rund 7 Milliarden Euro.
Sicherheit bleibt wichtig
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Trotz der Ausrichtung auf Aktienmärkte ist das Sicherheitsbedürfnis der Anleger hoch. Nur 9 Prozent der Befragten bevorzugen eine Anlage ohne Garantien. 44 Prozent wünschen sich eine Absicherung von 80 Prozent des Kapitals.
Bestehende Riester-Verträge lassen sich ab 2027 in das neue Depot übertragen. Das betrifft ein Volumen von rund 225 Milliarden Euro. Bei Laufzeiten über fünf Jahren ist der Wechsel kostenfrei.
Altersarmut: Frauen besonders betroffen
Die neuen Sparanreize kaschieren ein wachsendes Problem. Der AXA Vorsorge Report vom März 2026 zeigt: 34 Prozent der befragten Frauen fürchten, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können.
Besonders dramatisch ist die Lage für die Generation X. In der Altersgruppe der 46- bis 61-Jährigen können sich 61 Prozent keine zusätzlichen Ersparnisse leisten. Fast vier von zehn Frauen dieser Kohorte sparen gar nicht für das Alter.
Frührente auf dem Prüfstand
Könnte die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente die Staatskasse entlasten? Eine DIW-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung sagt: Ja. Pro Rentnerjahrgang wären rund 9,5 Milliarden Euro drin. Jährlich nutzen 250.000 bis 280.000 Personen diese Regelung.
Phishing-Betrug: Gericht stärkt Verbraucher
Digitale Sicherheit wird auch für Senioren zum Thema. Die Polizei registrierte 2025 rund 96.400 Betrugsfälle rund um Konten und Zahlungskarten – ein Anstieg von 5 Prozent.
Ein Urteil des OLG Koblenz vom April 2026 gibt Verbrauchern Rückenwind. Nach einem Phishing-Angriff musste eine Bank einem Kunden über 56.000 Euro erstatten. Der Grund: Eine grobe Fahrlässigkeit des Nutzers ließ sich nicht nachweisen.
Bürokratieabbau für Senioren
Auch die Verwaltung wird einfacher. Geplant: Personen über 70 müssen ihren Personalausweis künftig nicht mehr verlängern. Im Januar 2027 kommt zudem die digitale Brieftasche (EUDI-Wallet). Sie soll Behördengänge vereinfachen.
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Experten raten dennoch: Klassische Vorsorgeinstrumente wie Vollmachten und die Regelung des digitalen Nachlasses bleiben wichtig.
Branchenlösung Bau: 30 Millionen Euro ausgezahlt
Neben staatlichen Systemen zeigen langjährige Branchenlösungen stabile Ergebnisse. Die Sozialkassen der Bauwirtschaft zahlten über ihre freiwillige Zusatzrente in 25 Jahren über 30 Millionen Euro aus. Aktuell nutzen rund 125.000 Arbeitnehmer dieses Modell. Finanzexperten empfehlen zunehmend eine Kombination aus verschiedenen Anlageformen.
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