Altersvorsorge-Lücke, Frauen

Altersvorsorge-Lücke: 38% der Frauen sparen gar nicht fürs Alter

05.06.2026 - 13:22:57 | boerse-global.de

Digitale Vermögenswerte wie Kryptos und Online-Konten erfordern eine systematische Nachlassplanung. Der AXA Report zeigt zudem große Vorsorgelücken bei Frauen auf.

Digitales Erbe: Neue Herausforderungen für die private Vorsorge
Altersvorsorge-Lücke - Eine nachdenkliche Frau in ihren 30ern, umgeben von verschwommenen Finanzdokumenten, die eine Lücke in der Altersvorsorge symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während klassische Nachlassplanung oft nur physische Dokumente und Sachwerte berücksichtigt, rücken Online-Konten, Kryptowährungen und Social-Media-Profile immer stärker in den Fokus. Ohne systematische Organisation drohen rechtliche Unsicherheiten und der Verlust von Vermögenswerten.

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Inventur im Netz: Was gehört zum digitalen Erbe?

Der erste Schritt ist die Dokumentation aller digitalen Identitäten. Dazu zählen E-Mail-Konten, Profile in sozialen Netzwerken, Online-Banking-Zugänge, Kryptowährungen und digitale Abonnements. Experten empfehlen eine detaillierte Inventarisierung dieser Inhalte.

In den USA bietet der „Revised Uniform Fiduciary Access to Digital Assets Act“ (RUFADAA) einen rechtlichen Rahmen für den Zugriff Bevollmächtigter. Plattformbetreiber wie Google oder Facebook haben eigene Funktionen entwickelt: den „Inactive Account Manager“ oder Nachlasskontakte. Damit können Nutzer bereits zu Lebzeiten festlegen, was im Todesfall mit ihren Daten passiert.

Spezialisierte Dienstleister wie Everly Digital bieten zentrale Plattformen, auf denen Notfallinformationen und digitale Nachlassdetails sicher hinterlegt werden können.

Vorsorgelücke: Frauen besonders betroffen

Die Dringlichkeit einer frühzeitigen Planung zeigt der AXA Vorsorge Report vom März 2026. Die Umfrage unter mehr als 2.000 Personen offenbart signifikante Lücken bei Frauen. 34 Prozent der befragten Frauen befürchten, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. 31 Prozent äußerten Sorgen vor Altersarmut.

Besonders kritisch ist die Lage bei den 46- bis 61-Jährigen: 61 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe gaben an, sich keine zusätzliche Vorsorge leisten zu können. Insgesamt sparen 38 Prozent der befragten Frauen derzeit gar nicht für das Alter. 40 Prozent rechnen damit, über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten zu müssen.

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Politische Reformen wie die Anpassung des Ehegattensplittings werden diskutiert, um stärkere Arbeitsanreize für Frauen zu schaffen.

Unternehmenserben und Immobilien: Die Haftungsfalle

Für Unternehmensinhaber wird der Nachlass schnell zum Haftungsrisiko. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge – bei Unternehmensanteilen drohen Führungslosigkeit oder blockierte Erbengemeinschaften. Eine klare Regelung der Testamentsvollstreckung ist essenziell, um den Fortbestand des Betriebs zu sichern.

Auch bei Immobilien wird die Planung komplexer. Der demografische Wandel führt aktuell zu einer historisch hohen Zahl an Vermögensübertragungen. Erben stehen oft vor Herausforderungen bei der Bewertung und dem Verkauf von Objekten. Regionale Marktkenntnis spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Hilfe vor Ort: Bildungsangebote im Juni

Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, finden im Juni zahlreiche Informationsveranstaltungen statt. Im rheinland-pfälzischen Kusel wird Ende Juni über die Organisation von E-Mail-Konten und Social-Media-Profilen nach dem Tod informiert. Parallel gibt es Online-Vorträge zur Erstellung persönlicher Notfallordner.

In Dresden richtet sich ein „Digitalcafé“ speziell an Menschen über 60 Jahre. Eine Aktionswoche im Kreis Warendorf umfasst Ende Juni Workshops zu Themen wie Medienerziehung und VR-Technik.

Neue Perspektiven: Das Altersvorsorgedepot

Ein Blick in die Zukunft zeigt das Potenzial neuer Finanzprodukte. Eine Studie von Sirius Campus und Aeiforia vom Juni 2026 prognosticiert für das Jahr 2027 bis zu zehn Millionen Abschlüsse des neuen Altersvorsorgedepots. Das erwartete jährliche Sparvolumen liegt bei rund sieben Milliarden Euro.

Über ein Viertel der Befragten sieht ein Wechselpotenzial aus bestehenden Riester-Verträgen. Das neue Instrument könnte ein wesentlicher Baustein der digitalen und finanziellen Vorsorge werden.

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