Altersvorsorge: Beratung verdoppelt Sparquote bei jungen Erwachsenen
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 16:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Externe Beratung kann helfen – doch Verbraucherschützer warnen vor Abzocke.
Früh vorsorgen lohnt sich
Wer früh mit der Altersvorsorge beginnt, spart mehr. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Demnach starten 61 Prozent der beratenen Personen vor ihrem 35. Lebensjahr mit dem Sparen. Bei Menschen ohne Beratung sind es nur 41 Prozent. Auch die Regelmäßigkeit unterscheidet sich: 73 Prozent der Beratenen zahlen monatlich ein, in der unberatenen Gruppe sind es 55 Prozent.
Professor Oliver Schellenberger erklärt den Effekt: „Professionelle Begleitung baut Ängste ab und nimmt das Gefühl der Überforderung.“ Das ist besonders relevant, denn das geplante Altersvorsorgereformgesetz tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
Die finanzielle Belastung zeigt sich auch am Immobilienmarkt. In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen um 8,4 Prozent. Experten sehen die Ursache in der Kombination aus hohen Zinsen und anhaltender Inflation.
Smart Meter: Chance oder Kostenfalle?
Bis 2032 müssen moderne Messeinrichtungen in allen Haushalten installiert sein. Für Haushalte mit hohem Verbrauch oder Photovoltaik-Anlagen gilt der Pflichteinbau intelligenter Messsysteme sogar schon bis Ende 2030.
Die Umfragewerte sind positiv: 83 Prozent der Haushalte bewerten die Einführung von Smart Metern als vorteilhaft. Besonders Besitzer von Elektroautos oder Wärmepumpen erwarten Kostenvorteile. Und die Rechnung geht auf: Investitionen in PV-Anlagen mit Speicher amortisieren sich nach etwa zehn Jahren. Im März 2026 wurde beim Zubau von Batteriespeichern ein Rekordwert von 1.099 Megawattstunden verzeichnet.
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Doch Vorsicht: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor irreführender Werbung. Versprochene Ersparnisse von bis zu 131 Euro pro Jahr sind oft nur mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen realisierbar. Zudem liegen die Betriebskosten privater Anbieter teils deutlich über der gesetzlichen Obergrenze von 50 Euro.
Bis zum 31. Dezember 2026 müssen zudem Wärme- und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, können Mieter ihre Heizkostenabrechnung pauschal um drei Prozent kürzen.
Coaching-Fallen und Fakeshops im Visier
Mit dem wachsenden Interesse an Einsparmöglichkeiten steigt auch die Zahl dubioser Angebote. Die Verbraucherzentrale Rhein-Berg bearbeitete 2025 über 4.600 Anliegen. Besonders häufig sind sogenannte Coaching-Fallen: Verbraucher werden zu Verträgen mit hohen Summen gedrängt. In einem dokumentierten Fall konnte ein Vertrag über mehr als 3.800 Euro erst nach rechtlicher Prüfung storniert werden.
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Experten warnen zudem vor KI-generierten Inhalten. Diese werden genutzt, um täuschend echte Fakeshops oder betrügerische Anlageberatungen zu erstellen. Bereits im Frühjahr 2025 gab es vermehrt Warnungen vor dubiosen Nahrungsergänzungsmitteln und intransparenten Online-Coachings.
Kommunale Haushaltskonsolidierung als Vorbild
Dass externe Beratung auch auf kommunaler Ebene wirkt, zeigt ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen. Im Schwelmer Stadtrat wurde ein Antrag auf eine externe Organisationsuntersuchung eingebracht. Ziel ist es, Einsparpotenziale in den Bereichen Jugend, Soziales und Immobilienmanagement zu identifyzieren. Solche strukturellen Prüfungen könnten auch für große private Haushalte oder Hausverwaltungen als Vorbild dienen.
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