Altersvorsorge: 34% der Frauen fürchten finanzielle Notlage im Alter
07.06.2026 - 03:09:35 | boerse-global.de
Besonders Frauen fürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Das zeigt der aktuelle Vorsorge-Report eines Versicherers vom März 2026.
Geschlechterkluft bei der Vorsorge
Für die Studie wurden über 2.000 Personen befragt. Das Ergebnis: 34 Prozent der Frauen befürchten, im Alter ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Fast jede Dritte sorgt sich vor Altersarmut.
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Besonders prekär ist die Lage bei den 46- bis 61-Jährigen. 61 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe gaben an, sich keine zusätzliche Vorsorge leisten zu können. Rund 38 Prozent der Frauen sparen überhaupt nicht für das Alter. Die Folge: Vier von ohne zehn Frauen erwarten, über das Rentenalter hinaus arbeiten zu müssen.
Pflegereform: Weniger Beiträge für pflegende Angehörige
Die Politik reagiert mit Sparmaßnahmen auf die drohenden Defizite. Gesundheitsministerin Nina Warken legte Pläne für eine Pflegereform vor. Sie soll ein für 2027 erwartetes Defizit von 7,6 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung abfedern.
Der zentrale Punkt: Die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige sollen ab 2027 um 30 Prozent gekürzt werden. Das spart 1,8 Milliarden Euro. Für Betroffene mit Pflegegrad 5 bedeutet das: Die monatlichen Rentenbeiträge sinken von rund 735 Euro auf etwa 515 Euro.
Rente mit 63: Abschaffung bringt mehr Geld
Auch die Rente mit 63 steht zur Disposition. Berechnungen zeigen: Wer als Durchschnittsverdiener mit 50.000 Euro Bruttojahreseinkommen zwei Jahre länger arbeitet, könnte über die gesamte Rentenlaufzeit 18.700 Euro mehr bekommen.
Die Linken-Politikerin Sarah Vollath kritisiert das scharf. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters übersteige die Entwicklung der Lebenserwartung. Das komme faktisch einer Rentenkürzung gleich.
Systemwechsel: Beamte sollen einzahlen
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas fordert einen grundlegenden Systemwechsel. Anfang Juni 2026 schlug sie vor, Beamte und Freiberufler wie Ärzte und Rechtsanwälte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Ziel sei ein gemeinsames System für alle Erwerbstätigen.
Die Unterschiede sind enorm: Die durchschnittliche gesetzliche Bruttorente liegt bei rund 1.240 Euro. Beamtenpensionen belaufen sich dagegen auf 3.240 bis 3.416 Euro monatlich. Experten des IW Köln warnen jedoch vor hohen Kosten. Aktive Beamte müssten mit Einbußen von 600 bis 800 Euro rechnen.
Senioren: Vermögen relativ hoch
Trotz aller Sorgen zeichnen Wirtschaftswissenschaftler ein differenziertes Bild. Eine IW-Studie vom Juni 2026 zeigt: Das mittlere Nettovermögen von Senioren liegt bei rund 140.000 Euro. Der Bevölkerungsdurchschnitt beträgt dagegen nur 103.000 Euro.
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Rechnet man das Vermögen mit ein, sinkt die Armutsgefährdungsquote der Älteren von 18 auf 11 Prozent.
Staatliche Hilfen: Wohngeld und Mütterrente
Für Rentner mit geringen Bezügen gibt es Unterstützung. Das Wohngeld-Plus wurde Anfang 2023 ausgeweitet. 2026 liegt die durchschnittliche Höhe bei etwa 370 Euro monatlich.
Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg stärkt zudem die Rechte von Grundsicherungsempfängern. Sozialämter müssen unter bestimmten Bedingungen die tatsächliche Miete übernehmen – wenn kein schlüssiges Konzept für den Bedarf älterer Menschen vorliegt.
Eine weitere Entlastung kommt ab Januar 2027: die Mütterrente III. Für vor 1992 geborene Kinder werden künftig drei Entgeltpunkte pro Kind anerkannt. Das betrifft über 10 Millionen Rentenkonten. Die Auszahlung erfolgt voraussichtlich ab 2028 rückwirkend für das Jahr 2027.
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