Altersvorsorge, Kostenquoten

Altersvorsorge 2027: Kostenquoten entscheiden über 70.000 Euro Rendite

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Smartbroker plant drei Jahre Kostenfreiheit bis 25.000 Euro, während Modellrechnungen den Einfluss der Gebühren auf das Altersvorsorgekapital zeigen.

Altersvorsorgedepot 2027: Smartbroker startet Gebührenoffensive
Eine Sanduhr auf einem leeren Holztisch symbolisiert den langfristigen Anlagehorizont und das Sparen für das Alter. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts der bevorstehenden Reform der privaten Altersvorsorge positionieren sich Finanzdienstleister mit neuen Produktangeboten für das künftige Altersvorsorgedepot. Im Zentrum der aktuellen Marktentwicklung stehen dabei aggressive Preismodelle, die darauf abzielen, Marktanteile bereits vor dem offiziellen Förderstart zu sichern. Besonders deutlich wird dieser Wettbewerb bei den laufenden Produktkosten und Transaktionsgebühren.

Gebührenbefreiung als Strategie zur Markteinführung

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Angebote ist die Senkung der Kostenbarrieren für Sparer. Berichten von Anfang September 2026 zufolge plant die Smartbroker AG für ihr Angebot unter der Marke SMARTBROKER+ eine weitreichende Kostenbefreiung.

Das Modell sieht vor, dass im Standarddepot in den ersten drei Jahren neben Depotgebühren, Sparplankosten und Orderprovisionen auch die laufenden ETF-Kosten (TER) vollständig entfallen. Diese Erstattung der Produktkosten gilt bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro.

Um die Kostenfreiheit über die initialen drei Jahre hinaus aufrechtzuerhalten, knüpft das Unternehmen die Erstattung der ETF-Kosten an eine aktive Nutzung des Hauptdepots. Demnach müssen Anleger mindestens 15 Transaktionen pro Kalenderjahr tätigen.

Für das Standarddepot stehen drei Varianten zur Auswahl, die auf breiten Marktindizes wie dem MSCI World, dem MSCI ACWI oder dem FTSE All-World basieren. Die regulären Produktkosten dieser ETFs liegen überwiegend unter 0,15 Prozent pro Jahr. Eine Voranmeldung für dieses Modell ist bereits über die entsprechende App möglich, wobei der offizielle Förderstart für den 1. Januar 2027 terminiert ist.

Auswirkungen von Kostenquoten auf die langfristige Rendite

Die Bedeutung niedriger Gebühren wird durch Modellrechnungen verdeutlicht, die den Einfluss der Kosten auf das Endkapital über lange Zeiträume simulieren. Bei einer monatlichen Sparrate von 150 Euro über 40 Jahre und einer angenommenen Bruttorendite von 6 Prozent ergibt sich ohne Kosten ein Kapitalstock von rund 299.000 Euro.

Sinken die Kosten auf 0,20 Prozent, reduziert sich der Betrag auf etwa 283.000 Euro. Bei Ausnutzung des gesetzlich vorgesehenen Kostendeckels von 1 Prozent für Standarddepots würde das Endkapital hingegen auf rund 229.000 Euro fallen.

Vorstand Thomas Soltau wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der größte Wettbewerbsdruck künftig bei klassischen Banken entstehen dürfte. Obwohl die Reform erst im Jahr 2027 greift, habe der Kampf um die Kunden bereits begonnen.

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Der Preiskampf um das Altersvorsorgedepot hat längst begonnen — obwohl der Förderstart erst am 1. Januar 2027 liegt. Modellrechnungen zeigen, dass die laufende Kostenquote über 40 Jahre über mehrere zehntausend Euro Endkapital entscheidet. Wer die Konditionen der Anbieter jetzt vergleicht, trifft die Wahl nicht unter Zeitdruck. Kostenquoten-Vergleich jetzt kostenlos anfordern

Wettbewerbslandschaft und alternative Anbieter

Auch andere Marktteilnehmer haben ihre Konditionen für das kommende Altersvorsorgesystem konkretisiert. Die Deka plant für ihr Standard-Altersvorsorgedepot eine jährliche Gebühr von 0,1 Prozent, während weitere Depotkosten entfallen sollen. Das Angebot basiert auf eigenen Aktien- und Anleihe-ETFs und soll digital sowie über das Filialnetz der Sparkassen vertrieben werden.

Scalable Capital sieht laut Berichten vom September 2026 eine maximale jährliche Kostenquote (TER) von 0,15 Prozent vor, wobei die Kosten im ersten Jahr vollständig entfallen sollen. Der Anbieter Quirion setzt auf zwei ETFs der Marke Vanguard, die kostenfrei angeboten werden.

Die ING hat bereits eine Warteliste für das neue Produkt eingerichtet, jedoch noch keine spezifischen Konditionen für das Altersvorsorgedepot veröffentlicht, während das bestehende Direkt-Depot und ETF-Sparpläne bereits ohne Ausführungsgebühren geführt werden.

Regulatorischer Rahmen und Förderbedingungen

Das neue Altersvorsorgedepot löst zum 1. Januar 2027 die bisherige Riester-Rente ab, deren Neugeschäft zum Jahresende 2026 endet. Die staatliche Förderung sieht künftig Zulagen vor, die nach der Höhe der Eigenbeiträge gestaffelt sind.

Für Eigenbeiträge bis 360 Euro werden 50 Cent je investiertem Euro gewährt; für Beträge zwischen 361 Euro und 1.800 Euro beträgt der Zuschuss 25 Cent. Die maximale Grundzulage liegt somit bei 540 Euro pro Jahr.

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Viele Sparer wollen vor dem Förderstart 2027 möglichst schnell umschichten. Experten raten bei bestehenden Riester-Verträgen jedoch zur Besonnenheit: Übertragungen sind vor dem 1. Januar 2027 nicht möglich, und eine übereilte Kündigung kann Zulagen und Steuervorteile kosten. Der Leitfaden zeigt, welche Punkte vor jeder Entscheidung geklärt sein sollten. Checkliste Altersvorsorgedepot jetzt sichern

Zusätzlich können Anleger Kinderzulagen von bis zu 300 Euro pro Kind erhalten. Für Berufseinsteiger unter 25 Jahren ist ein einmaliger Bonus von 200 Euro vorgesehen. Steuerlich ergeben sich Vorteile durch den Sonderausgabenabzug, die je nach Grenzsteuersatz variieren.

Experten raten Riester-Kunden jedoch zur Besonnenheit: Da vor dem 1. Januar 2027 keine Übertragungen in das neue System möglich sind, könnten übereilte Kündigungen bestehender Verträge zum Verlust von Zulagen und Steuervorteilen führen.

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