Google-Suche wächst langsamer – Alphabet-Aktie fällt neun Prozent
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAlphabet setzt auf Cloud und KI
- Alphabet erzielte im Quartal 127,6 Milliarden Dollar Umsatz.
- Die Suchwerbung brachte 63,35 Milliarden Dollar und blieb hinter den Analystenerwartungen zurück.
- Die Kapitalinvestitionen stiegen binnen eines Quartals auf gut 51 Milliarden Dollar.
Alphabet verfehlt Erwartungen der Wall Street
Google wird dank neuer KI-Übersichten stärker genutzt, doch das Wachstum im zentralen Suchgeschäft hat sich verlangsamt. Nach den Quartalszahlen ließ die Wall Street die Aktie der Alphabet-Mutter in einer ersten Reaktion um rund neun Prozent fallen.
Umsatz steigt, Gewinn sinkt
Alphabet steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um rund 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar, umgerechnet 114,4 Milliarden Euro. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten knapp.
Unter dem Strich sank der Gewinn um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Milliarden Dollar. Die Gewinnentwicklung hängt inzwischen stark von Schwankungen bei der Bewertung von Investitionen ab, darunter bei der Weltraumfirma SpaceX.
Suchwerbung wächst langsamer
Die Werbeerlöse rund um die Google-Suche legten im Jahresvergleich um rund zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten im Schnitt mit rund 65 Milliarden Dollar gerechnet.
Google-Manager Philipp Schindler sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Zahl der Suchanfragen wachse so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Werbeplätze im KI-Modus seien für den Konzern derzeit jedoch weniger lukrativ als jene im klassischen Suchmaschinenumfeld.
Cloud-Geschäft übertrifft Erwartungen
Der Umsatz mit Cloud-Diensten wurde mit 30,7 Milliarden Dollar etwas mehr als verdoppelt und lag damit über den Markterwartungen. Google entwickelt eigene KI-Modelle unter dem Namen Gemini und stellt seine Server anderen Unternehmen für Cloud-Dienste zur Verfügung.
Alphabet erhöht KI-Ausgaben
Wie andere große Technologiekonzerne investiert Alphabet Dutzende Milliarden Dollar in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Die Kapitalinvestitionen stiegen im vergangenen Quartal auf gut 51 Milliarden Dollar, nachdem sie in den drei Monaten davor knapp 45 Milliarden Dollar betragen hatten.
Vor drei Monaten hatte Alphabet die Spanne für die Infrastruktur-Ausgaben in diesem Jahr auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben. Die aktuellen Zahlen rücken damit die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell sich der KI-Ausbau in zusätzlichen Umsätzen und Gewinnen niederschlägt.
Alphabets Quartalszahlen zeigen einen Konzern, dessen Wachstum inzwischen stark von zwei gegensätzlichen Entwicklungen geprägt wird. Während die Cloud-Sparte vom Ausbau eigener KI-Modelle und der Vermietung von Rechenkapazitäten profitiert, gerät das klassische Suchgeschäft unter Margendruck.
Die Google-Suche bleibt die wichtigste Umsatzquelle. Zugleich verändert der KI-Modus die Präsentation der Ergebnisse: Antworten können Suchanfragen bündeln und damit die Zahl der sichtbaren Werbeflächen verringern. Für Alphabet entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen wachsender Nutzung und geringeren Erlösen pro Anfrage.
Hohe Investitionen, steigender Erwartungsdruck
Der Konzern reagiert mit massiven Investitionen in Rechenzentren, Chips und weitere Infrastruktur. Mehr als 51 Milliarden Dollar in einem Quartal verdeutlichen die Größenordnung des KI-Ausbaus. Die Ausgaben sollen die Stellung von Gemini und den Cloud-Diensten stärken, erhöhen aber zugleich den Druck, daraus schnell und dauerhaft zusätzliche Erträge zu erzielen.
Für Anleger wird damit nicht nur das Umsatzwachstum entscheidend. Sie beobachten ebenso, ob Alphabet die hohen Infrastrukturkosten über Cloud-Erlöse und neue KI-Werbeformate ausgleichen kann. Kurzfristig steht deshalb die schwächere Suchwerbung im Mittelpunkt, während die Cloud-Zahlen einen wichtigen Gegenpol bilden.
Stern: „Internet-Riese: Google-Mutter Alphabet verfehlt Umsatzerwartungen“ (28.10.2026)
Der Artikel bestätigt die verfehlten Umsatzerwartungen, den Kursrückgang und die Entwicklung der Suchwerbung. Einen zusätzlichen Schwerpunkt setzt er auf den gesunkenen Gewinn und die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur.
