Alphabet-Crash, Top-KI-Forscher

Alphabet-Crash: Zwei Top-KI-Forscher verlassen Google binnen 48 Stunden

23.06.2026 - 15:23:05 | boerse-global.de

Alphabet verliert durch Abgänge zweier KI-Spitzenforscher binnen Tagen rund 250 Milliarden Euro an Börsenwert.

Alphabet-Aktie stürzt ab: KI-Forscher wechseln zu OpenAI und Anthropic
Alphabet-Crash - A downward-trending stock market graph overlaid with subtle AI network imagery, set against a blurred tech office background. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Google-Mutterkonzern verliert durch den Abgang zweier KI-Spitzenforscher binnen Tagen Hunderte Milliarden an Börsenwert.

New York – Ein Doppelschlag erschüttert den Tech-Giganten Alphabet. Gleich zwei hochkarätige KI-Forscher haben das Unternehmen verlassen – und lösten damit den schwersten Kurssturz seit über einem Jahr aus. Die Aktie fiel am Montag um bis zu sieben Prozent, am Ende stand ein Minus von rund fünf Prozent. Das entspricht einem Wertverlust von bis zu 270 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 250 Milliarden Euro.

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Die Abgänge im Detail

Am 18. Juni verkündete Noam Shazeer, Vizepräsident für Engineering und Co-Lead der Gemini-KI-Modelle, seinen Wechsel zu OpenAI. Shazeer gilt als einer der Väter der modernen KI: Er war 2017 Mitautor der bahnbrechenden Forschungsarbeit, die die sogenannte Transformer-Architektur einführte – das Fundament fast aller heutigen großen Sprachmodelle.

Besonders brisant: Google hatte Shazeer erst 2024 mit einem milliardenschweren Deal zurückgeholt. Für umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro sicherte sich der Konzern die Rechte an dessen Startup Character.AI und holte den Forscher zurück ins Team.

Nur einen Tag später, am 19. Juni, folgte der nächste Paukenschlag: John Jumper, Vizepräsident bei Google DeepMind und Nobelpreisträger für Chemie 2024, gab nach neun Jahren seinen Abschied bekannt. Er wechselt zu Anthropic. Jumper war der Chefarchitekt von AlphaFold – einem System, das Hunderte Millionen Proteinstrukturen vorhersagte und die biologische Forschung revolutionierte.

Nervosität an den Märkten

Analysten von Wedbush Securities und D.A. Davidson zeigen sich alarmiert. Der Verlust zweier derart prominenter Köpfe innerhalb von 48 Stunden werfe ernste Fragen zur Unternehmenskultur bei Alphabet auf. Kann der Konzern im Wettrennen um die KI-Vorherrschaft noch mithalten, wenn die besten Köpfe zu OpenAI und Anthropic abwandern?

Der Kursrutsch zog auch den gesamten Technologiesektor mit nach unten. Alphabets Aktie notiert nun rund 14 Prozent unter ihrem Rekordhoch von Mitte Mai – obwohl der Konzern seit Jahresbeginn immerhin noch rund elf Prozent im Plus liegt.

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Milliardenschwere Investitionen in Frage gestellt

Die Abgänge treffen Alphabet in einer heiklen phase. Erst Anfang Juni hatte der Konzern rund 80 Milliarden Dollar (etwa 74 Milliarden Euro) durch Aktienemissionen eingesammelt – zur Finanzierung massiver Investitionen in KI-Infrastruktur. Die gesamten Kapitalausgaben für das Jahr dürften sich auf umgerechnet rund 175 Milliarden Euro belaufen.

Investoren fürchten nun, dass diese gewaltigen Summen ins Leere laufen könnten – wenn das nötige Humankapital für Innovationen fehlt. „Was nützen die besten Rechenzentren, wenn die klügsten Köpfe fehlen?“, fragt ein Marktbeobachter.

Weitere Belastungsfaktoren

Hinzu kommen ungünstige Signale aus der Branche: Microsoft-CEO Satya Nadella hatte jüngst die mögliche Kommoditisierung von KI-Modellen thematisiert – was Zweifel an der Nachhaltigkeit des aktuellen Investitionszyklus schürt. Zudem geriet Alphabets Minderheitsbeteiligung an SpaceX unter Druck, nachdem auch dort die Aktien nach dem Börsengang nachgaben.

Der nächste große Test für Alphabet steht Ende Juli an: Dann legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Analysten erwarten kritische Fragen zur Personalstrategie und zur Integration der Gemini-Modelle in die Kernbereiche Suche und Cloud-Dienste.

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