AlmaLinux: Fünf Jahre Support und volle Kompatibilität zu RHEL 8
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deUnternehmen setzen bei der Migration bestehender Serverprojekte zunehmend auf das Betriebssystem AlmaLinux als stabile und kompatible Lösung. Das System, das über den Open Build Service gepflegt wird, gilt als voll kompatibel zu Red Hat Enterprise Linux 8, lässt sich als nahtloser Ersatz einsetzen und bietet fünf Jahre Langzeit-Support.
Strategische Unabhängigkeit durch ABI-Kompatibilität
Die Grundlage für die aktuelle Ausrichtung legte die AlmaLinux OS Foundation im Jahr 2023. Nach Restriktionen beim Zugriff auf den Quellcode von Red Hat entschied sich die Organisation für eine Ausrichtung auf Binärschnittstellen-Kompatibilität (ABI) anstelle einer reinen Eins-zu-eins-Kopie. Berichten des Linux Magazine zufolge laufen für Red Hat Enterprise Linux erstellte Anwendungen sowie Kernelmodule unverändert auf der Distribution.
Zugleich eröffnet dieser Ansatz der Organisation technischen Spielraum für Erweiterungen bei gleichzeitiger Wahrung der Kompatibilität. So ergänzt AlmaLinux OS 10.2 Paket-Repositories und Container-Images für 32-Bit-x86-Architekturen, nachdem diese in RHEL 10 vollständig entfernt worden waren, verzichtet dabei jedoch auf einen 32-Bit-Kernel und Installer.
Ab AlmaLinux 9 und 10 sind zudem quelloffene Nvidia-Treiber samt CUDA für den Einsatz unter Secure Boot integriert und signiert. Weitere Abweichungen umfassen reaktivierte Frame Pointer, Installationsoptionen für Btrfs, SPICE-Unterstützung sowie Treiber für ältere Speicher- und Netzwerkhardware von Anbietern wie Adaptec, Dell PERC, HP, Mellanox, QLogic, Emulex, LSI und Broadcom.
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Planung, Herausforderungen und Einsatz im Großmaßstab
Hinsichtlich des Lebenszyklus sieht die AlmaLinux OS Foundation feste Zeitfenster vor: Die Version 8.x wird bis 2029 mit Patches versorgt, für Version 9.x reicht die Pflege bis 2032. Für AlmaLinux OS 10 ist regulärer Support bis 2030 und erweiterter Sicherheits-Support bis 2035 vorgesehen.
Für den Umstieg empfiehlt die Organisation Unternehmen ein strukturiertes Vorgehen in fünf Phasen: nach einer initialen Bestandsaufnahme folgen die Ausarbeitung eines Migrationsplans, die praktische Umsetzung, Test- und Validierungsphasen sowie die laufende Optimierung. Zu den wesentlichen Hürden beim Wechsel des Betriebssystems zählen neben der Software-Migration und Fragen der Hardware-Kompatibilität insbesondere Schulungen für das IT-Personal.
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Dass derartige Betriebssysteme auch in hochkomplexen Umgebungen eine tragende Rolle spielen, zeigt die Infrastruktur am Kernforschungszentrum CERN: Während dort die Beschleuniger-Steuerung mit dem Ziel eines vollständigen Umstiegs bis Ende 2026 auf Debian 13 migriert wird, verbleiben die Compute-Farmen und das Tier-0-Grid weiterhin auf Systemen von AlmaLinux und Red Hat Enterprise Linux.
