Allergie-Prävention, Mütterliche

Allergie-Prävention: Mütterliche Allergenzufuhr schützt Säuglinge nicht

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine australische Studie mit 2.137 Risikoschwangeren findet keinen signifikanten Allergieschutz durch mehr Eier und Erdnüsse in Schwangerschaft und Stillzeit.

PrEggNut-Studie: Mütterliche Allergenzufuhr schützt Babys nicht
Eine Schale mit rohen Erdnüssen und Hühnereiern auf einem Holztisch in einer hellen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Eine gezielte mütterliche Zufuhr von Allergenen während der Schwangerschaft und Stillzeit führt nicht zu einem verringerten Allergierisiko beim Nachwuchs. Zu diesem Ergebnis kommt die australische PrEggNut-Studie unter Leitung der University of Adelaide, deren Resultate im Fachjournal The New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung überprüfte, ob der gezielte Konsum von Hühnereiern und Erdnüssen durch Schwangere und stillende Mütter Säuglinge vor entsprechenden Nahrungsmittelallergien schützen kann.

Studiendesign mit über 2.000 Risikofamilien

Für die klinische Untersuchung rekrutierten die Wissenschaftler 2.137 Schwangere in vier australischen Städten. Voraussetzung für die Aufnahme war ein familiär erhöhtes Allergierisiko, definiert durch mindestens zwei biologische Verwandte mit einer diagnostizierten Allergie. Die Aufnahme in die Studie erfolgte vor der 23. Schwangerschaftswoche bei Frauen, die eine Stilldauer von mindestens vier Monaten planten.

Die Teilnehmenden wurden in zwei Interventionsgruppen eingeteilt: Die Hochdosisgruppe verzehrte ab der Schwangerschaft bis zu vier Monate nach der Entbindung wöchentlich mindestens sechs Eier sowie 60 Erdnüsse beziehungsweise Erdnusskerne. Die Kontrollgruppe beschränkte ihren Konsum im selben Zeitraum auf maximal drei Eier und 30 Erdnüsse pro Woche.

Keine statistisch signifikanten Unterschiede nach einem Jahr

Die Auswertung der Daten nach dem ersten Lebensjahr der Kinder zeigte keine messbare Schutzwirkung durch den verstärkten Verzehr. In der Gruppe mit hoher Allergenzufuhr lag die Rate einer IgE-vermittelten Ei- oder Erdnussallergie im Alter von einem Jahr bei 7,8 Prozent (83 von 1.066 Kindern).

Anzeige

Viele Eltern verzichten in Schwangerschaft und Stillzeit auf Eier und Nüsse – in der Hoffnung, ihr Baby damit zu schützen. Eine große australische Studie mit über 2.000 Risikofamilien zeigt nun: Dieser Verzicht bringt nichts. Der wirksame Schutz beginnt später – bei der direkten Ernährung des Kindes. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Beikost mit Allergenen ab etwa sechs Monaten sicher und Schritt für Schritt einführen. Beikost-Leitfaden jetzt kostenlos anfordern

In der Kontrollgruppe betrug der Anteil 8,4 Prozent (89 von 1.064 Kindern). Mit einem relativen Risiko von 0,93 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,69 bis 1,26; p-Wert 0,65) erwies sich der Unterschied als statistisch nicht signifikant.

Auch eine ergänzende Per-Protokoll-Analyse bestätigte das Gesamtbild. Bei den Teilnehmerinnen, die sich strikt an die Vorgaben gehalten hatten, lag die Allergierate in der Hochgruppe bei 5,6 Prozent gegenüber 6,8 Prozent in der Kontrollgruppe (relatives Risiko 0,80; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,48 bis 1,35).

Zudem ergaben sich laut der im Band 395 der Fachzeitschrift erschienenen Publikation keine Signale für Veränderungen bei Sensibilisierungen, Einzelallergien oder dem Auftreten von Ekzemen.

Einordnung für die Prävention bei Säuglingen

Das Fazit der Forschenden fällt eindeutig aus: Eine erhöhte Zufuhr von Eiern und Erdnüssen durch die Mutter während der Schwangerschaft und der frühen Laktation senkt das Allergierisiko des Kindes nicht. Für den klinischen Alltag und die Beratung von Familien bedeutet dies, dass restriktive oder gezielt gesteigerte Diäten in dieser Phase keine nachweisbare Schutzwirkung entfalten.

Anzeige

Wenn in Ihrer Familie Allergien vorkommen, kennen Sie die widersprüchlichen Ratschläge: mal meiden, mal gezielt zuführen. Die aktuelle Studienlage bringt Klarheit – restriktive oder gesteigerte Mutter-Diäten in Schwangerschaft und Stillzeit haben keine nachweisbare Schutzwirkung. Was zählt, ist der richtige Zeitpunkt für die Beikost. Unsere Checkliste hilft Ihnen einzuschätzen, ob Ihr Kind zur Risikogruppe gehört, und begleitet Sie durch die ersten allergenen Lebensmittel. Risiko-Checkliste für Ihr Baby sichern

Für den wirksamen Allergieschutz bleibt stattdessen die direkte Ernährung des Kindes entscheidend. Die frühzeitige Einführung von Beikost mit Allergenen ab einem Alter von etwa sechs Monaten gilt weiterhin als nachgewiesene und wirksame Maßnahme zur Vorbeugung von Nahrungsmittelallergien.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70128768 |