Alkoholkonsum: Junge Erwachsene trinken so wenig wie seit 1973 nicht
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Einstellung junger Menschen zu alkoholischen Getränken hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Aktuelle Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) belegen eine signifikante Veränderung im Konsumverhalten.
Laut Berichten vom September 2026 erreicht der regelmäßige Alkoholkonsum bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren einen historischen Tiefstand. Lediglich 25,0 % dieser Altersgruppe gaben an, wöchentlich Alkohol zu konsumieren – dies ist der niedrigste Wert, der seit dem Jahr 1973 im Rahmen dieser Erhebungen gemessen wurde.
Geschlechtsspezifische Unterschiede und das Phänomen des Rauschtrinkens
Trotz des allgemeinen Rückgangs zeigen die Daten des BIÖG deutliche Differenzen zwischen den Geschlechtern. Bei den jungen Männern im Alter von 18 bis 25 Jahren liegt der Anteil derer, die regelmäßig mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, bei 34,7 %. Im Vergleich dazu fällt der Wert bei den jungen Frauen mit 14,3 % deutlich geringer aus.
Ein differenziertes Bild ergibt sich beim sogenannten Rauschtrinken. Während der allgemeine Trend rückläufig ist, verharrt das punktuelle übermäßige Trinken bei jungen Männern auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Mit 45,8 % blieb dieser Wert nahezu stabil gegenüber der Erhebung von 2023, in der 46,2 % verzeichnet wurden.
Ein Blick auf längerfristige Daten zeigt jedoch eine Zunahme gegenüber dem Jahr 2021, als der Anteil noch bei 37,8 % gelegen hatte. Eine gegenläufige Entwicklung ist bei den jungen Frauen zu beobachten: Hier sank der Anteil des Rauschtrinkens auf 26,1 %, nachdem er im Jahr 2023 noch 32,0 % betragen hatte.
Konsumverhalten bei Jugendlichen und Trendwende beim Erstkontakt
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Auch in der Altersgruppe der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen setzt sich die Tendenz zur Zurückhaltung fort. Insgesamt konsumieren laut der Studie nur noch 6,8 % der Jugendlichen wöchentlich Alkohol. Aufgeschlüsselt nach Geschlecht trinken 9,2 % der Jungen und 4,1 % der Mädchen in dieser Altersklasse regelmäßig.
Die allgemeine Erfahrung mit Alkohol ist ebenfalls rückläufig. Während vor rund 20 Jahren noch etwa 75 % der Jugendlichen angaben, bereits Alkohol probiert zu haben, zeigen die Ergebnisse für das Jahr 2025, dass 60,7 % der Jungen und 57 % der Mädchen über Alkoholerfahrung verfügen.
Parallel dazu verschiebt sich der Zeitpunkt des ersten Konsums nach hinten. Das Durchschnittsalter beim Erstkonsum lag im Untersuchungszeitraum bei 15,1 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 hatte dieses Alter noch bei durchschnittlich 14,1 Jahren gelegen. Den ersten Rausch erleben die befragten Jugendlichen heute im Schnitt mit 16 Jahren.
Methodische Basis und politische Konsequenzen
Die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2025 basieren auf einer breiten Datengrundlage. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit befragte für die Erhebung insgesamt 7.001 Personen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren.
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Die Veröffentlichung der Daten führt auch zu neuen Debatten über die gesetzlichen Rahmenbedingungen. In Berichten vom September 2026 wurde angekündigt, dass der Drogenbeauftragte Streeck Maßnahmen zur weiteren Reduzierung des Konsums plane.
Ein zentraler Punkt sei dabei die beabsichtigte Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens, welches Jugendlichen derzeit bereits ab einem Alter von 14 Jahren den Konsum von Wein oder Bier im Beisein von Sorgeberechtigten erlaubt. Ziel sei es, den Jugendschutz an die veränderten gesellschaftlichen Realitäten und die gesundheitspolitischen Erkenntnisse der aktuellen Forschung anzupassen.
Mehr zum Thema bei ZEIT Online: „Alkoholkonsum bei jungen Erwachsenen: So wenig junge Menschen wie nie trinken regelmäßig Alkohol“
