Alkoholkonsum Jugendlicher: Wöchentlicher Konsum auf Tiefstand seit 1973
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die langfristige Entwicklung des Alkoholkonsums unter jungen Menschen in Deutschland verzeichnet einen signifikanten Rückgang. Aktuelle Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verdeutlichen diesen Trend insbesondere bei der sogenannten 30-Tage-Prävalenz.
In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen sank der Anteil derer, die in den vergangenen 30 Tagen Alkohol konsumiert hatten, auf 32,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 lag dieser Wert noch bei 58,4 Prozent. Auch bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist ein deutlicher Rückgang auf 69,3 Prozent zu beobachten, nachdem der Wert im Jahr 2004 noch 84,4 Prozent betragen hatte.
Diese Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung von 7.001 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die im Zeitraum von April bis Juli 2025 durchgeführt wurde. Die Untersuchung gibt Aufschluss über das Konsumverhalten und die Einstellungen junger Menschen zu Genussmitteln und Suchtstoffen.
Historischer Tiefstand beim wöchentlichen Alkoholkonsum
Neben der allgemeinen Prävalenz zeigt die Studie des BIÖG eine Fortsetzung des rückläufigen Trends beim regelmäßigen Konsum. Mit einem Anteil von 25,0 Prozent erreicht der wöchentliche Alkoholkonsum bei den 18- bis 25-Jährigen im Erhebungsjahr 2025 den niedrigsten Stand seit 1973. Innerhalb dieser Altersgruppe bestehen jedoch weiterhin deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Während 34,7 Prozent der jungen Männer mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, liegt dieser Anteil bei den jungen Frauen mit 14,3 Prozent deutlich niedriger.
Bei den Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren gaben insgesamt 6,8 Prozent an, wöchentlich Alkohol zu konsumieren. Auch hier zeigt sich eine Differenz zwischen den Geschlechtern: 9,2 Prozent der Jungen und 4,1 Prozent der Mädchen in dieser Altersgruppe gaben einen regelmäßigen Konsum an.
Beständigkeit beim Rauschtrinken unter jungen Männern
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Trotz des allgemeinen Rückgangs der Konsumhäufigkeit bleibt das Phänomen des Rauschtrinkens in bestimmten Gruppen eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Bei jungen Männern im Alter von 18 bis 25 Jahren liegt die Quote mit 45,8 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau.
Zwar ist dies ein leichter Rückgang gegenüber dem Wert von 46,2 Prozent aus dem Jahr 2023, liegt jedoch deutlich über den 37,8 Prozent, die im Jahr 2021 verzeichnet wurden.
Im Gegensatz dazu ist bei den jungen Frauen derselben Altersgruppe ein markanter Rückgang beim Rauschtrinken zu verzeichnen. Dieser sank von 32,0 Prozent im Jahr 2023 auf nunmehr 26,1 Prozent im Jahr 2025. In der jüngeren Gruppe der 12- bis 17-Jährigen sind die Werte zwischen den Geschlechtern nahezu angeglichen: Hier berichteten 14,8 Prozent der Jungen und 14,7 Prozent der Mädchen von Episoden des Rauschtrinkens.
Späterer Einstieg und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen
Ein weiterer Befund der Untersuchung betrifft das Einstiegsalter. Junge Menschen kommen heute im Durchschnitt später mit Alkohol in Kontakt als früher. Der erste Alkoholkonsum erfolgt laut den Daten von 2025 im Schnitt mit 15,1 Jahren, während dieser Wert im Jahr 2004 noch bei 14,1 Jahren lag.
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Den ersten Rausch erleben Jugendliche heute durchschnittlich mit 16 Jahren. Insgesamt verfügen 60,7 Prozent der Jungen und 57,0 Prozent der Mädchen über Alkoholerfahrung – vor zwei Jahrzehnten lag dieser Anteil noch bei rund 75 Prozent.
Flankierend zu diesen statistischen Entwicklungen kündigte der BIÖG-Vorstand Streeck im September 2026 politische Konsequenzen an. Geplant sei die Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens, welches es Jugendlichen derzeit erlaubt, bereits ab dem 14. Lebensjahr im Beisein von Sorgeberechtigten in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Diese Maßnahme soll den Jugendschutz weiter stärken und den Trend zu einem gesundheitsbewussteren Umgang mit Alkohol unterstützen.
