Alkoholfreies, Bier

Alkoholfreies Bier: Marktanteil springt auf 11%, 750 Mio. Liter

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alkoholfreies Bier gewinnt Marktanteile, während Tests bei Getränken und Grundnahrungsmitteln Zucker- und Schadstoffbelastungen offenlegen.

Bier, Zucker, Schadstoffe: Qualitätscheck deckt Risiken in Lebensmitteln auf
Ein Arrangement aus alkoholfreiem Bier, Haferflocken und Matcha-Tee auf einem Holztisch, beleuchtet durch sanftes Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehl, Haferflocken, Bier – der Qualitätscheck für Grundnahrungsmittel fällt überraschend gut aus. Doch Schadstoffe und Zuckerfallen trüben das Bild.

Brauereien unter Druck: Alkoholfreies Bier im Aufwind

Der deutsche Biermarkt schrumpft. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Gesamtabsatz um 2,2 Prozent auf rund 3,85 Milliarden Liter. Besonders der Inlandsabsatz verzeichnete mit minus 3,1 Prozent deutliche Einbußen. Die Zuwächse bei alkoholfreien Bieren können die Verluste laut Branchenvertretern nur teilweise kompensieren.

Dennoch zeigt der Trend klar nach oben: 2025 erreichte alkoholfreies Bier bereits einen Marktanteil von 11 Prozent – bei einem Volumen von 750 Millionen Litern. Eine Umfrage unter mehr als 2.100 Personen im Juli 2026 bestätigt die Verschiebung: Während 36 Prozent der Befragten ganz auf alkoholhaltiges Bier verzichten, greifen nur noch 23 Prozent wöchentlich dazu. Alkoholfreies Bier konsumieren 14 Prozent regelmäßig.

Besonders im Sportkontext zeigt sich die Präferenz: 16 Prozent wählen hier die alkoholfreie Variante, nur 8 Prozent das klassische Bier. Marktdaten von Juni 2025 bis Mai 2026 belegen zudem: Jeder vierte Haushalt kauft inzwischen alkoholfreies Bier – die Nachfrage nach 0,0-Prozent-Varianten stieg besonders stark.

Zucker, Süßstoffe, Matcha: Die Risiken der Trendgetränke

Verbraucherschützer schlagen bei Erfrischungsgetränken Alarm. Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW im Sommer 2026 an 23 Limonaden, Colas und Eistees fand Zuckergehalte zwischen 4,3 und 11 Gramm pro 100 Milliliter. Cola-Getränke führten die Liste mit bis zu 36 Gramm Zucker pro 330-Milliliter-Dose an – das entspricht etwa zwölf Zuckerwürfeln.

Damit überschreitet ein einzelnes Getränk bereits einen Großteil der von der WHO empfohlenen Tagesmenge an freiem Zucker. Auch die Kritik an Zero-Getränken wächst. Zwar fehlt der eindeutige wissenschaftliche Beleg für schädliche Wirkungen, doch Beobachtungsstudien legen Zusammenhänge mit Insulinresistenz und Übergewicht nahe. Die WHO rät dennoch von Süßstoffen zur Gewichtskontrolle ab. Aspartam stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung als „möglicherweise krebserregend“ ein – die zulässige Tagesdosis wird allerdings erst bei sehr hohem Konsum erreicht.

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Matcha steht ebenfalls in der Kritik. Der Begriff ist nicht geschützt, die Preise schwanken zwischen 20 und 70 Euro pro Dose. Viele Gesundheitsversprechen seien nicht ausreichend belegt, bemängeln Experten. Zudem drohen Belastungen mit Aluminium oder Blei – das Bundesinstitut für Risikobewertung wies bereits 2019 auf mögliche Aluminiumrückstände in Tee hin.

Vollkornmehl und Haferflocken: Gute Noten, aber Schadstoff-Funde

Bei Grundnahrungsmitteln zeigt sich ein geteiltes Bild. Ein Test von 50 Vollkornmehlen, dessen Ergebnisse Anfang des Jahres veröffentlicht wurden, bescheinigte 33 Produkten die Note „sehr gut“ – darunter viele Eigenmarken von Discountern. Kritisch fielen dagegen Produkte mit Rückständen von Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), Pestiziden wie Deltamethrin oder Schwermetallen wie Cadmium und Nickel auf. Ein namhaftes Weizenvollkornmehl erhielt wegen dieser Belastungen sogar die Note „mangelhaft“.

Haferflocken bleiben ein wichtiger Bestandteil gesunder Ernährung – vor allem wegen der Beta-Glucane, die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Ein Detail sollten Verbraucher jedoch beachten: Rohe Haferflocken enthalten Phytinsäure, die Nährstoffe binden kann. Einweichen von mindestens 30 Minuten oder Kochen neutralisiert diesen Effekt.

Proteintrend und Kartoffel-Überraschung

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Die Ernährungswissenschaft diskutiert zunehmend über die optimale Proteinmenge. Während Trends wie „Proteinmaxxing“ hohe Eiweißzufuhr propagieren, deuten Studien darauf hin, dass moderate Mengen im Bereich der offiziellen Empfehlung von 0,83 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht das Risiko für Stoffwechselerkrankungen senken könnten.

Überraschendes liefert eine norwegische Studie aus dem Jahr 2024: Wer mindestens zwei Kartoffeln pro Tag isst, hat demnach ein um 12 Prozent geringeres Sterblichkeitsrisiko. Ganz ohne Wermutstropfen bleibt der Kartoffelgenuss allerdings nicht: In mehr als einem Drittel der Stichproben fanden sich Pestizidrückstände. Experten raten zu ausgewogener Auswahl und sachgerechter Lagerung – das verhindert auch die Bildung des giftigen Solanins.

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