Alkohol in der Schwangerschaft: 10.000 Neugeborene mit Schäden
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juli aktualisierte Handlungsempfehlungen für die Beratung von Paaren mit Kinderwunsch und Schwangeren veröffentlicht. Die Richtlinien legen neue Schwerpunkte auf Prävention, den Umgang mit Genussmitteln und eine differenzierte Nährstoffversorgung.
Cannabis, vegane Ernährung und Diversität
Erstmals enthalten die Empfehlungen explizite Hinweise zum Umgang mit Cannabis – eine Reaktion auf die veränderten gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Zudem fordern die Fachleute eine diversitätssensible Beratung, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebensrealitäten berücksichtigt.
Auch die vegetarische und vegane Ernährung wird detaillierter adressiert. Der Fokus liegt auf einer ausreichenden Nährstoffversorgung ohne Mangelerscheinungen. Ein zentraler Punkt bleibt zudem das Körpergewicht sowie der spezifische Energie- und Nährstoffbedarf in den verschiedenen Phasen der Reproduktion.
Alkohol in der Schwangerschaft: 10.000 betroffene Neugeborene
Rund 20 Prozent der Schwangeren in Deutschland konsumieren Alkohol. Das geht aus Angaben des sächsischen Sozialministeriums hervor, das für Ende Juli bis Anfang September eine Aufklärungskampagne plant. Die Folge: Jährlich kommen schätzungsweise 10.000 Neugeborene mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) zur Welt.
Fachleute betonen: Bereits geringe Mengen Alkohol können die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Die Schädigungen wären zu 100 Prozent vermeidbar. Das bestätigt auch die WHO, die im Juli ihre Leitlinien zur Prävention aktualisiert hat. Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos seien durch modifizierbare Lebensstilfaktoren beeinflussbar – regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Tabak und Alkohol stehen dabei ganz oben.
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Schluss mit unnötigen Nahrungsergänzungsmitteln
Bei der Supplementierung setzen die Experten auf mehr Präzision. Die WHO rät in ihren Mitte Juli veröffentlichten Leitlinien von Vitamin B, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren ab – sofern kein klinisch nachgewiesener Mangel vorliegt. Anders sieht es bei Vitamin D aus: Das Netzwerk Gesund ins Leben hat es als wichtigen Bestandteil der Supplementierung aufgenommen.
Parallel dazu gibt es eine wichtige Änderung in der medizinischen Nomenklatur. Das bisher als PCOS bekannte Krankheitsbild heißt nun PMOS (Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom). Die Umbenennung soll das kardiometabolische Risiko – wie Insulinresistenz und Diabetes – stärker in den Vordergrund rücken. In Deutschland sind bis zu 15 Prozent der Frauen betroffen, schätzen Experten. Bis zu 70 Prozent der Fälle bleiben unerkannt.
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Österreich senkt Kosten für künstliche Befruchtung
Der Zugang zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung wird in einigen Regionen günstiger. Österreich hat den Selbstbehalt für Paare beim IVF-Fonds von 30 auf 25 Prozent gesenkt. Das bedeutet eine durchschnittliche Entlastung von rund 180 Euro pro Behandlungsversuch. Die Kosten für eine In-vitro-Fertilisation liegen dort üblicherweise zwischen 3.000 und 5.000 Euro.
Anspruchsberechtigt sind Frauen bis zum 40. und Männer bis zum 50. Lebensjahr. Auch gleichgeschlechtliche Paare sind inkludiert. In Deutschland bleibt die Leihmutterschaft dagegen verboten. Wunscheltern weichen daher in Länder wie die USA, Kanada, Georgien oder die Ukraine aus. Die Kosten dort: 140.000 bis 200.000 Dollar. Der globale Markt für Leihmutterschaft wurde 2023 auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt. Kritiker fordern strengere Auflagen für Informationsmessen, um illegale Vermittlungen im Inland zu unterbinden.
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